Nachhaltigkeit nein danke - Amerikaner wollen eigenständig sein
US-Amerikaner haben kein Gemeinschaftsgefühl und handeln eigennützig. Zu dieser Erkenntnis ist eine aktuelle Untersuchung der Stanford University gekommen, die betont, dass diese Kultur den Wunsch nach Unabhängigkeit hegt und sich das auch in ihrem Handeln auswirkt. Zwar unterstützt die Bevölkerung die Theorie der gemeinschaftlichen Arbeit - das Denken und die Sorge um Andere wirkt sich auf die Praxis jedoch nur gering aus, betonen die Forscher.
13.02.2013
"Ich würde nicht von 'selbstsüchtig' reden, denn dieses Wort ist negativ konnotiert. Vielmehr sind die US-Amerikaner selbstständig, was auf dem Individualismus beruht", erläutert Andreas Leisner, Universitätsassistent für Amerikastudien der Universität Innsbruck. Dieser Individualismus lässt sich historisch weit zurückverfolgen, wobei die Puritaner als Wegbereiter gesehen werden können.
Gegen Abhängigkeit vom Staat
"Die Puritaner waren streng religiös und haben an die Prädestinationslehre, also daran geglaubt, dass es ihnen vorbestimmt war, in die Hölle oder den Himmel zu kommen", sagt er. Aus diesem Grund beschäftigten sie sich mit sich selbst und schrieben ihre eigenen spirituellen Autobiographien, um herauszufinden, ob sie errettet werden. Dies waren die Anfänge für die Auseinandersetzung mit dem Individuum.
Benjamin Franklin hat später diese religiöse Selbstständigkeit in seiner Autobiographie in eine ökonomische Richtung gelenkt und eröffnet, wie der Mensch selbst pragmatisch zu seinem Erfolg kommen kann. "Abhängigkeit steht im Widerspruch zu dieser Philosophie des Individualismus, was sich vor allem dann bemerkbar macht, wenn der Staat Eingriffe in diese Selbstbestimmung vornimmt, wie zuletzt etwa bei der Debatte ums Gesundheitssystem", schließt Leisner ab.
Quelle: UD / pte
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