Gesellschaft & Politik

Trumps Kahlschlag bei der Auslandshilfe: Human Rights Watch dokumentiert globale Folgen

Der abrupte Stopp nahezu aller US-Auslandshilfe Anfang 2025 hat die globale Menschenrechtsbewegung schwer getroffen. Das belegt ein neues, 42-seitiges Papier von Human Rights Watch. Ermittlungen zu Menschenrechtsverletzungen wurden eingestellt, Opferschutz weggebrochen, Organisationen zur Schließung gezwungen. Die USA waren über Jahrzehnte der weltweit größte Geldgeber für Menschenrechtsarbeit.

19.06.2026

Trumps Kahlschlag bei der Auslandshilfe: Human Rights Watch dokumentiert globale Folgen

„Der Rückzug der US-Regierung von der globalen Menschenrechtsbewegung war Musik in den Ohren der Autokraten.“ Mit dieser Formulierung bringt Sarah Yager, Washington-Direktorin von Human Rights Watch, den Befund des neuen Berichts auf den Punkt. Zwischen Januar und März 2025 stoppte die Trump-Regierung nahezu alle US-Auslandshilfe – mit sofortigen und weitreichenden Konsequenzen für Menschenrechtsverteidiger in aller Welt.

Der Bericht mit dem Titel „Every Autocrat’s Dream“ dokumentiert anhand von Fallbeispielen aus 16 Ländern, wie sich die Kürzungen auswirkten: darunter Afghanistan, Venezuela, die Demokratische Republik Kongo, Myanmar, Haiti, die Ukraine und Georgien. In diesen Ländern wurden Untersuchungen zu Menschenrechtsverletzungen gestoppt, Unterstützungsangebote für Opfer gekappt und Organisationen, die bei der Abschreckung von Verstößen eine Schlüsselrolle spielten, zur Reduzierung ihrer Arbeit oder zur vollständigen Schließung gezwungen. Betroffen waren besonders Bereiche wie Pressefreiheit, digitale Sicherheit, Antidiskriminierungsarbeit sowie Justiz und Rechenschaftspflicht.

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„Die US-Regierung hat vielen Menschen, die Misshandlungen ausgesetzt sind, durch die schnellen und umfassenden Kürzungen den Rettungsanker entzogen“, sagte Yager. „Die Widerstandskraft der Menschenrechtsgruppen angesichts wachsenden Autoritarismus und globaler Krisen war außerordentlich – aber ihre Entschlossenheit ist kein Ersatz für nachhaltige Unterstützung.“

Human Rights Watch betont, dass keine Regierung völkerrechtlich zur Gewährung von Auslandshilfe verpflichtet ist – die Art und Weise, wie die USA die Hilfe abrupt beendeten, habe jedoch vorhersehbaren Schaden verursacht und verlange nach Verantwortlichkeit. Besonders gravierend: Viele der betroffenen Organisationen arbeiteten in Ländern, in denen staatliche Repression ohnehin zunimmt und alternative Finanzierungsquellen kaum existieren. Der Wegfall des größten Einzelgebers hat dort Lücken hinterlassen, die kurzfristig nicht zu schließen sind.

Die Organisation fordert den US-Kongress auf, eine unabhängige Überprüfung der menschenrechtlichen Folgen der Kürzungen anzuordnen und künftig wieder Mittel für Menschenrechtsarbeit bereitzustellen. Zugleich appelliert Human Rights Watch an andere Geberstaaten und private Philanthropie, die entstandenen Lücken dringend und nachhaltig zu füllen – denn in vielen der 16 untersuchten Länder hat sich die Lage seitdem nicht verbessert, sondern verschlechtert.

Quelle: UD
 

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