UN und DHL unterzeichnen Partnerschaft bei Katastrophenhilfe
Das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) und das UN-Büro für die Koordinierung Humanitärer Angelegenheiten (OCHA) haben am Donnerstagabend mit DHL, dem weltweit führenden Express- und Logistikunternehmen, eine weit reichende Partnerschaftsvereinbarung unterzeichnet.
19.12.2005
"Die Welt hat in diesem Jahr mit verheerenden Zerstörungen durch Naturkatastrophen leben müssen, bei denen wir viel über Katastrophenhilfe gelernt haben", sagte der UNDP-Chef Kemal Dervis. "Es ist lebenswichtig, dass internationale Hilfsorganisationen über Kapazitäten verfügen, Hilfe vor Ort schnell und effektiv zu erbringen, um den Weg für den langfristigen Wiederaufbau zu ebnen."
DHL hat bereits das so genannte Airport Emergency Team (AET) in Dubai angeführt, ein Team von Logistik-Experten verschiedener Unternehmen, die unter dem Mandat des "Disaster Resource Network" des World Economic Forum (WEF) tätig werden. Unter der Leitung von DHL organisierte das AET mehrfach die Frachtbewegungen an Flughäfen nach plötzlich eintretenden Katastrophen, zum Beispiel in Colombo (Sri Lanka) nach dem letztjährigen Tsunami. Zudem hatte DHL die internationale Gemeinschaft bei ihren Hilfsbemühungen nach dem Erdbeben in Bam (Iran) im Jahr 2003 sowie dem Erdbeben in Pakistan im Oktober 2005 unterstützt.
DHL wird diese Kapazitäten nun ausweiten, indem es ein globales Netzwerk von drei eigenen "Disaster Response Teams" (DRTs) zusammenstellt. Das erste wird seine Basis in Singapur haben und soll planmäßig im Frühling 2006 einsatzbereit sein. Zwei weitere Teams werden so stationiert, dass sie die arabischen Staaten und Afrika sowie Zentral- und Südamerika abdecken können. Im Falle größerer Katastrophen werden diese Teams, die aus speziell ausgebildeten DHL-Mitarbeitern zusammengesetzt sind, dabei helfen, die entscheidenden logistischen Operationen an den Flughäfen in der Nähe der betroffenen Gebiete zu übernehmen. Jedes Team wird aus bis zu 100 Freiwilligen bestehen. Daneben wird DHL das UNDP in seiner leitenden Funktion zur Verringerung von Katastrophenrisiken sowie beim Aufbau nationaler Kapazitäten zur Risikoverringerung unterstützen.
"Die Auswirkungen von Katastrophen steigen rapide an und führen zu höheren Anforderungen an das UN-System zur Katastrophenhilfe. Deswegen müssen wir unsere Hilfskapazitäten ausbauen", sagte der UN-Koordinator für Katastrophenhilfe Jan Egeland. "Logistik erweist sich oft als der Dreh- und Angelpunkt bei der Hilfeleistung. Der kritische Punkt ist der Transport der Hilfe zu den Bedürftigen, und dafür benötigen wir eine perfekt funktionierende Kette logistischer Dienstleistungen. Vereinbarungen mit der Privatwirtschaft können genau dazu beitragen."
"Wir sind stolz darauf, die Vereinten Nationen bei dieser bedeutsamen Mission mit unserer logistischen Kompetenz unterstützen zu können.Wir brauchen Hilfe, die ankommt - weltweit. Diese werden wir zur Verfügung stellen", sagte Monika Wulf-Mathies. "Unsere globale Reichweite und Präsenz in mehr als 220 Ländern und Territorien sowie unsere bewährten logistischen Dienstleistungen stellen die Basis für diese Partnerschaft dar. Sie ist für uns ein Ausdruck unserer weltweiten sozialen Verantwortung, zu der wir uns verpflichtet fühlen", fügte sie hinzu.
Quelle: UD
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