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Lieferkette

Textilbranche: von Rana Plaza zu COVID-19

Sieben Jahre nach dem Fabrikeinsturz von Rana Plaza stürzen Textilarbeiterinnen und Textilarbeiter durch COVID-19 erneut in eine Krise. Gerade jetzt muss sich das Bündnis für nachhaltige Textilien als Instanz zur Sicherung von menschenrechtlicher Verantwortung beweisen, fordert die Zivilgesellschaft im Textilbündnis.

04.05.2020

Textilbranche: von Rana Plaza zu COVID-19

Denn während Marken- und Einzelhandelsunternehmen auf die COVID-19-Krise mit weitreichenden Stornierungen bei ihren Zulieferern reagieren, erleiden Textilarbeiterinnen und -arbeiter in den Produktionsländern aufgrund der Einkommensausfälle extreme wirtschaftliche Not. Fällt der reguläre Lohn weg, der ohnehin oft nicht bis zum Monatsende reicht, greifen dort auch keine sozialen Sicherungssysteme.

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Das Textilbündnis hat am 21. April mit anderen internationalen Multi-Stakeholder-Initiativen eine Erklärung über gemeinsame Prioritäten zur Bewältigung der Krise in den Produktionsländern veröffentlicht. „Auch der Aufruf zum gemeinsamen Handeln, sofort und langfristig, von internationalen Gewerkschaften und Arbeitgeberverbänden auf der Ebene der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) muss nun von Bündnis-Unternehmen unterstützt werden,“ meint Berndt Hinzmann vom INKOTA-netzwerk. „Wie nach Rana Plaza ist jetzt gemeinsames Handeln angesagt. Der geforderte Krisen-Fonds und die in diesen Erklärungen formulierten Leitlinien rücken richtigerweise die Lohnabsicherung von Arbeiterinnen und Arbeitern, faire Einkaufspraktiken und den Aufbau sozialer Sicherungssysteme in den Fokus.“

„Es darf aber nicht allein bei diesen Appellen bleiben. Die Mitgliedsunternehmen des Textilbündnisses sollten sich jetzt öffentlich zu fairen Einkaufspraktiken verpflichten,“ fordert Gisela Burckhardt von FEMNET. „Faire Einkaufspraktiken ermöglichen den Zulieferern eine Weiterbeschäftigung und Bezahlung der Arbeiterinnen und Arbeitern. Nur eine öffentliche Verpflichtung der einzelnen Unternehmen schafft Transparenz darüber, wer auch in der Krise bereit ist, Menschenrechte zu achten.“

„Aus Rücksicht auf die Krise der Marken und Einzelhändler hat das Textilbündnis zwar die Berichtspflicht für Unternehmen in diesem Jahr ausgesetzt. Das Aussetzen der Berichtspflicht bedeutet aber kein Pausieren der Verantwortung für Menschenrechte und Umwelt in der Lieferkette,“ mahnt Sabine Ferenschild vom Südwind-Institut. „Mit der vollständigen Bezahlung bereits fertiggestellter und laufender Aufträge können Unternehmen in einem ersten Schritt zeigen, dass sie auch in der Krise ihre menschenrechtliche Verantwortung ernst nehmen.“

Quelle: UD/pm
 

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