17.11.2019
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13.12.2018

Tourismus

Klimaneutrale Hotels – ein Überblick

Die Emissions-Bilanzierung ist Bestandteil einer nachhaltigen Hotelführung. Dabei gilt es den CO2-Fußabdruck des Hotels sowie pro Gast und Übernachtung durch modernste Technik und Initiativen möglichst gering zu halten. Mithilfe von Klimaschutzprojekten erreichen mehrere Green Pearls Hotels einen klimapositiven Status. Dieser bezeichnet, dass sogar mehr Kohlenstoffdioxid gebunden, als ausgestoßen wird. Für Urlaub mit gutem Gewissen.

Klimaneutrale Hotels – ein Überblick

Im Kampf gegen den Klimawandel spielen besonders CO2-Emissionen eine tragende Rolle. In Deutschland erzeugt der Energiesektor die meisten Treibhausgase, wovon Kohlenstoffdioxid den größten Anteil beträgt. Insbesondere stationäre Energie, wie in Gebäuden verwendet, besteht nicht selten aus fossilen Energieträgern und verursacht vermehrt klimaschädliches CO2. Ursache dafür ist die Beschaffenheit und Ausstattung von Gebäuden, wie etwa die Klimatisierung, Beleuchtung, Bausubstanz sowie Heiz- und Kühlsysteme. Durch neuste, energieeffiziente Technik, Gebäudeisolierung sowie alternative und erneuerbare Energien können Gebäude jedoch klimaneutral genutzt werden.

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Klimaschutz am Ziegelsee: Hotel Speicher

Durch seine Initiativen wurde das Hotel Speicher am Ziegelsee 2010 das erste klimaneutrale Hotel Mecklenburg-Vorpommerns und ist seit 2017 zudem klimapositiv. Dank 100 Prozent Ökostrom, 100 Prozent Biofernwärme, Förderung der E-Mobilität sowie Wärmerückgewinnung in der gesamten Spültechnik übernachten Gäste hier klimaneutral. Mithilfe von Maßnahmen konnte das Hotel Speicher am Ziegelsee 2017 pro Gast und Übernachtung 72,1 Prozent mehr CO2 einsparen und verbrauchte 59,1 Prozent weniger End-Energie als Hotels in derselben Sternekategorie im selben Zeitraum. Um lange Lieferwege zu vermeiden, bezieht das Hotel weitestgehend regionale Produkte, schult die Mitarbeiter regelmäßig zum Thema Energieeffizienz und ermutigt sie mit dem Fahrrad zur Arbeit zu kommen. Unvermeidbare Restemissionen werden durch ein Wiederaufforstungsprojekt in Panama im Rahmen der Initiative „Klima-Hotels Deutschland“ kompensiert. In der Region fördert das Hotel Speicher seit 2012 zusätzlich das Projekt Moor Futures, welches trockengelegte Moore mit Wasser anreichert, um dort CO2 zu binden.

Berghotel

Beitrag zum guten Bergklima: Berghotel Rehlegg

Insbesondere der Einsatz erneuerbarer Energien sorgt beim Berghotel Rehlegg für eine komplett CO2-neutrale Energieversorgung. Das Hotel erzeugt 70 Prozent des benötigten Stroms selbst: Die Energie einer 100 Quadratmeter großen Solarthermie-Anlage ersetzt 14.000 Liter Heizöl jährlich und wird zur Beheizung des Hallen- und Freibads sowie dem Großteil des Warmwasserbedarfs genutzt. Zusätzlich erzeugt eine Photovoltaikanlage 60.000 Kilowattstunden Strom. Die Kraft-Wärme-Kopplung zweier Blockheizkraftwerken (BHKW) erzeugt weitere 370.000 Kilowattstunden Strom. Betrieben werden die BHKW mit CO2-neutralem Propan, dennoch pflanzt der Verein PrimaKlima im Namen des Hotels Bäume für jede Tonne verbrauchtes Propan. Der verbleibende Strombedarf wird aus 100 Prozent Wasserkraft bezogen. Auch das Berghotel Rehlegg kompensiert seine restlichen Emissionen mit Hilfe des Panama-Waldprojekts. In allen Geräten und Beleuchtungen sind zudem Spannungsregler und Maximumswächter eingebaut, um Verschleiß vorzubeugen.

Zero-Emissions-Stadtbummel: Hotel Milano Scala

Hinter der historischen Fassade des Hotel Milano Scala steckt das erste emissionsfreie Hotel Mailands. Bei der Sanierung des Gebäudes wurde eine effektive thermische Dämmung integriert. Geheizt und klimatisiert wird mit einer umweltfreundlichen Wasser-Wasser-Wärmepumpe. Ein automatisiertes System zur Kontrolle des Energieverbrauchs überprüft in jedem Zimmer die Temperatur und wird durch einen Magnetkontakt außer Kraft gesetzt, sobald ein Fenster geöffnet wird. An den Wasserhähnen in den Zimmern reduzieren Filter den Wasserverbrauch. Für einen umweltfreundlichen Aufenthalt wird den Gästen zudem die Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel nahegelegt. Auch in der Küche spart das Hotel Energie: Alle Zutaten werden so regional wie möglich bezogen, um Transportwege und Abgase zu minimieren. Kräuter sowie einige Obst- und Gemüsesorten wachsen auf der eigenen Dachterrasse. Induktionsherdplatten und Konvektionsöfen tragen überdies zu einer guten Energiebilanz bei.

Sagna Rotonda

Effizienz im Piemont: Sagna Rotonda

Inmitten der Berge im Maira Tal wurde der historische Weiler Sagna Rotonda unter höchsten Anforderungen an die Energieeffizienz restauriert. Das energetisch autonome Eco-Dorf bezieht Strom von einer Photovoltaik-Anlage von ca. acht Kilowatt-Peak, Wärme aus einer Elektro-Wärmepumpe und reduziert den Energieverbrauch mithilfe von LED-Beleuchtung sowie Induktionstechnik in der Küche. Eine thermische Isolierung der Gemäuer mit natürlichen Materialien wie Kork und Kalk spart Energie beim Heizen. Während der saisonalen Betriebsferien leitet das Sagna Rotonda seinen produzierten Strom an den regionalen Stromerzeuger weiter.

Klimafreundliche Oase in Erlangen: Creativhotel Luise

Klimaneutral ist das Creativhotel Luise in Erlangen seit 2010, durch die Unterstützung des Waldprojekts in Panama seit einigen Jahren darüber hinaus klimapositiv. Solaranlagen und Fernwärme werden zur Wärmegewinnung und für den Warmwasserbedarf eingesetzt. Die Klimaanlage wird mit 100 Prozent Öko-Strom aus Wasserkraft betrieben und durch eine zentrale Anlage gesteuert und ihr Betrieb über Nacht verringert. Im Creativhotel Luise spielt Regionalität ebenso eine Rolle in der Lieferkette. Elektro- und Solarmobilität sowie Car-Sharing sind weitere Maßnahmen des Hotels zugunsten des Klimas. Ausrangierte Möbel und Elektrogeräte werden darüber hinaus an Studierende oder Bedürftige weitergegeben und tragen somit zu einer nachhaltigen Nutzung der Ressourcen bei und vermeiden Emissionen bei der Herstellung und Lieferung neuer Produkte. Mit dem Cradle-to-Cradle zertifizierten nachwachsenden Hotelzimmer wird das klimafreundliche Konzept überdies konsequent durchdacht: alle verbauten und verwendeten Materialien sind zu 100 Prozent wiederverwendbar oder zu 100 Prozent biologisch abbaubar.

Quelle: UD/pm
 

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