Wahlrecht auf indisch: Ohne WC, kein Sitz
Mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln will die Regierung in Indien die Umweltverschmutzung durch menschliche Klärabfälle verhindern. Der Minister für ländliche Entwicklung hat ein Gesetz verabschiedet, das eine Wahl zum Gemeinderat erst möglich macht, wenn der Kandidat ein WC in seinem Haus besitzt, berichtet BBC-Online. Der Grundsatz lautet: Kein WC, kein Sitz.
11.08.2005
Etwa 70 Prozent der insgesamt über eine Mrd. umfassenden Bevölkerung lebt in den 550.000 ländlichen Gemeinden. "Es ist unglücklich, dass ein Großteil der gewählten Gemeindevorstände und Gemeinderäte über keine Sanitäranlagen verfügen und auch im Freien ihr Geschäft verrichten", so Singh. Der Minister sieht eine Vorbildwirkung der politischen Amtsträger. Einige der indischen Staaten haben bereits auf den so genannten Panchayati Ray Act, der die Gemeinderatswahl regelt, reagiert und erlauben nur noch dann die Wahl, wenn der Kandidat über eine Toilette verfügt. Das Ziel ist: Bis zum Jahr 2010 soll in Indien der Gang zur Toilette nicht mehr über die Straße querfeldein gehen, sondern in geschlossenen sanitären Anlagen passieren.
Quelle: pte
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