Regulatorik

Twin Transition im Mittelstand: „Transparenz ist der Hebel für Transformation“

Digitalisierung und Nachhaltigkeit wachsen im Mittelstand immer stärker zusammen. Lou Kaiser von der EUPD Group erklärt, warum verlässliche Daten dabei zum entscheidenden Hebel werden – und wie Transparenz Unternehmen bei der Transformation und im Wettbewerb stärken kann.

29.09.2026

Twin Transition im Mittelstand: „Transparenz ist der Hebel für Transformation“
Panel-Diskussion während der European Sustainability Week 2025 im Steigenberger Icon Grandhotel und Spa Petersberg.

Der Spagat zwischen Digitalisierung und Nachhaltigkeit

Bei den jüngsten Debatten zur Wettbewerbsfähigkeit stand der Mittelstand stark im Fokus. Wie erleben Sie derzeit die Umsetzung der Twin Transition?

Lou Kaiser: Wir erleben einen fundamentalen Wandel in der Gewichtung bewährter Erfolgsfaktoren: Wettbewerbsfähigkeit bemisst sich heute mehr denn je an Resilienz, Anpassungsfähigkeit und Kooperation. Für kleine und mittelständische Unternehmen (KMUs) ist die doppelte Transformation kein Luxus, sondern eine Überlebensfrage. Doch die Realität hinkt unserer Erfahrung nach nach dem Anspruch hinterher. Laut dem Eurostat ICT Usage in Enterprises Survey nutzen derzeit weniger als 25 % der kleineren Unternehmen fortgeschrittene digitale Lösungen wie Cloud-Computing oder Enterprise Resource Planning (ERP) und weniger als 15 % setzen auf Customer-Relationship-Management.

Ohne digitale Basis ist kein fundiertes und transparentes Nachhaltigkeitscontrolling möglich. Wer CO₂-Emissionen (Scope 1 und 2) oder Lieferkettendaten nicht digital erfasst, verliert in globalen Wertschöpfungsketten den Anschluss. Beide Megatrends – Digitalisierung und Nachhaltigkeit – verschmelzen zunehmend.

Lou Kaiser, Head of ESG, EUPD Research Sustainable Management GmbH.
Lou Kaiser, Head of ESG, EUPD Research Sustainable Management GmbH.

Regulierung als strategischer Hebel statt bürokratisches Übel

Viele KMUs fühlen sich von der Flut an Nachhaltigkeitsregulierungen wie der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) erdrückt. Wie kann daraus eine echte strategische Chance entstehen?

Kaiser: Regulierung erzwingt eine operative Klarheit, die im hektischen Geschäftsalltag oft untergeht. Wer Compliance strategisch begreift, erzielt messbar bessere Ergebnisse und das ist inzwischen mehrfach wissenschaftlich bewiesen.

Eine bemerkenswerte Studie von Putri et al. in Sustainable Futures aus dem Jahr 2025 zeigt über das Framework der „Green Dynamic Capabilities“, dass Unternehmen, die Nachhaltigkeitstrends proaktiv wahrnehmen (Sensing), Ressourcen mobilisieren (Seizing) und ihre Geschäftsmodelle transformieren (Transforming), eine signifikante Marktüberlegenheit erlangen. Gleichzeitig belegen empirische Untersuchungen von Budiarto et al. aus 2024, dass die Verzahnung von Digitalisierung und der kreativen Kraft der Mitarbeitenden den Weg zur langfristigen Resilienz und Nachhaltigkeit drastisch beschleunigt. Transparente Daten schaffen Vertrauen und Vertrauen kann heute einen erheblichen Wettbewerbsvorteil bedeuten.

Der Transparency Award ESG Reporting: Transparenz messbar machen

Wie unterstützt die EUPD Group Unternehmen dabei, diese Qualitäten sichtbar zu machen und sich im Dschungel der Berichterstattung zurechtzufinden?

Kaiser: Als ein seit dem Jahr 2000 in Bonn verankertes, unabhängiges Marktforschungsunternehmen schaffen wir Orientierung. Basierend auf der Verbindung von Daten, Strategie und operativer Umsetzung unterstützen wir Organisationen und Institutionen mit primärdatenbasierten Analysen, strategischem Advisory und Zertifizierungen. Unser Transparency Award ESG Reporting basiert auf dem Transparency Evaluation Standard (ESG Reporting) mit über 350 Kriterien in fünf Evaluierungsclustern. Wir bewerten, wie berichtet wird.

Die Auswertung der nichtfinanziellen Berichte erfolgt über eine KI-gestützte semantische Inhaltsanalyse mittels modernster Natural Language Processing- und Retrieval-Augmented Generation-Technologien. Diese technologische Exzellenz wird durch eine manuelle Expert*innenvalidierung unserer ESG-Analyst*innen, um absolute Validität zu garantieren. Unternehmen erhalten so einen objektiven Benchmark (Klassifizierung in Development, Advanced oder Excellence) und eine präzise Gap-Analyse zur Schließung ihrer Berichterstattungslücken.

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Die Brücke zur European Sustainability Week (ESW) 2026

Wie schließt sich der Kreis zur European Sustainability Week?

LK: Die Verbindung ist organisch. Die drängenden Fragen zu Wettbewerbsfähigkeit, Lieferkettensicherheit und Transformation führen wir auf der European Sustainability Week 2026 (23.-25. November 2026, Königswinter/Bonn) zusammen. Die drei thematisch ausgerichteten Foren decken das gesamte Spektrum ab:

Environmental Forum: Blickt auf die Skalierbarkeit grüner Technologien für die Energiewende.
ESG Summit: Bringt Entscheiderinnen und Entscheider aus Wirtschaft, Finanzen und Regulierung zusammen. Ein Höhepunkt ist die Verleihung des Transparency Award ESG Reporting 2026 an die „Leading Companies“.

Social Forum: Widmet sich ganz der sozialen Dimension – von der Mitarbeitergesundheit bis zum gesellschaftlichen Impact.
Unser Ziel ist es, Lösungen greifbar zu machen. Transparenz ist kein reines Compliance-Thema, sondern das schärfste Steuerungsinstrument der modernen Wirtschaft.

Quelle: UD

Redaktioneller Hinweis zur Transparenz: In unserer redaktionellen Arbeit nutzen wir KI-gestützte Werkzeuge – unter anderem für Recherche, Texterstellung, Lektorat, SEO-Optimierung, Zusammenfassungen, Übersetzungen und Social-Media-Beiträge. Die redaktionelle Verantwortung für alle Inhalte liegt bei UmweltDialog. Bei eingereichten Gastbeiträgen kann KI ebenfalls zum Einsatz gekommen sein.

 

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