Nigeria kämpft mit Öldieben
Nigeria muss in Folge von vermehrtem Öldiebstahl empfindliche wirtschaftliche Verluste in Milliardenhöhe hinnehmen. Wie Mutiu Sumonu, Managing Director bei der Shell Petroleum Development Company Nigeria, kürzlich im Rahmen einer öffentlichen Anhörung vor dem Abgeordnetenhaus wissen ließ, gehen dem afrikanischen Land mit seinen reichen Erdölvorkommen pro Jahr knapp fünf Mrd. Dollar (rund vier Mrd. Euro) durch dreiste Öldiebe durch die Lappen. Das entspricht der unglaublichen Menge von 150.000 Barrel Öl, die tagtäglich über illegale Kanäle abgezweigt werden, so der Shell-Manager.
03.07.2012
Organisiertes Verbrechen
Der Aussage von Sumonu zufolge hat sich die Tätigkeit der illegalen Ölabzweigung und -speicherung in jüngster Zeit zu einem sehr lukrativen Geschäftszweig entwickelt, der zunehmend von professionell agierenden Organisationen geplant und durchgeführt wird. Das Problem verschärfe sich zusätzlich noch dadurch, dass auch immer öfter Mitarbeiter von Ölkonzernen in die kriminellen Machenschaften verwickelt sein sollen, ergänzt der Shell-Manager laut dem nigerianischen News-Portal PM News.
Um dem kriminellen Treiben ein Ende zu setzen, sei vor allem ein stärkeres politisches Engagement erforderlich. "Das Problem kann nur angegangen werden, wenn alle Stakeholder, die in diesen Prozess mit eingebunden sind, den nötigen Kampfgeist zeigen", ist Sumonu überzeugt. "Die Regierung Nigerias versucht schon seit Jahren, eine Gesetzgebung an den Start zu bringen, die mit illegalen Praktiken aufräumt. Bisher waren jedoch alle Versuche zum Scheitern verurteilt", bestätigt der Experte. Er schließt sich der Forderung des Shell-Mangers an: "Hier ist eindeutig die Politik gefordert."
Mehr als 300 Öldiebe verhaftet
"Die Aktivitäten der Öldiebe gefährden sowohl die nationale Sicherheit als auch die Umwelt", stellte Aminu Tambuwal, Sprecher des nigerianischen Abgeordnetenhauses, bei der Anhörung klar. Die Nationalversammlung sei sich der dramatischen Lage durchaus bewusst und bereit, sich der enormen Herausforderung des Öldiebstahls zu stellen, ergänzt der Politiker. Es gebe sogar bereits einige Erfolge zu verzeichnen. So sollen inzwischen insgesamt 300 Nigerianer und 15 Ghanaer als Öldiebe überführt und verhaftet worden sein.
Quelle: UD / pte
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