Garnelen verschlimmern Krise in Madagaskar
Meeresfrüchte aus Madagaskar - allen voran Garnelen - landen oft auf europäischen Tellern. Die Exporte sind jedoch nicht nur ein Segen für die viertgrößte Insel der Welt, sondern verschärfen den Hunger, von dem in dem völlig verarmten Land zwei Drittel der Bevölkerung betroffen sind. Die politische Krise des Landes könnte sich dadurch verschlimmern, warnen Forscher der University of British Columbia und der NGO Blue Ventures in der Fachzeitschrift „Marine Policy".
30.06.2011
Die Exporte kommen Madagaskar nur kurzfristig zugute, betont der Forscher. Langfristig steigern sie den Marktdruck derart, dass der Bestand aufgrund der Überfischung abnimmt, was die Ernährungssicherheit des Landes gefährdet. Etwa von der Garnele als ökonomisch wichtigstes Meerestier fing man 2000 noch 12.000 Tonnen pro Jahr, während es 2008 nur mehr 5.000 Tonnen waren. Gleiches gilt für Tiere, die vorwiegend nach Asien exportiert werden - allen voran Haie, die auch deutlich an Größe und Artenvielfalt abnahmen, sowie wirbellose Tiere wie etwa die Seegurke.
Dass die Situation kaum in den Griff zu bekommen ist, hängt für den Forscher mit fehlendem Monitor-System zusammen. „Sieht man von der Garnelenfischerei ab, wird in Madagaskar großteils sogar bei den kommerziell wichtigen Produkten im kleinen Maßstab gefischt. Es gibt über 100.000 kleine Fischer auf der Insel, deren Tätigkeit kaum zu überwachen ist.“ Zusätzlich besteht auch das globale Problem der illegalen Fischerei im großen Stil, da Fangflotten aus dem Ausland häufig Tunfisch ohne Lizenz oder außerhalb der Quoten fangen. „Zwar gibt es hier Abkommen mit der EU und Japan, doch die Überwachung ist schlecht“, so Le Manach.
Quelle: UD / pte
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