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Regionale Waldstrategien als Ausweg aus EUDR-Bürokratie?

Die EU-Entwaldungsverordnung (EUDR) verpflichtet Unternehmen, die mit waldbasierten Rohstoffen wie Holz, Papier oder Kautschuk handeln oder diese verarbeiten, zu strengeren Nachweispflichten über die entwaldungsfreie Herkunft der verwendeten Rohstoffe. Sie tritt Ende 2026 beziehungsweise für Kleinst- und Kleinunternehmen Mitte 2027 in Kraft. Eine Alternative ist Holz aus heimischer Produktion. NRW legt deshalb eine neue Waldstrategie vor.

01.06.2026

Regionale Waldstrategien als Ausweg aus EUDR-Bürokratie?

Für mittlere und große Unternehmen gelten die Vorgaben der EU-Entwaldungsverordnung ab dem 31.12.2026 – bis dahin verbleiben noch rund sieben Monate. Nach der erneuten Verschiebung Ende 2025 ist das Thema vielerorts in den Hintergrund gerückt.

„Die EUDR ist ein wichtiger Schritt, um illegale Abholzung zu bekämpfen und Waldschädigungen entgegenzuwirken“, meint Astrid Schnell, Product Line Managerin Nachhaltigkeit bei TÜV SÜD. „Eine transparente Lieferkette und das Sammeln von Daten, wie beispielsweise von Geolokalisierungsdaten, sind für Unternehmen wichtig, um die EUDR-Verpflichtungen zu erfüllen.“

Die EUDR zielt auf die weltweite Bekämpfung der Entwaldung ab. Damit ist sie ein zentrales Element der Nachhaltigkeitsstrategie der Europäischen Union. Künftig sollen nur noch entwaldungsfreie Produkte in die EU gelangen beziehungsweise von dort exportiert werden. Die Verordnung verpflichtet Unternehmen unter anderem dazu, nachzuweisen, dass betroffene Produkte aus legalen Quellen stammen, das heißt, dass sie den Rechtsvorschriften im Erzeugerland entsprechen. Zudem müssen sie nachweisen, dass die eingesetzten Rohstoffe nicht von Flächen stammen, die nach dem 31.12.2020 entwaldet wurden.

Die EUDR gilt für eine Reihe von Rohstoffen und Produkten, darunter solche auf Holz-, Papier- oder Kautschukbasis sowie aus Soja, Rindfleisch und Palmöl. Betroffen sind Marktteilnehmer, die solche Rohstoffe oder Produkte in den EU-Markt bringen oder ausführen, sowie Händler, die daraus gewerblich Erzeugnisse bereitstellen. Ab einer bestimmten Unternehmensgröße müssen sie mittels einer Sorgfaltserklärung nachweisen, dass sie die Vorgaben der EUDR erfüllen. Bei Verstößen drohen empfindliche Strafen.

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Heimisches Holz statt unklare Lieferketten

„Holz aus regionaler Waldwirtschaft ist der Schlüssel für die nachhaltige Transformation unserer Gesellschaft“, erklärt Julia Möbus, Geschäftsführerin des Deutschen Säge- und Holzindustrie Bundesverbands (DeSH). Mit über 190.000 Beschäftigten und einem Jahresumsatz von mehr als 40 Milliarden Euro ist das Cluster Forst und Holz ein zentraler Wirtschaftspfeiler in Nordrhein-Westfalen. Damit dieser Sektor seine Funktion als Klimaschützer und Arbeitgeber weiterhin erfüllen kann, muss die Verfügbarkeit des Rohstoffs langfristig gesichert werden.

Klimaschutz braucht Holznutzung statt Stilllegung

Der DeSH begrüßt ausdrücklich, dass die Waldstrategie des Landes die Waldbewirtschaftung und die Verwendung von Holzprodukten als langfristige CO2-Senken anerkennt. Um den CO2-Ausstoß und damit auch die Klimafolgen für den Wald zu senken, appelliert der Verband, den Beitrag von Waldbewirtschaftung und Holzverwendung zum Klimaschutz mit höchster Priorität einzustufen. Die stoffliche Nutzung von Holz ist als Ersatz für CO2-intensive, fossile Baustoffe unverzichtbar und damit auch für den Erhalt der Wälder der Zukunft.

Kritisch betrachtet die Säge- und Holzindustrie daher Bestrebungen, die Bewirtschaftung der Wälder weiter einzuschränken. Programme zur Totholzanreicherung (wie das Xylobius-Programm) oder Honorierungen für den Verzicht auf Holznutzung bergen die Gefahr, den notwendigen Aufbau klimastabiler Wälder auszubremsen und die ohnehin angespannte Rohstofflage durch die massiven Waldschäden der vergangenen Jahre massiv zu verschärfen. Der DeSH spricht sich daher klar gegen politische Pläne zur Flächenstilllegung aus. Diese seien der falsche Weg: Nur ein aktiv bewirtschafteter Wald könne zu einem klimastabilen Mischwald entwickelt werden, der langfristig Rohstoffe liefert. Der Verband plädiert stattdessen für integrative Ansätze, die Naturschutz und forstwirtschaftliche Nutzung effektiv vereinen.

Forderungen für einen starken Standort NRW

Um Wälder und Wirtschaftsstandort in Nordrhein-Westfalen langfristig zu sichern, fordert der DeSH ein frühzeitig ansetzendes Kalamitätsmanagement, das gemeinsam mit der Industrie verlässliche Lagerkapazitäten aufbaut. Um einer drohenden Rohstoffknappheit entgegenzuwirken, plädiert der Verband außerdem für eine stärkere Aktivierung des Privatwaldes durch gezielte Beratung – statt durch Anreize für Stilllegungsflächen, die aus seiner Sicht falsche Signale setzen. Darüber hinaus setzt sich die Branche für eine landesweite Holzbau-Offensive sowie für den konsequenten Abbau baurechtlicher Hürden ein, um Holz als nachhaltigen Baustoff und effektiven Klimaschützer besser zu nutzen.

Zugleich richtet der DeSH einen Appell an die Landesregierung, die Sicherung der Rohstoffbasis nicht lediglich als „mittel“, sondern als „sehr dringlich“ zu bewerten. Eine verlässliche Versorgung der heimischen Betriebe sei entscheidend, damit Nordrhein-Westfalen wirtschaftlich stark bleibt und seine Klimaziele erreichen kann.

Quelle: UD/pm
 

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