Erdbebenprognose in Zukunft online
Schweizer Forscher haben eine Methode entwickelt, welche die Wahrscheinlichkeit für Bodenerschütterungen, die durch Erdbeben ausgelöst werden, für einen Zeitraum von 24 Stunden im Voraus berechnet. Diese Wahrscheinlichkeiten werden wie Wetterprognosen auf Landkarten im Internet dargestellt und stündlich aktualisiert. Als Testregion für das neuartige System wählten die Forschenden Kalifornien. Ihre neuartigen Karten sind in der neuesten Ausgabe der Zeitschrift "Nature" erschienen.
14.06.2005
Nachbeben besser einschätzen
Dr. Matt Gerstenberger, Seismologe beim USGS in Pasadena, hat die Methode unter Leitung von Dr. Stefan Wiemer an der ETH Zürich als Teil seiner Doktorarbeit entwickelt. Er stellt fest: "Die einzige Zeit, zu der die Wahrscheinlichkeiten gross genug sind, um sich Sorgen zu machen, ist kurz nach einem grösserem Erdbeben, das vielleicht schon Schäden angerichtet hat. Es ist allgemein bekannt, dass in solchen Situationen Nachbeben auftreten, unsere Karten zeigen, wie hoch dieses Risiko genau ist und wo es am größten ist". Die Möglichkeit, diese Erdbebenprognosen online abzurufen, ist laut dem USGS vor allem aus psychologischen Gründen wichtig. Sie zeigt Anwohnern und Besuchern der Region, wie gering das Erdbebenrisiko im allgemeinen ist.
Prognose auf der Basis von bekannten Fakten
Das von der internationalen Forschungsgruppe entwickelte System berechnet stündlich die Wahrscheinlichkeit, dass in den nächsten 24 Stunden eine Bodenbeschleunigung mit einer Mercalli-Intensität größer oder gleich 6 auftritt. Dabei werden alle Beben, die bis zu diesem Zeitpunkt aufgetreten sind, in Betracht gezogen. Für jedes Ereignis wird die Wahrscheinlichkeit, dass es von einem Schadenbeben gefolgt sein könnte, bestimmt. Diese Berechnungen basieren auf der aus den letzten 50 Jahren abgeleiteten durchschnittlichen räumlichen und zeitlichen Verteilung der Vor- und Nachbebenaktivität in Kalifornien. Außerdem macht man sich das Wissen über die zu erwartenden Beschleunigungen in einer Region zu Nutze. "Die Karten repräsentieren eine Synthese unseres momentanen Wissens über Erdbeben in Kalifornien", sagt Dr. Lucile Jones, die verantwortliche Wissenschaftlerin des USGS Erdbebenprogramms in Kalifornien.
Quelle: UD
Redaktioneller Hinweis zur Transparenz: In unserer redaktionellen Arbeit nutzen wir KI-gestützte Werkzeuge – unter anderem für Recherche, Texterstellung, Lektorat, SEO-Optimierung, Zusammenfassungen, Übersetzungen und Social-Media-Beiträge. Die redaktionelle Verantwortung für alle Inhalte liegt bei UmweltDialog. Bei eingereichten Gastbeiträgen kann KI ebenfalls zum Einsatz gekommen sein.