Wassermangel setzt Chinas Wirtschaft unter Druck
Der Mangel an Wasser wird für die chinesische Volkswirtschaft zunehmend zu einem ernsten Problem. Die Leidtragenden sind dabei die einfachen Leute. Sie werden dazu gezwungen, ihre wasserarmen Heimatregionen zu verlassen und ihre Zelte woanders aufzuschlagen. Diese unzähligen persönlichen Schicksale sind angesichts der großen Wachstumsraten in Vergessenheit geraten, werden nun allerdings immer präsenter. Pro Kopf beträgt der Wasseranteil in China gerade einmal ein Viertel des weltweiten Durchschnitts.
03.06.2013
Der Mangel ist zurückzuführen auf den Wachstumskurs, den das Land seit geraumer Zeit fährt. Die Menschen zogen in die Städte, wurden wohlhabender, konsumierten wasserintensive Nahrungsmittel und verwenden mehr Wasser im eigenen Haushalt. Experten rechnen damit, dass bis 2030 über 30 Mio. Menschen vom Land in die Stadt ziehen werden. Der Klimawandel trägt sein Übriges dazu bei.
Süden versorgt Norden
Doch die Knappheit ist nicht das einzige Problem. "Auch an Orten, wo es Wasser gibt, ist es so verschmutzt, dass man nicht mehr nutzen kann", erklärt Xia Jun, Direktor des Zentrums für Wasserforschung an der chinesischen Akademie für Sozialwissenschaften . 39 Prozent des Wassers der größten Flüsse Chinas sind so giftig, dass die Bevölkerung damit nicht in Kontakt treten sollte.
Die hohe Politik hat das Problem des verschmutzten Wassers mittlerweile erkannt und scharfe Richtlinien vorgegeben. Hemmschuh bleibt allerdings die weitverbreitete Korruption unter Parteifunktionären und Unternehmern. Die Bereitstellung von Energie und die Verfügbarkeit von Wasser sind eng miteinander verknüpft. Die Menge an Wasser an einem bestimmten Standort beeinflusst das Potenzial beim Erzeugen von Energie. Baupläne für neue Atomreaktoren auf Inseln wurden deshalb auf Eis gelegt. Gegenwärtig fließen 41 Mrd. Dollar in den Bau einer Pipeline, die Wasser von Süd nach Nord transportieren soll. Allein zu diesem Zweck wurden 300.000 Menschen umgesiedelt.
Quelle: UD / pte
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