Brückenbauer zwischen Lebenswelten
Der BMW Group Award für Interkulturelles Lernen wird jährlich in den Kategorien Theorie und Praxis ausgeschrieben; er bildet zusammen mit der umfangreichen LIFE-Materialsammlung seit vielen Jahren eine wichtige Säule bei der Förderung interkulturellen Lernens durch die BMW Group. Jetzt wurden in München die neuen Preisträger ausgezeichnet.
05.04.2006
"Die Vielzahl der Einsendungen aus fünf Kontinenten und insgesamt 26 Ländern hat uns auch in der neunten Ausschreibungsrunde die Relevanz des Themas vor Augen geführt", betonte Michael Kirsch, Leiter Public Relations der BMW Group. "Die stetig wachsenden Herausforderungen der weltweiten Migrationsbewegungen verstärken die Dringlichkeit, wissenschaftliche Strategien zu entwickeln und praktische Projekte durchzuführen, die das Verständnis und die Offenheit gegenüber fremden Kulturen, Religionen und Sprachen fördern."
Wegbegleiter für eine interkulturelle Identitätsbildung
Auch Elisabeth Wicki-Endriss verwies als Gastrednerin auf die große Bedeutung interkultureller Fördermaßnahmen im Kindesalter und die Chancen, die das Medium Film als "Sozialisierungsinstanz" bietet: Die vom "Bernhard- Wicki- Gedächtnis Fonds e.V." initiierten "Jugendkinotage - Die Brücke" unterstützen Schülerinnen und Schüler aus unterschiedlichen Kulturen und Sprachräumen dabei, "sich zu einer eigenverantwortlichen Gemeinschaft zusammenzufinden" - durch die gemeinsame filmische Realisation sowie über die Erörterung im Rahmen der Jugendkinotage.
Aufgrund der Qualität der eingereichten Arbeiten wurde der Theorie-Award 2005 ausnahmsweise zweimal verliehen: Die Dissertation von Joachim Boldt "China und Deutschland - einige transdisziplinäre Anmerkungen zu transkultureller Mobilität und transkultureller Kompetenz" steht unter dem Titel "Aus einem Leben in ein andres Leben". Auf Basis persönlicher Erfahrungen sucht der Sinologe von der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel nach einem Mittelweg zwischen "übertriebener Anpassung" an das Neue und "verschließender Abgrenzung" gegenüber Fremdem. Besonders beeindruckt hat die Jury der transdisziplinäre Ansatz, der Ergebnisse u. a. aus der Linguistik, Anthropologie, vergleichenden Kulturwissenschaft, Philosophie sowie der Didaktik heranzieht.
In der Kategorie "Praxis" führt der Weg zum Erstplazierten nach Israel: Das Kindergarten- und Schulkonzept "Learning together, Living together: A Pioneer Model for integrated Arab-Jewish Schools in Israel" unterrichtet 670 jüdische und palästinensische Kinder in hebräischer und arabischer Sprache. Mit der Auszeichnung würdigt die Jury, dass "Hand in Hand - das Zentrum für jüdisch-arabische Erziehung in Israel" als Initiator "in einem schwierigen gesellschaftlichen Kontext einen besonderen Weg in seinen zugleich pragmatischen, fachlich kompetenten und engagiert friedensstiftenden Initiativen" beschreitet.
Quelle: UD
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