20.08.2019
Diese Webseite verwendet Session-Cookies. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung dieser zu. Über den Button können Sie diesen Hinweis schließen.
Erklärung zum Datenschutz

18.01.2019

Circular Economy

Recycling von Smartphones rettet Gorillas

Wer sein altes Handy recyceln lässt, anstatt es aufzuheben oder wegzuwerfen, erhöht die Überlebenschancen der vom Aussterben bedrohten Gorillas in der Demokratischen Republik Kongo. Zu diesem Fazit kommen Forscher der University of South Australia (Unisa) und der Artenschutzorganisation Zoos Victoria. Denn beim Recyceln werden wertvolle Materialien, vor allem Gold, Zinn, Wolfram und Tantal, zurückgewonnen, die normalerweise bergmännisch gefördert werden.

Recycling von Smartphones rettet Gorillas

Um die Rohstoffe für Smartphones zu erschließen, werden immer neue Bergwerke erschlossen. Damit reduziert sich der Lebensraum für den Grauergorilla stark. "Aus jeweils 30 bis 40 Mobiltelefonen lässt sich ein Gramm Gold zurückgewinnen", sagt Carla Litchfield von der Unisa. Die Lage könnte sich noch laut der Expertin noch verschärfen, "weil der Verkauf von Smartphones immer neue Rekordzahlen erreicht und weil in vielen Geräten mehr Gold steckt als in älteren Modellen".

Die Forscher haben Gründe ermittelt, die das Recycling erschweren. In vielen Ländern gebe es keine geeigneten Anlagen, in denen sich die Wertstoffe zurückgewinnen lassen. Viele Menschen gäben ihre alten Mobiltelefone nicht aus der Hand, weil sie fürchten, dass die darauf befindlichen Daten missbraucht werden. Und manche horteten die Geräte ganz einfach.

Anzeige

93 Prozent weniger Gorillas

Allein in Deutschland schlummern im Jahr 2035 rund 8.000 Tonnen Wertstoffe in nicht recycelten Alt-Handys, schätzt Litchfield. In China seien es im Jahr 2025 neun Tonnen Gold, 15 Tonnen Silber und 3.100 Tonnen Kupfer, die in 350 Millionen nicht mehr genutzten Mobiltelefonen steckten. Da diese gewaltigen Mengen an Wertstoffen nicht genutzt würden, müssten immer neue Bergwerke in bisher naturbelassenen Regionen erschlossen werden. Die Zahl der Tiere im Kongo liege bei nur noch 4.000. Die Population habe in den vergangenen Jahren regional unterschiedlich zwischen 73 und 93 Prozent abgenommen.

Unisa und Zoos Victoria haben in den drei Zoologischen Gärten, die Zoos Victoria betreut, selbst die Initiative ergriffen und Besucher über den Zusammenhang von Gorillasterben und schlechter Recyclingquote informiert. Seit 2014 konnten 115.000 Mobiltelefone eingesammelt werden. Das ist nicht viel angesichts von hunderten Millionen Alt-Handys. Doch Litchfield hofft, dass in anderen Teilen der Welt ähnliche Kampagnen ins Leben gerufen werden.

Quelle: UD/pte
 

Related Posts

0 Kommentare

Ihr Beitrag

Antwort auf:  Direkt auf das Thema antworten

Netiquette

Unsere Verantwortung/Mitgliedschaften

Logo
Serverlabel
The Global Compact
Englisch
Gold Community
Deutsches Netzwerk Wirtschaftsethik
Caring for Climate

© macondo publishing GmbH
Alle Rechte vorbehalten.

 
Lasche