Gesellschaft & Politik

TU Wien gewinnt mit nachhaltigem Konzept

Wie können Gebäude entstehen, ohne immer neue Ressourcen zu verbrauchen? Eine Antwort darauf liefert das zirkuläre Bauen: Bestehende Bauteile werden nicht entsorgt, sondern als wertvolle Ressource für neue Gebäude weitergenutzt. Welche innovativen Lösungen daraus entstehen können, zeigt der 14. VDI-Wettbewerb Integrale Planung (WIP).

14.08.2026

TU Wien gewinnt mit nachhaltigem Konzept

Das überzeugendste Gesamtkonzept präsentierte ein Team der Technischen Universität Wien. Der zweite Preis ging an ein Team der Universität Stuttgart. Den dritten Platz teilen sich die Fachhochschule Aachen und ein weiteres Team der Universität Stuttgart. Insgesamt vergab die Jury Preisgelder in Höhe von 5.000 Euro. Organisiert wurde der Wettbewerb von der VDI-Gesellschaft Bauen und Gebäudetechnik in Kooperation mit der BUGA Wuppertal 2031 gGmbH und dem Living Lab NRW.

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Zirkuläres Bauen als zentrale Planungsaufgabe

Bereits zum 14. Mal stellte der VDI in seinem Ideenwettbewerb Studierende vor eine reale Planungsaufgabe, bei der unterschiedliche Fachdisziplinen gemeinsam tragfähige Lösungen entwickeln mussten. Die diesjährige Wettbewerbsaufgabe griff dabei eines der wichtigsten Zukunftsthemen des Bauens auf: den verantwortungsvollen Umgang mit bestehenden Ressourcen.

Die Teams sollten ein nachhaltiges Torgebäude an der geplanten Hängebrücke auf der Königshöhe entwerfen. Neben einem barrierearmen Zugang zur Brücke waren Serviceangebote für Besucherinnen und Besucher sowie ein Apartment mit Atelier für Kunstschaffende auf dem Kiesberg Bestandteil der Aufgabe. Im Mittelpunkt standen jedoch vor allem zirkuläres Bauen und die Wiederverwendung vorhandener Bauteile. Ziel ist es, kreative, ressourcenschonende und zukunftsweisende Lösungen zu entwickeln, die als Inspiration für die BUGA31 und die nachhaltige Entwicklung Wuppertals dienen. Hierfür sollten Materialien aus den Gebäuden des ehemaligen Solar Decathlon Europe 2021/2022 in die Entwürfe integriert werden.

Die Aufgabenstellung greift eine Entwicklung auf, die für das Bauwesen zunehmend an Bedeutung gewinnt. Der Bausektor gehört zu den ressourcenintensivsten Wirtschaftsbereichen überhaupt. Bau- und Abbruchabfälle machen in Deutschland den größten Anteil des gesamten Abfallaufkommens aus. Die Wiederverwendung von Bauteilen und die Planung im Sinne der Kreislaufwirtschaft gelten daher als wichtige Bausteine, um Ressourcen zu schonen und Treibhausgasemissionen langfristig zu reduzieren.

Praxisnahe Ausbildung für integrale Planung

Der Wettbewerb richtet sich an Studierende der Architektur, des Bauingenieurwesens, der Technischen Gebäudeausrüstung und des Facility Managements. Ziel ist es, bereits im Studium jene interdisziplinäre Zusammenarbeit zu fördern, die bei komplexen Bauprojekten heute unverzichtbar ist.

In Teams von zwei bis acht Personen entwickeln die Teilnehmenden gemeinsam ein schlüssiges Gesamtkonzept. Architektur, Tragwerksplanung, Gebäudetechnik, Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit werden dabei nicht getrennt betrachtet, sondern von Beginn an zusammengeführt. Damit vermittelt der Ideen-Wettbewerb praxisnah die Anforderungen einer integralen Planung und bietet den Studierenden zugleich die Möglichkeit, ihre Konzepte vor einer Fachjury aus Wissenschaft und Praxis zu präsentieren.

TU Wien überzeugt mit ganzheitlichem Entwurfsansatz

Den ersten Preis erhielt das Team der Technischen Universität Wien mit Simon Berger, Elias Walder und Emanuel Aigner für den Entwurf „Building Gateways“.

Nach Ansicht der Jury überzeugt das Projekt durch seinen starken ganzheitlichen Entwurfsansatz. Städtebaulich fügt sich das Gebäude sensibel zwischen Hängebrücke und Waldpark ein und schafft eine überzeugende Verbindung von Landschaft, Infrastruktur und Architektur. Besonders hervorgehoben wurde die klare Haltung des Entwurfs, der die Qualitäten des Ortes stärkt, ohne sich selbst in den Vordergrund zu stellen.

Auch der konsequente bauteilorientierte Ansatz überzeugte die Jury. Die vorhandenen Ressourcen werden gestalterisch und konstruktiv schlüssig eingesetzt und prägen die Identität des Gebäudes. Dadurch entsteht eine eigenständige Architektur, die Nachhaltigkeit, Funktionalität und gestalterische Qualität beispielhaft verbindet.

Universität Stuttgart erreicht Platz zwei

Der mit 1.500 Euro dotierte zweite Preis ging an Felix Thiemann, Christin Broghammer und Noah Holl von der Universität Stuttgart für ihren Entwurf „Riegelwerk“.

Die Jury lobte insbesondere die klar strukturierte Gesamtidee und den sensiblen Umgang mit der Landschaft. Das Gebäude integriert sich selbstverständlich in seine Umgebung und schafft durch sorgfältig entwickelte Blickbeziehungen attraktive Aufenthaltsbereiche sowie eine enge Verbindung zwischen Naturraum und Hängebrücke.

Positiv bewertet wurde außerdem der konsequente Umgang mit den vorhandenen Bauteilen. Diese bilden die Grundlage einer eigenständigen architektonischen Sprache und verbinden Nachhaltigkeit mit hoher gestalterischer Qualität.

Zwei dritte Plätze für Aachen und Stuttgart

Den dritten Platz erhielt das Team der Fachhochschule Aachen mit Lukas Laboga, Wim auf dem Graben und Muhammad Nugraha Iskandar für den Entwurf „92 Prozent“.

Die Jury würdigte die konzeptionelle Stärke sowie den konsequent verfolgten integralen Planungsansatz. Architektur, Konstruktion, Materialeinsatz und Gebäudetechnik greifen schlüssig ineinander. Besonders überzeugte die frühzeitige Einbindung der Gebäudetechnik, die die architektonische Idee sinnvoll unterstützt.

Den zweiten dritten Platz belegte das Team der Universität Stuttgart mit Julie Duncker, Alexandra Maria Meier, Serafin Lindau und Lukas Maucher. Ihr Entwurf „Re:Connected“ überzeugte durch seine hohe gestalterische Qualität und einen innovativen Umgang mit den vorhandenen Materialien. Der Entwurf entwickelt eine eigenständige architektonische Identität, schafft vielfältige Aufenthaltsqualitäten und integriert die wiederverwendeten Bauteile überzeugend in das Gesamtkonzept. Sorgfältig ausgearbeitete Detaillösungen unterstreichen zusätzlich die hohe Entwurfsqualität.

Quelle: UD/pm
 

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