Greenpeace befürchtet 200 Millionen Klimaflüchtlinge bis 2040
200 Millionen Klimaflüchtlinge drohen weltweit in den nächsten 30 Jahren, wenn sich der menschengemachte Klimawandel so wie bisher fortsetzt. Das belegt die Studie "Klimaflüchtlinge", die Greenpeace jetzt anlässlich des UN-Weltflüchtlingstages vorstellte. Aufgrund der globalen Klimaerwärmung verschlechtern sich die Lebensbedingungen für Hunderte Millionen Menschen insbesondere in den ärmsten Ländern der Welt so dramatisch, dass sie gezwungen sein werden, ihre Heimat zu verlassen um zu überleben, heißt es darin.
21.06.2007
Überall dort, wo die Armut groß und die Anpassungsfähigkeit gering ist, werde die Klimaveränderung wie ein Katalysator den Wassermangel, Hunger, die Destabilisierung und gewalttätige Konflikte noch verschärfen. Aufgrund des steigenden Meeresspiegels und der zunehmenden Überschwemmungen drohe ganze Landstriche und Staaten dauerhaft in den Wassermassen zu versinken.
"Das Thema Klimaflüchtlinge weist in unerträglicher Form auf eine doppelte Ungerechtigkeit hin", erklärt Böhling. "Während die Ärmsten dieser Welt, die an der Klimaveränderung unschuldig sind, als Erste heftig durch die Erwärmung getroffen werden, verleugnen die Industriestaaten als Hauptverursacher bisher die Existenz der Klimaflüchtlinge und schotten sich mit geltendem Flüchtlingsrecht dagegen ab." Klima- oder Umweltflüchtlinge finden bisher im deutschen, europäischen und internationalen Flüchtlingsrecht keine Anerkennung. Selbst das weltweit zuständige UN-Flüchtlingskommissariat kennt den Status "Klimaflüchtling" nicht.
Die Greenpeace-Studie macht deutlich, wie dringend Maßnahmen für den weltweiten Klimaschutz sind. Greenpeace fordert Bundeskanzlerin Merkel daher dringend auf, ein nationales Klimaschutzziel von minus 40 Prozent Treibhausgase bis 2020 gegenüber 1990 verbindlich festzulegen. Allerdings können selbst sofortige Maßnahmen das Ausmaß der Flüchtlingsströme nur noch begrenzen, diese nicht aber verhindern. "Auch die Bundesregierung muss sich endlich dem Thema Klimaflüchtlinge stellen. Deutschland muss Verantwortung übernehmen und den betroffenen Staaten finanzielle Hilfe sowie den Menschen auf der Flucht Asyl zukommen lassen", fordert Böhling. "Dazu gehören grundlegende Veränderungen im Migrationsrecht, in der Raumplanung und in der internationalen Zusammenarbeit. Ansonsten werden wir von den Folgekosten und -problemen ebenfalls überschwemmt werden."
Quelle: UD
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