Brasilien: Indigene fordern Shell zum Abzug auf
Angehörige der indigenen Guarani in Brasilien haben den Mineralöl-Multi Shell aufgefordert, die Verwendung ihres angestammten Landes für die Herstellung von Ethanol sofort einzustellen. Ambrosio Vilhalva, der in einer der betroffenen Gemeinden lebt, erklärte gegenüber Survival International: „Shell muss unser Land verlassen. Die Unternehmen müssen damit aufhören, indigenes Land zu benutzen. Wir wollen Gerechtigkeit, wir wollen, dass unser Land kartographiert und geschützt wird.“
12.09.2011
Die Guarani-Indianer klagen an: „Wir können inzwischen viele der Arzneipflanzen, die früher im Wald wuchsen, nicht mehr finden. Die Pflanzen sind an dem Gift zugrunde gegangen.“ Weiter erklären die Guarani: „Die (Zuckerrohr-) Anbauer haben nie um unsere Erlaubnis gefragt oder unsere Meinung eingeholt, bevor sie mit dem Anpflanzen auf unserem Land begannen.“
Das Versagen der brasilianischen Regierung, das eigene Gesetz einzuhalten und das Land der Guarani zu kartographieren und zu schützen, ermöglicht die Ausbeutung durch Zuckerrohr-Plantagen. Währenddessen leben viele Guarani unter fürchterlichen Bedingungen, in überfüllten Reservaten oder in Lagern am Straßenrand.
Dutzende Guarani sind bereits ermordet worden, nachdem sie versucht hatten, ihr angestammtes Land wieder zu besetzen. Viele weitere Indianer wurden Opfer von gewaltsamen Übergriffen. Zuletzt wurden im August die Guarani der Gemeinde Pueblito Kuê Opfer von Angriffen, nachdem sie ihr Land wieder besetzt hatten.
Survival-Direktor Stephen Corry erklärte: „Es ist traurige Ironie, dass die Leute das Ethanol von Shell als eine „ethische“ Alternative zu fossilen Brennstoffen kaufen: An der entsetzlichen Behandlung der Indigenen durch das Unternehmen gibt es mit Sicherheit nichts Ethisches. Brasiliens Regierung muss endlich die Gesetze des Landes durchsetzen und der großflächigen Vernichtung des Landes der Guarani ein Ende setzen.“
Quelle: UD / pm
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