Der Jordan versiegt
Die Umweltverbände Friends of the Earth Middle East (FoEME), Global Nature Fund (GNF) und BUND, stellten in Köln gemeinsame Forderungen zum Schutz des Jordans und des Toten Meeres vor: "Die Anrainer müssen schnell handeln", so FoEME Geschäftsführer Gidon Bromberg aus Israel, "sonst trocknet der Jordan innerhalb weniger Jahre aus".
09.06.2005
75% des Jordanwassers wird von der Landwirtschaft - insbesondere in Israel und Jordanien - genutzt. Ökologisch und ökonomisch ist dies aus Sicht von Umweltschützern nicht sinnvoll, da der Beitrag dieses Sektors nur 8 % des Bruttosozialprodukts in Jordanien und nur 3% in Israel ausmacht.
Der Jordan ist in den Sommermonaten der vergangenen Jahre fast ausgetrocknet. "Ironischerweise sind es ungeklärte Abwasser, die den heiligen Fluss weiter fließen lassen", so Munqeth Meyhar, jordanischer Geschäftsführer von FoEME.
Die NGO fordert in einer "Jordan-Deklaration" die Anrainer auf, die ökologischen Probleme anzugehen und den Fluss unter das Regime einer gemeinsamen Behörde ähnlich der Rheinkommission zu stellen. Zudem sollen Jordan und Totes Meer als Welterbestätte der UNESCO vorgeschlagen werden. Anstatt weiterhin die Übernutzung der Wasserreserven durch die Landwirtschaft zu fördern, soll das touristische Potential der Region ausgebaut werden, um alternative Einkommensquellen zu schaffen. "In eine gerechte und langfristig tragfähige Lösung für das Wasserproblem müssen die Palästinenser als gleichberechtigter Verhandlungspartner einbezogen werden" so Nader Al Khateeb vom FoEME-Büro in Bethlehem.
Quelle: UD
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