Gesellschaft & Politik

Ernährung unter Druck: FAO-Konferenz in Duschanbe fordert mehr Geld und mehr Zusammenarbeit

Klimaschocks, geopolitische Verwerfungen und steigende Lebensmittelpreise: Auf der 35. FAO-Regionalkonferenz für Europa und Zentralasien in Duschanbe haben Minister aus 53 Ländern die wachsende Fragilität der regionalen Ernährungssysteme diskutiert. FAO-Generaldirektor Qu Dongyu forderte kollektives Handeln und mehr Investitionen – und betonte: Die bisherigen Finanzmittel reichen bei Weitem nicht aus.

29.06.2026

Ernährung unter Druck: FAO-Konferenz in Duschanbe fordert mehr Geld und mehr Zusammenarbeit

Tajikistans Hauptstadt Duschanbe war jetzt Schauplatz der 35. Sitzung der FAO-Regionalkonferenz für Europa (ERC35), dem höchsten FAO-Lenkungsorgan für Europa und Zentralasien. Unter dem Leitthema „Uniting for Sustainability“ versammelten sich hochrangige Delegierte, um die drängendsten Herausforderungen für Agrar- und Ernährungssysteme der Region zu beraten – und Prioritäten für die kommende Zweijahresperiode zu setzen.

FAO-Generaldirektor Qu Dongyu benannte zwei dringende Handlungsfelder: die Stärkung der Resilienz von Ernährungssystemen und die Sicherung ausreichender Finanzierung dafür. „Frieden und Stabilität sind Voraussetzungen für Ernährungssicherheit, und das Recht auf Nahrung ist ein grundlegendes Menschenrecht“, sagte er und verwies auf den jüngst bekräftigten Beschluss des FAO-Rates, alles zu tun, um den Einfluss von Konflikten auf vulnerable Bevölkerungen zu mindern. Die aktuelle Lage im Nahen Osten treibe die Nahrungsmittel- und Vorleistungskosten in der Region weiter in die Höhe – ein nachhallender Effekt nach den massiven Preissteigerungen infolge des Ukraine-Krieges 2022.

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Die Dimension des Problems ist erheblich: Europa und Zentralasien erwärmen sich laut Projektionen mit etwa doppelter Geschwindigkeit gegenüber dem globalen Durchschnitt. Dürren, Überschwemmungen, Waldbrände und Hitzestress für die Landwirtschaft nehmen zu. Mehr als 90 Millionen Hektar Land in der Region gelten als degradiert. Seit 2015 flossen rund 21,4 Milliarden Dollar an Entwicklungsfinanzierung in die Agrar- und Ernährungssysteme der Region. „Doch sie bleiben weit unter dem, was notwendig wäre“, sagte Qu. Angesichts enger öffentlicher Budgets und begrenzter privater Kapitalflüsse – besonders für kleine und mittlere Unternehmen – brauche es gemeinsames Handeln von Regierungen, Entwicklungsbanken und dem Privatsektor.

Ein besonderes Augenmerk legte die Konferenz auf Zentralasien als potenzielle globale Kornkammer. In einem parallel laufenden Ministerinvestitionsdialog diskutierten Delegierte, wie die Region ihre Weizenwertschöpfungskette ausbauen und zu einem klimaresilienten Getreidehub für regionale und globale Märkte werden kann. Qu sieht dort „außerordentliches Potenzial“ – vorausgesetzt, drei Kräfte greifen ineinander: Jugend, Wissenschaft und Investitionen. Dazu lief begleitend die GENERATION YSInvest-Ausstellung, die Bäuerinnen, Innovatoren, Jugendliche und Investoren zusammenbrachte, um Lösungen vom Pilotprojekt zur skalierbaren Umsetzung zu begleiten.

Quelle: UD
 

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