19.07.2019
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08.07.2019

Lieferkette

Die Lieferkette der Zukunft

Die Zukunft der Lieferkette haben am Anfang Juni rund 100 Experten, Manager und Wissenschaftler in Heidelberg bei den 13. Supply Chain Days diskutiert. Im Fokus: Die Vernetzung von Robotern und KI mit der Lieferkette und die künftige Rolle des Menschen in der digitalen Supply Chain. Eingeladen zu der zweitägigen Fachkonferenz hatte die Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY.

Die Lieferkette der Zukunft

In seinem Schlusswort sagte Dr. Christoph Kilger, Leiter Performance Improvement GSA und Leader Supply Chain & Operations EMEIA bei EY, dass der künftige Mehrwert der Supply Chain in den Daten liege: „Man muss sie in den Griff bekommen um die Supply Chain optimieren zu können. Wir haben immer mehr Objekte und Maschinen, die konstant Daten senden. Wenn diese in einer Plattform zusammenlaufen, ausgewertet und berechnet werden, schafft das echten Mehrwert: Beispielsweise können so Lagerbestände reduziert werden bei gleichzeitiger Erhöhung der Lieferfähigkeit und Senkung von Kosten. Langfristig werden wir ein digitales Abbild der Supply Chain haben – den ‚Supply Chain Digital Twin‘. So können wir das bisher lokale Prinzip des Lean Management auf global verteilte Lieferketten anwenden: Sensorwerte übermitteln den aktuellen Zustand aller Objekte in der Supply Chain in Realzeit. Damit erreichen wir einen gemeinsamen Verbesserungsprozess in global verteilten Lieferketten über mehrere Unternehmen hinweg.“

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Kilger wies aber auch darauf hin, dass die Mitarbeiter besser beteiligt werden müssen: „Wir müssen auch die Mitarbeiter mitnehmen, mit ihnen kommunizieren und konkrete Pilotprojekte anstoßen, damit sie die Vorteile der Digitalisierung spüren können und Berührungsängste verlieren. Digitalisierung muss anfassbar sein. Oft werden digitale Projekte noch zu abstrakt eingeführt.“

Diskussionthemen der 13. Supply Chain Days

Der Präsident des Kieler Institutes für Weltwirtschaft, Professor Gabriel Felbermayr, ging auf die neuen handelspolitischen Herausforderungen für die Logistik ein: Die Globalisierung sei zu Ende. Globale Produktionsnetzwerke hätten aufgrund der zunehmenden Handelsschranken schon begonnen, sich systematisch umzubauen. Zum Beispiel seien Verlagerungen von U.S.-Exporten von China nach Vietnam zu beobachten.

Prof. Dr. Dr. Wolfgang Wahlster vom Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) warnte in seinem Vortrag davor, Künstliche Intelligenz (KI) mit zu vielen Erwartungen aufzuladen. KI-Systeme seien vor allem bei repetitiven, einfachen Aufgaben sowie bei hochkomplizierten, berechenbaren Problemen gut. Bei komplexen Aufgaben aber, bei denen viele Aspekte zu berücksichtigen sind, seien menschliche Entscheider überlegen.“

Für Prof. Dr. Eike Böhm von der Kion Group AG stellen Logistiktrends wie die Digitalisierung eine Chance dar: Kion habe 1,4 Millionen Flurförderfahrzeuge in Deutschland im Einsatz und betreue 6.000 Lagerhäuser. Die Daten aus diesen Geräten und Gebäuden ergäben bereits ein vollständiges Bild der gesamten Volkswirtschaft. Kion nutzt solche Daten zur systematischen Optimierung der Intralogistikprozesse für ihre Kunden.

Workshops zur Zukunft der Lieferketten

In Workshops zur Zukunft der Supply Chain wurden die Konzepte des Self Driving Enterprise und die KI-basierte Transformation von Supply Chains vorgestellt. Die Dinnerrede unter dem Titel „Great new world - really?“ hielt der CEO des Automobilunternehmens Rinspeed AG, Frank M. Rinderknecht

Die nächsten Supply Chain Days finden voraussichtlich am 17. und 18. Juni 2020 statt.

Quelle: UD/cp
 

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