Weltaidskonferenz in Toronto
Die Bilanz ist traurig: In den 25 Jahren nach dem Aids erkannt wurde, sind 65 Millionen Menschen infiziert worden und 25 Millionen gestorben. Besonders betroffen sind nach wie vor die Menschen im subsaharischen Afrika. Vor diesem Hintergrund treffen sich vom 13. bis 18. August in Toronto 20.000 Experten zur 16. Weltaidskonferenz. Das Motto: „Time to deliver - Zeit einzulösen".
15.08.2006
Die WHO setzte sich zum Ziel, bis zum Jahr 2005 drei Millionen Menschen mit Aids in Afrika medizinisch zu versorgen. Obwohl dieses ehrgeizige Ziel nicht erreicht wurde, ist jedoch ein Fortschritt zu verzeichnen. Haben 2003 noch 100.000 Menschen in Afrika eine antiretrovirale Therapie bekommen, so hat sich die Zahl bis Ende 2005 verachtfacht. Inzwischen können viele Menschen in Afrika per Schnelltest getestet werden, es gibt die Diagnostik, um den Verlauf der Krankheit zu erkennen und dann die entsprechenden Medikamente zu verabreichen und es gibt preiswerte Generika, so genannte Nachahmerpräparate. „Trotzdem konnten wir unser Versprechen, alle Menschen zu behandeln, bisher nicht einlösen. In Afrika spielt sich nach wie vor eine humanitäre Tragödie ab", so Bonsmann. „Deshalb das Motto der diesjährigen Weltaidskonferenz - „Time to deliver" - für jeden Menschen den Zugang zu Behandlung zu ermöglichen."
Allerdings müssen noch viele Hürden überwunden werden: Es gibt keine Aids-Kombinationspräparate für Kinder und eine alternative Behandlung, die sogenannte Second-Line, ist aufgrund des Patentschutzes immer noch zu teuer. „Es ist wichtig, dass in ärmeren Ländern Aids-Medikamente zu Produktionskosten abgegeben und Darreichungsformen für Kinder entwickelt werden", so Bonsmann. Mit Unterstützung von action medeor ist es gelungen, sehr günstige Aids-Medikamente im Kongo und in Tansania zu produzieren. „In einem weiteren Schritt werden unsere afrikanischen Hersteller Medikamente für Kinder entwickeln und produzieren", beschreibt Bonsmann die Entwicklung. Medikamente allein reichen jedoch zur Bekämpfung von Aids nicht aus. Deshalb integriert action medeor in seinen Aids-Projekten Aufklärung und Prävention, Diagnostik, Behandlung, Sterbebegleitung und Versorgung der HIV/Aids-Waisen.
Quelle: UD
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