Umfeld bestimmt gesellschaftliche Normen
Ein internationales Forscherteam hat untersucht, warum manche Gesellschaften toleranter sind als andere. „Beispielsweise ist das Essen im Freien oder das Lachen im Freien in vielen Kulturen tabuisiert", sagt Manfred Schmitt, Professor für Persönlichkeitspsychologie an der Universität Koblenz-Landau, im Gespräch. Das toleranteste der 33 untersuchten Länder ist die Ukraine. Das strengste Land ist Pakistan.
28.06.2011
Der Grad an Toleranz oder Strenge wird mit der Zeit Bestandteil einer Kultur. Die Vermittlung der Normen geht über die Erziehung, die Schule oder eine Religion auf nachfolgende Generationen über. Schließlich schlägt sich die Norm in der individuellen Psyche nieder. „Das Entwickeln von Normen ist ein träger Prozess, der sich über mehrere Generationen nicht verändert", sagt Schmitt.
Dennoch könne es zu Verschiebungen aufgrund von gravierenden Anlässen kommen. Wie etwa in den USA, wo nach den Terroranschlägen vom 11. September das Bedürfnis nach Sicherheit und somit der Ruf nach strengeren Regeln und Sicherheitsvorkehrungen lauter wurde. Die Forscher hatten das Ziel, zu verstehen, was sich hinter toleranten und strengen Gesellschaften verbirgt. „Dies Wissen kann interkulturelles Verständnis fördern und dazu beitragen, dass wir weniger wertend anderen Kulturen gegenüber sind", so Schmitt.
Quelle: UD / pte
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