Straßenbau zerstört Amazonas
Der Straßenbau und daraus entstehende Landspekulationen im kleinen Stil gehören zu den Hauptschuldigen daran, dass die Rodung des Amazonas-Regenwaldes weiter anhält. Das berichten Forscher vom Institut für den Schutz und die nachhaltige Entwicklung des Amazonas (IDESAM) in der Zeitschrift "Ecology and Society". "Straßenbau gehört nachweislich noch immer zu den wichtigsten Gründen dafür, dass der Regenwald weiter zerstört wird", so Studienautor Gabriel Carrero.
10.08.2011
Die Landwirtschaft und Viehzucht auf den gerodeten Gebieten liefert für das Überleben zu wenig. Mindestens jede dritte Familie hat sich darauf spezialisiert, unberührte Urwaldgebiete, die offiziell noch keinen Besitzer haben, zu besetzen und zu roden. Nach einigen Jahren ziehen sie weiter, nachdem sie das Terrain zu einem hohen Preis an Großgrundbesitzer verkauft haben. Diese sind meist Großbauern, die Ländereien in Brasilien und Paraguay verkaufen, um in Amazonien große, zusammenhängende Gebiete zu erwerben.
Den Familien von Apui kann man keine Schuld geben, betont Carrero. "Sie kämpfen nur um die Besserung ihrer ohnehin bescheidenen Lebensbedingungen. Vielmehr ermöglichen es die Gesetze Brasiliens, Landtitel durch die Besetzung von Niemandsland im Urwald zu erhalten. Das leistet Spekulationen Vorschub." Treibender Faktor sei insbesondere auch der Straßenbau, zumal die Rodung von Wäldern entlang neuer Routen besonders viel Gewinn bringt.
Dass Infrastruktur-Errichtungen wie Straßen oder der geplante Megastaudamm Belo Monte das Überleben des Amazonas-Regenwaldes ernsthaft bedrohen, wird auch Erwin Kräutler, Träger des Alternativen Nobelpreises, nicht müde zu betonen. Der Preis für den Verlust ist hoch: Grünpflanzen und Bäume binden weltweit ein Drittel der Menge des Treibhausgases, die jährlich durch die Verbrennung fossiler Treibstoffe entsteht - derzeit 2,9 Mrd. Tonnen CO2, berichten Forscher in der Zeitschrift "Science".
Quelle: UD / pte
Redaktioneller Hinweis zur Transparenz: In unserer redaktionellen Arbeit nutzen wir KI-gestützte Werkzeuge – unter anderem für Recherche, Texterstellung, Lektorat, SEO-Optimierung, Zusammenfassungen, Übersetzungen und Social-Media-Beiträge. Die redaktionelle Verantwortung für alle Inhalte liegt bei UmweltDialog. Bei eingereichten Gastbeiträgen kann KI ebenfalls zum Einsatz gekommen sein.