12.11.2019
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15.10.2019

Leben & Wohnen

Hitze und Starkregen abpuffern

Städtische Grünflächen sind nicht nur wichtig als Erholungsort, sie tragen auch zur Kühlung während Hitzewellen bei und puffern Überflutungen bei Starkregen ab. Damit helfen sie, die Folgen des Klimawandels in Städten zu lindern. Das IÖW aus Berlin hat nun berechnet, welcher ökonomische Nutzen durch Klimaschutz, Starkregenrückhalt, Luftverbesserung und positive Gesundheitswirkungen durch mehr Grün in der Stadt zu erreichen wäre.

Hitze und Starkregen abpuffern

„Stadtgrün steht vielerorts unter Druck, etwa seitens des Wohnungsbaus, der Verkehrsplanung oder der Wirtschaftsförderung. Dabei müssen sich die Städte klarmachen, welchen Wert die Ökosysteme ihnen erbringen. In Abwägungsprozessen in der Stadtplanung ist es dringend nötig, dass dies mehr beachtet wird“, sagte Projektleiterin Franziska Mohaupt vom Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) anlässlich der Vorstellung der Studienergebnisse auf der Konferenz „Stadtgrün ist Mehrwert“ Mitte September in Leipzig. Auf der Konferenz diskutieren Akteure aus ganz Deutschland, wie Stadtgrün gegenüber anderen Nutzungsinteressen verteidigt und weiter vorangebracht werden kann.

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Repräsentative Befragung: Menschen wünschen sich grünere Städte

In dem Forschungsprojekt „Stadtgrün wertschätzen“ ist das Forschungsteam gemeinsam mit den vier Städten Augsburg, Karlsruhe, Leipzig und Nürnberg der Frage nachgegangen, wie das Opfern wertvoller Grünflächen – Kleingärten, Brachen oder anderer Freiflächen – in Prozessen der kommunalen Stadtplanung und bei Bauvorhaben gestoppt werden kann. Eine repräsentative Befragung von über 2.500 Stadtbewohnern ergab, dass sich die Menschen genau dies von ihren Städten wünschen: Sie wollen mehr Grünflächen, mehr Straßenbäume, mehr Naturnähe. Das dreijährige Forschungsprojekt, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert wird, will vor allem aufzeigen, wie die Kommunalpolitik urbanes Grün erhalten kann und Grünflächenämter beim Grünflächenmanagement unterstützen.

Das Projekt stellt Verwaltungen in Kommunen Hilfsmittel für ihre praktische Arbeit zur Verfügung: einen Fragebogen zur Dokumentation der Qualität von Grünflächen, eine Konzeptvorlage für die Erarbeitung einer kommunalen Strategie sowie einen Leitfaden, der Stadtverwaltungen Methoden aufzeigt, wie sie Bürgerinnen und Bürger an Planungsprozessen beteiligen können. In einer zweiten Projektphase soll in den nächsten Jahren ein Online-Berechnungstool bereitgestellt werden, mit dem der ökonomische Nutzen von Stadtgrün selbst ermittelt und so in die Stadtplanung einfließen kann.

Städte fordern verbindlichen Grünflächenfaktor

Die vier Partnerstädte des Forschungsprojektes halten es für erforderlich, verbindliche Vorgaben für den Flächenumfang von Grün bei Neubauprojekten und in der quartiersbezogenen Freiraumversorgung zu verankern. So könnte ein Grünflächenfaktor zum verpflichtenden und selbstverständlichen Bestandteil eines Bebauungsplans werden, ähnlich wie die Geschossflächen- oder Grundflächenzahl. Damit ein Grünanteil in möglichst vielen Bauvorhaben gesichert werden kann, brauchen Kommunen darüber hinaus eine Freiflächengestaltungssatzung, wie sie etwa München hat. Nur mit möglichst verbindlichen Richtwerten wird sich das Stadtgrün in der Stadtentwicklung so entwickeln lassen, dass es langfristig zu einer hohen Lebensqualität beiträgt, schlussfolgern die Grünflächenexperten.

Quelle: UD/fo
 

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