Anti-Strohdach-Kampagne: Ruanda bekennt Einsatz von Zwang
„Manchmal setzen wir ein wenig Zwang ein“, gab jetzt ein Verantwortlicher für Ruandas Regierungsprogramm gegen Strohdächer zu. Bei der heftig kritisierten Maßnahme sollen bis Ende Mai alle Strohdächer im Land abgeschafft werden. Das Geständnis folgte einem Aufruf zum Onlineprotest von Survival International, an dem sich hunderte Twitter-Nutzer beteiligten. Zusammen mit Survival verurteilten sie die Zerstörung von Häusern der Batwa-Pygmäen, durch die viele der Indigenen obdachlos geworden sind.
06.06.2011
Ein Angehöriger der Batwa, dessen Haus zerstört wurde und der nun zusammengepfercht mit zehn weiteren Familien lebt, sagte vergangene Woche: „Es ist ein katastrophales Leben. Es ähnelt dem eines Flüchtlings.“ Der UN-Ausschuss gegen Rassendiskriminierung forderte die Regierung letzten Monat auf, „den Zugang der Batwa zu angemessen Unterkünften zu unterstützen, insbesondere indem Zwangsvertreibungen, ohne das Angebot einer alternativen Unterkunft, vermieden werden.“
Obwohl einige Batwa-Familien inzwischen neue Häuser bezogen haben, warten immer noch viele ohne Dach über dem Kopf auf Unterstützung, sagt COPORWA, Ruandas Batwa-Organisation. Die Batwa in Ruanda sehen sich im Alltag immer noch Diskriminierung und Rassismus gegenüber. Die meisten leben unter ärmlichen Verhältnissen als Lohnarbeiter oder Töpfer. Viele wurden aus ihrer Heimat in den Wäldern vertrieben, um Platz für menschenleere Nationalparks zu schaffen.
Quelle: UD / pm
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