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17.06.2019

Lieferkette

Umwelt- und Sozialstandards in der äthiopischen Textilindustrie

Solidaridad, Cotton made in Africa, Danish Ethical Trading Initiative und MVO Nederland starten ein neues Projekt mit dem Ziel, eine nachhaltige Wertschöpfungskette für Baumwolle und Textilien vom Baumwollfeld in Äthiopien bis zum europäischen Verbraucher zu fördern.

Umwelt- und Sozialstandards in der äthiopischen Textilindustrie

Auf der achten internationalen Konferenz „Cotton, Textile and Apparel value chain in Africa“ (CTA-19) an der Bahir Dar University wurde das neue EU-finanzierte Projekt Bottom UP! offiziell gestartet. Das wachsende Interesse internationaler Marken an Bekleidung aus Äthiopien bietet die Möglichkeit, die Textilindustrie nachhaltig zu entwickeln. Deshalb starten Solidaridad, Cotton made in Africa (CmiA), Danish Ethical Trading Initiative (DIEH) und MVO Nederland (CSR Netherlands) mit Unterstützung der EU ein Projekt in Äthiopien, um eine nachhaltige, transparente und integrierte Wertschöpfungskette aufzubauen. Das Projekt soll 2.000 Baumwollbauern, 2.200 Landarbeitern und 17.000 Textilarbeitern zugutekommen.

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Die Baumwoll- und Textilindustrie ist der zweitwichtigste Wachstumsmarkt für die äthiopische Regierung. Eine Reihe aktueller Herausforderungen hemmen jedoch das vorhergesagte Wachstum der Branche und stellen die Reputation infrage, ein nachhaltiger Beschaffungsmarkt zu sein. So gibt es beispielsweise keinen Mindestlohn, der menschenwürdige Lebensbedingungen für die Arbeitnehmer gewährleisten kann. Der tatsächlich gezahlte Lohn liegt mit nur 26 US-Dollar pro Monat weit unter der von der Weltbank festgelegten Armutsgrenze für das Land.

Das Projekt Bottom UP!

Das Projekt Bottom UP! soll bis 2021 zu einer Wertschöpfungskette beitragen, die wirtschaftliches Wachstum schafft, die Arbeitsbedingungen verbessert, und sowohl Arbeits- und Umweltstandards sowie verantwortungsvolle Einkaufspraktiken in der Baumwoll- und Textilindustrie in Äthiopien und Europa fördert. Dazu werden die Partner den Baumwollbauern, Landwirtschafts- und Entkörnungsbetrieben Schulungen und technische Unterstützung anbieten, um nachhaltige Verfahren und Standards einzuhalten. Sie werden direkte Verbindungen zwischen europäischen Marken und äthiopischen Textilfabriken erleichtern, um die Verwendung nachhaltiger Baumwolle zu fördern, und den Textilfabriken technische Unterstützung bei der Einführung nachhaltiger Verfahren bieten. Darüber hinaus werden potenzielle internationale Käufer über die Chancen und Hindernisse für die Beschaffung von Textilien aus Äthiopien informiert, und es werden Netzwerktreffen zum Austausch veranstaltet. Schließlich ist geplant eine Verbraucherkampagne in Europa durchzuführen, um mehr Bewusstsein für die Probleme aber auch positiven Entwicklungen in der Textilindustrie zu schaffen.

Quelle: UD/pm
 

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