Regulatorik

25 Billionen Euro Verlust pro Jahr laut Circularity Gap Report 2026

Auf jeden Euro wirtschaftlicher Wertschöpfung kommt ein verlorener Euro – so lautet die zentrale Botschaft des Circularity Gap Reports 2026. Das von Circle Economy und Deloitte veröffentlichte Standardwerk der Kreislaufwirtschaft führt erstmals das Konzept des „Value Gap“ ein: vermeidbare Wertverluste durch lineare Wirtschaftsweise, die das globale BIP um rund 31 Prozent schmälern. Eine Zahl mit erheblicher politischer Sprengkraft.

09.06.2026

25 Billionen Euro Verlust pro Jahr laut Circularity Gap Report 2026

Seit 1970 hat sich der globale Rohstoffverbrauch verdreifacht. Menschengemachte Materialien überwiegen inzwischen die gesamte lebende Biomasse. Doch die wirtschaftliche Rendite dieser Ressourcenintensität stagniert – die globale Ressourcenproduktivität, also der wirtschaftliche Output je eingesetzter Materialeinheit, hat sich im letzten Jahrzehnt kaum verbessert. Genau hier setzt der Circularity Gap Report 2026 an, der am 16. April veröffentlicht wurde.

Die Kernbotschaft ist ernüchternd: Jährlich gehen schätzungsweise 25,4 Billionen Euro an wirtschaftlichem Wert verloren – durch ineffiziente Materialverarbeitung, Energie- und Lebensmittelverschwendung, End-of-Life-Verluste und den vorzeitigen Verfall von Infrastruktur, Maschinen und Gebäuden. Verglichen mit einem globalen BIP von 82,6 Billionen Euro bedeutet das: Auf jeden 3 Euro Wertschöpfung kommt 1 Euro Wertverlust. Den Autoren zufolge sind diese Verluste struktureller Natur – kein marginales Effizienzproblem, sondern systemische Folge einer Take-make-waste-Ökonomie.

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Das Neue am Report 2026 ist die Einführung des „Value Gap“ als eigenständige Messgröße. Gängige Wirtschaftsindikatoren wie das BIP bilden diese Verluste nicht ab – sie blenden Ressourcenabbau, Verschwendung, Unterlastung von Kapital und externe Kosten für Umwelt und Gesellschaft systematisch aus. „Als Ergebnis“, schlussfolgern die Autoren, „bleibt struktureller Wertverlust in wirtschaftlichen Entscheidungsprozessen weitgehend unsichtbar.“ Fünf Verlustpfade werden identifiziert: Verarbeitungsverluste, Energieverluste, Lebensmittelverschwendung, End-of-Life-Abfälle sowie vorzeitiger Kapitalverfall.

Die Schlussfolgerung ist klar: Kreislaufwirtschaft ist kein Öko-Bonus-Thema, sondern eine wirtschaftliche Kernstrategie. Das Schließen des Value Gap würde nicht nur Ressourcen schonen, sondern Billionen an realem wirtschaftlichem Wert zurückgewinnen – für Unternehmen ebenso wie für Volkswirtschaften. Dazu braucht es nach Einschätzung der Autoren koordiniertes Handeln entlang gesamter Wertschöpfungsketten, bessere Messstandards und politische Rahmenbedingungen, die Kreislauffähigkeit belohnen statt Linearität subventionieren.

Für politische Entscheidungsträger hat der Report eine klare Implikation: Wer das BIP als alleinigen Erfolgsmaßstab verwendet, rechnet sich reicher als er ist. Der Value Gap macht sichtbar, was das Wachstumsmodell der Vergangenheit systematisch ignoriert hat. Und er liefert erstmals eine belastbare Zahl dafür – groß genug, um in jeder Wachstumsdebatte zu landen.

Quelle: UD
 

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