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11.02.2019

Lieferkette

Naturkautschuk in der Lieferkette: Probleme erkennen und lösen

Naturkautschuk ist ein Rohstoff, der als Gummi in mehr als 50.000 Produkten zum Einsatz kommt. Er wird aus dem Kautschukbaum gewonnen, dessen Anbau mit sozialen und ökologischen Problemen verbunden ist. Einzelne Akteure haben bereits erste Ansätze entwickelt, um den Problemen zu begegnen. Das zeigt eine Studie auf, die das SÜDWIND-Institut und der Global Nature Fund veröffentlicht haben.

Naturkautschuk in der Lieferkette: Probleme erkennen und lösen

Die beiden Organisationen fordern Kautschukunternehmen dazu auf, transparente Lieferketten aufzubauen und den Risiken angemessen zu begegnen. Etwa 70 Prozent des in Deutschland verwendeten Naturkautschuks landet allein in Autoreifen. Hinzu kommen weitere Bestandteile wie Schläuche oder Dichtungen. Daneben werden Handschuhe, Matratzen, Kondome, Schuhsohlen oder Förderbänder aus dem weißen Milchsaft des Kautschukbaums hergestellt. Der überwiegende Anteil stammt aus Südostasien und findet in kleinbäuerlicher Produktion statt.

Wegen seiner spezifischen Ansprüche an Niederschlag und Temperatur ist der Kautschukbaum überwiegend im tropischen Tiefland nahe dem Äquator zu finden. In den Anbauregionen kommt es immer wieder zu illegalen Rodungen von Tropenwäldern. Kautschuk hat vor allem in Phasen, in denen der Weltmarktpreis sehr hoch ist, einen bedeutenden Anteil an der globalen Entwaldung. „Für das Weltklima ist wichtig, dass Unternehmen entwaldungsfreie Lieferketten aufbauen“, meint Martin Haustermann, Autor der Studie vom Global Nature Fund. Doch der Anbau trägt auch zum weltweiten Artenverlust bei. „Naturkautschuk wird in Monokultur angebaut. Monokulturen bieten nur wenig Lebensraum für Tiere und Pflanzen. Vogelarten gehen zum Beispiel um 90 bis 95 Prozent zurück“, so Martin Haustermann.

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In einigen Anbauländern, wie z.B. in Kambodscha, ist es zu Landvertreibungen gekommen. Vereinzelt sind auch Fälle von Schuldknechtschaft und Kinderarbeit bekannt. „Das sind zwar keine flächendeckenden Probleme, es zeigt aber, wie wichtig es für die Unternehmen ist, die Herkunft ihres Gummis genau zu kennen, um solche Missstände ausschließen zu können“, meint Irene Knoke, Autorin der Studie vom SÜDWIND-Institut. „Ein wirklich flächendeckendes Problem ist aber der schon seit etlichen Jahren extrem niedrige Preis für Naturkautschuk. Viele kleinbäuerliche Betriebe sind dadurch in ihrer Existenz bedroht. Hier müssen ernsthafte Untersuchungen darüber beginnen, wie den Betrieben ein existenzsicherndes Einkommen gesichert werden kann“, so Knoke weiter.

Die Studie zeigt diese Probleme auf, benennt aber auch erste Ansätze, um den Problemen zu begegnen. Einige Unternehmen haben bereits begonnen, die Transparenz in ihrer Lieferkette zu erhöhen und einige Nachhaltigkeitsaspekte stärker zu berücksichtigen. Gegenwärtig bildet sich unter maßgeblicher Führung der Reifenindustrie auch eine globale Plattform, die einen gemeinsamen Standard anstrebt. Hier gilt es nun, ambitionierte Ziele zu setzen und klare Kontrollmechanismen einzuführen.

Quelle: UD/pm
 

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