Erste chinesische Stadt soll nachhaltig werden
Urumqi, eine Millionenstadt in Nordwest-China, weist ein jährliches Wirtschaftswachstum von 17 Prozent auf. Doch mit der Wirtschaft wachsen auch die Umweltprobleme. Ein deutsches Expertenteam der Universität und Stadt Heidelberg und regionaler Unternehmen will nun die drei Schlüsselkreisläufe Wasser, Energie und Abfall der zukünftigen Megacity nachhaltiger gestalten und damit ein Exempel statuieren.
18.01.2006
Die wesentlichen Versäumnisse liegen nach ersten Schätzungen der Experten in der Energieverschwendung. "Die Energieeffizienz der Wohn- und Appartmenthäuser ist sehr gering", erklärt Franke. Das sei allerdings kein Wunder: Die Infrastruktur sei gut - die meisten Wohnhäuser sind an das Fernwärmenetz angebunden - allerdings werde Energie nur nach der Wohnfläche verrechnet, nicht nach dem tatsächlichen Verbrauch. Wärmeschutz muss verordnet werden, derzeit liege diese Verantwortung auf vielen Schultern, kritisiert der Fachmann.
Erschwerend kommt hinzu, dass die meisten Anlagen - so auch die Fernwärmeanlagen, die mit Kohle gefeuert werden - nicht entschwefelt sind. "Urumqi produziert soviel Schwefeldioxid wie 20 Mio. Menschen in Deutschland." Das sei um den Faktor Zehn mehr als etwa in Deutschland. "Die größten Hemmnisse sind die Strukturen", führt Franke aus. Es sei notwendig alle Entscheidungsträger mit einzubinden. Dazu sei es zunächst erforderlich eine Hemmnisanalyse durchzuführen. "Es gibt keinen Überblick darüber, wo die Verluste eigentlich liegen."
Projekte wie das E-Team - Schüler sparen Energie an ihren Schulen - sollten auch in Urumqi etabliert werden, meint Franke. Das habe mehrere positive Effekte: zum einen würden Jugendliche für das Thema sensibilisiert zum anderen sei das Medienecho groß. "Um ein solches Projekt in Urumqi zu etablieren, ist es zunächst einmal notwendig den tatsächlichen Energieverbrauch zu kennen", meint Franke. Das Problem der Datenerhebung sei auch hier immanent.
Das Forschungsprojekt Urumqi wird vom Deutschen Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. In dessen Mittelpunkt steht die Forschung um nachhaltige Entwicklung von Megastädten von morgen. Projektkoordinator ist Bernhard Eitel vom Geographischen Institut der Universität Heidelberg.
Quelle: pte
Redaktioneller Hinweis zur Transparenz: In unserer redaktionellen Arbeit nutzen wir KI-gestützte Werkzeuge – unter anderem für Recherche, Texterstellung, Lektorat, SEO-Optimierung, Zusammenfassungen, Übersetzungen und Social-Media-Beiträge. Die redaktionelle Verantwortung für alle Inhalte liegt bei UmweltDialog. Bei eingereichten Gastbeiträgen kann KI ebenfalls zum Einsatz gekommen sein.