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20.08.2018

Digitalisierung

Standards braucht die smarte Stadt

Wien hat sich bis 2050 viel vorgenommen: 80 Prozent weniger CO2-Emissionen, der Energieverbrauch von Gebäuden für Heizung, Kühlung und Warmwasseraufbereitung sinkt jährlich um ein Prozent, die Hälfte der verwendeten Energie stammt aus erneuerbaren Quellen und alle Autos innerhalb der Stadtgrenzen fahren mit alternativen Antrieben. Diese Ziele formuliert die Hauptstadt in der Rahmenstrategie 2050 für die "Smart City Wien".

Standards braucht die smarte Stadt
Für eine lebenswerte und nachhaltige Zukunft braucht es auch passende Standards, sagt die Wiener Stadterneuerungsexpertin Julia Girardi-Hoog.

Und damit nicht genug: "Diese Ziele werden derzeit evaluiert und sollen teilweise noch ambitionierter werden", erklärt Julia Girardi-Hoog von der Wiener Magistratsabteilung 25, zuständig für Stadterneuerung. Die promovierte Architektursoziologin leitet das Projekt "Smarter Together = Gemeinsam g'scheiter" in Wien-Simmering.

Gemeinsam mit der Bevölkerung und unterstützt von zahlreichen Unternehmen, entwickelt ihr Team im 11. Wiener Gemeindebezirk vorausschauende und intelligente Lösungen für mehr Lebensqualität. Dazu zählen Klimaschutzmaßnahmen wie die thermische und energetische Sanierung bestehender Wohnbauten, die Einführung von Photovoltaik und Solarenergie, aber auch die Förderung von Elektro-Mobilität, Partizipation und Vernetzung. Denn es geht dabei eben nicht nur um bauliche Veränderungen. "Wir wollen herausfinden, wie die Menschen hier leben, arbeiten, welche Bedürfnisse und besonders auch, welche Anforderungen an Mobilität sie haben", sagt Girardi-Hoog. Die Bewohner werden dazu umfassend über die Vorhaben informiert, befragt und können ihre Ideen einbringen.

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Gemeinsam g'scheiter

So wie im betrieblichen Change Management ist es dabei wichtig, Angst vor Veränderungen in konstruktive Mitarbeit zu transformieren. Die überschaubare Gästezahl bei den ersten Informationsveranstaltungen führte zu neuen Ansätzen. Um die Betroffenen stärker zu involvieren, vermitteln nun Energiesparworkshops, wie die neuen Technologien richtig zu verwenden sind, machen innovative digitale Spiele im öffentlichen Raum Eltern und Kinder mit Sachthemen vertraut, und führen mobile Infostände und permanente Kommunikation zu nachhaltigen Einstellungsänderungen.

Standards für die Zukunft

Während bei baulichen Maßnahmen bereits zahlreiche Standards gute Dienste leisten, zeigt sich bei Veränderungsprozessen und Bürgerbeteiligung noch ein gewisser Bedarf an einheitlichen Handlungsrichtlinien. Ebenso würden in der Umsetzung vereinzelt Lücken in den Regelwerken erkennbar, erklärt Projektleiterin Girardi-Hoog.

Als Mitglied des Projektkonsortiums auf europäischer Ebene unterstützt das Deutsche Institut für Normung (DIN) "Smarter Together" dabei, entsprechende neue Normen und Anpassungen bestehender Standards auf den Weg zu bringen. Denn das Projekt ist nicht zuletzt auch ein Übungsfeld. "Wir erproben hier, machen Erfahrungen, und sehen, welche Problemstellungen gewisse Veränderungen mit sich bringen - auch was Skalierbarkeit und Akzeptanz angeht", sagt die Expertin.

Denn, um die ambitionierten Ziele für 2050 zu erreichen, brauche es nicht nur die entsprechenden baulichen Maßnahmen, die Technologien und die Fahrzeuge. Entscheidend sei auch, dass die Bewohner dabei mitgehen und die neuen Technologien in ihrem Alltagsverhalten richtig einsetzen, und dass es klar definierte Richtlinien in Form entsprechender Standards gibt, betont Julia Girardi-Hoog.

Innovationen für lebenswerte Stadtviertel

"Smarter Together" ist eine von der Europäischen Union geförderte Stadterneuerungsinitiative, bei der in Wien, München und Lyon soziale und technische Innovationen für lebenswerte Stadtviertel erforscht werden. In Wien-Simmering werden in Summe 100 Millionen Euro investiert, sieben Millionen davon sind EU-Fördergelder. Seit Februar 2016 läuft die dreijährige Umsetzungs- und Aktivierungsphase, danach folgt bis 2021 ein zweijähriges Monitoring.

Quelle: UD/pte
 

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