Gesellschaft & Politik

Humanitäre Krise im Ostkongo verschärft sich

Fast zehn Millionen Menschen leiden in den von Ebola betroffenen Provinzen im Osten der Demokratischen Republik Kongo bereits unter akutem Hunger – nun breitet sich dort zusätzlich eine gefährliche Ebola-Variante aus, gegen die es keinen Impfstoff gibt. Die Welthungerhilfe warnt vor einer humanitären Katastrophe in den Provinzen Ituri, Nord-Kivu und Süd-Kivu, die bereits von bewaffneten Konflikten, Vertreibung und stark eingeschränktem humanitären Zugang geprägt sind.

17.06.2026

Humanitäre Krise im Ostkongo verschärft sich

„Die Menschen im Osten des Kongo kommen seit Jahren nicht zur Ruhe – erst Hunger, Krieg und Vertreibung, und nun auch noch Ebola“, warnt Ursula Langkamp, Landesdirektorin der Welthungerhilfe in der Demokratischen Republik Kongo. „Viele Menschen kämpfen schon jetzt ums tägliche Überleben. Sie wissen nicht, wie sie ihre Familien ernähren sollen und es gibt kaum noch Gesundheitszentren. Aufgrund der anhaltenden Kämpfe kommt Hilfe nur schwer in die Dörfer. Durch den gefährlichen Ebola-Ausbruch eskaliert die Lage“, so Langkamp.

Zusätzlich verschärfen Kürzungen internationaler Hilfsgelder und steigende Transportkosten die Lage. Nach Angaben der Welthungerhilfe-Teams vor Ort gibt es inzwischen Konfliktgebiete im Osten der DR Kongo, in denen keine humanitäre Hilfe mehr ankommt, obwohl sie dringend nötig wäre. Auch die Folgen des Iran-Kriegs treffen die Region hart. „Wenn gleichzeitig Hilfsgelder gekürzt werden, Preise für Lebensmittel und Transport massiv steigen und Grenzen geschlossen werden, geraten immer mehr Menschenleben in Gefahr“, unterstreicht Langkamp.

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Besonders alarmierend ist die Ausbreitung der Ebola-Epidemie in der Millionenstadt Goma und auch in Uganda wurden bestätigte Ebola-Fälle registriert. Die ugandische Regierung hat ihre Grenze zur DR Kongo vorübergehend geschlossen. Humanitäre Transporte sowie Lebensmittel- und Warenlieferungen dürfen zwar weiterhin passieren, stehen jedoch unter strengen Kontrollen. „Die Region ist vielerorts bereits am Limit – ohne schnelle Maßnahmen zur Eindämmung des Ausbruchs und eine Ausweitung der humanitären Hilfe droht eine Katastrophe in der Katastrophe“, sagt Langkamp. „Die Menschen brauchen endlich ein Ende der Kämpfe, damit mehr Hilfe in der Region möglich wird.“

Die Welthungerhilfe stellt zunächst 100.000 Euro aus ihrem Nothilfe-Fonds bereit für Präventions- und Hygienemaßnahmen wie Handwaschstationen, Hygiene-Kits und Aufklärungskampagnen. Gemeinsam mit Partnern wird ein EU-finanzierter Lufttransport mit Hygiene-Artikeln wie Seife, Desinfektionsmitteln und Schutzausrüstung aus einem UN-Hilfsgüterlager in Dubai vorbereitet.

Quelle: UD/pm
 

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