29.03.2020
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17.12.2019

Leben & Wohnen

Gesundheitsbewusst mit Kindern leben: Das können Eltern tun

Wer seine Kinder vor den zahlreichen Umweltproblemen schützen will, hat alle Hände voll zu tun. Die Schadstoffbelastung in der Luft ist mancherorts erschreckend hoch, der Hormonspiegel im Wasser steigt immer weiter an und in manchen Schnullern befindet sich Bisphenol A. Was können Eltern im Alltag tun, um Kindern von Anfang an einen Zugang zum Thema Nachhaltigkeit zu vermitteln?

Gesundheitsbewusst mit Kindern leben: Das können Eltern tun

Nachhaltig denken: Wenn die Umweltauswirkung eine entscheidende Rolle spielt

Grundsätzlich an die Umwelt zu denken, egal, welche Aufgabe zu erledigen ist, schult Erwachsene und Kinder gleichermaßen, wenn auch in unterschiedlicher Qualität. Eltern müssen ihren Kindern vorleben, was Nachhaltigkeit bedeutet. Nachhaltigkeit beginnt im Kopf. Wenn sich Erwachsene bei ihren Handlungen fragen, welche Auswirkungen das auf die Umwelt hat und ihren Kindern erklären, warum sie welche Entscheidung treffen, ist der Anfang gemacht. Wichtig ist dabei eine kindgerechte Sprache.

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Eine Kreditkarte zum Frühstück: Aufpassen, was auf den Tisch kommt

Der WWF fand heraus, dass jeder Mensch pro Woche eine erschreckend hohe Menge an Mikroplastik aufnimmt. In der Summe kommt die Organisation auf „eine Kreditkarte pro Woche“. Mikroplastik ist eine unsichtbare Gefahr und gelangt über Trinkwasser, über die Nahrung und auch über die Luft in unseren Organismus. Dass sich Mikroplastik in Babyprodukten befindet und wie sich eine Familie im Alltag davor schützen kann, zeigt dieser Mikroplastik-Artikel. Die wichtigsten Tipps lauten:

  • nicht aus Plastikflaschen trinken,
  • Produkte vor dem Kauf mit entsprechenden Apps auf Mikroplastik und Schadstoffe checken,
  • weniger Plastik einkaufen,
  • Textilien aus Naturfasern tragen,
  • Spielzeug aus nachhaltigen Materialen anschaffen,
  • Babys nicht auf Kunststoffteilen kauen lassen.

E-Bike statt Auto

Mit dem E-Bike, statt mit dem Auto zu fahren ist eine grundlegende Entscheidung, die viel dazu beiträgt, bewusst mit der Umwelt umzugehen. Sitzen die Kinder von Anfang an im geschützten Anhänger hinter dem E-Bike oder auf der entsprechend ausgestatteten Fläche auf dem Lastenfahrrad, gehört das umweltfreundliche Verkehrsmittel für sie zum Alltag. Wenn Kinder in die Grundschule kommen und feststellen, dass andere Eltern ihre Kinder praktisch jeden Tag mit dem Auto bis direkt vor das Schultor fahren, könnte ein erstes kindgerechtes Gespräch über Nachhaltigkeit in Zusammenhang mit Autofahren und die Nutzung alternativ betriebener Fahrzeuge angebracht sein.

Auf dem Demeter-Bauernhof Entrup kauft man nachhaltig Gemüse ein.

Biohof statt Discounter

Beim Einkaufen lässt sich im Alltag viel bewirken, wenn auf Plastik verzichtet und regionale Erzeuger unterstützt werden. Der Einkauf auf einem Biohof ist ein Schritt in die richtige Richtung. Eltern leben damit ihren Kindern vor, den Wert von Lebensmitteln zu schätzen. Eine sorgfältige Auswahl nachhaltig erzeugter Bio-Produkte, die Nutzung von Einkaufskörben und wiederverwendbaren Gemüsesäcken statt von Plastiktüten zeigt unübersehbar, wie nachhaltiges Einkaufen im Alltag abläuft. Zahnbürsten mit Holzgriff, Ohren-Stäbchen aus Pappe und Bio-Kosmetik, in der nachweislich kein Mikroplastik enthalten ist – all das halten gut sortierte Bio-Läden bereit. 

Vorsicht: Wer keinen Bioladen in der Nähe hat und das Angebot des lokal ansässigen Supermarkts nutzt, sollte in punkto nachhaltige Kosmetik aufmerksam sein. So manche Supermarkt- oder Discounterkette hält Körperpflegeprodukte bereit, die durch ihre Verpackung den Schluss zulassen, dass es sich um nachhaltig produzierte und unbedenkliche Cremes, Salben und Lotionen handelt. Doch der Schein kann trügen. Naturkosmetik unter falscher Flagge vermittelt durch das benutzte Bio-Wording und entsprechend gestaltete Verkaufsverpackungen den Eindruck, dass es sich um Bio-Produkte handelt. Doch das stimmt oft nicht. Stattdessen handelt es sich um „Greenwashing“, eine irreführende Methode von Kosmetik-Herstellern.

Recycling statt Neukauf

Die Deutschen sind „spitze“ im Wegschmeißen. Sie belegen tatsächlich Platz 4 im europäischen Vergleich. Insgesamt 617 Kilogramm Abfall pro Kopf landen jährlich auf der Müllhalde. Abgesehen von den Unmengen an zu viel gekauften Lebensmitteln, die Jahr für Jahr weggeworfen werden, gehen deutsche Verbraucher auch nachlässig mit Möbeln, Kleidungsstücken und Dekoartikeln um. Was nicht mehr passt oder nicht mehr gefällt, wandert in den Mülleimer. Beispiele für ein Umdenken im Alltag.

  • Getragene Kleidung lässt sich ausbessern, mit hübschen Details aufwerten und an jüngere Kinder weitergeben. Diese müssen auch nicht unbedingt im eigenen Haushalt leben. In der Nachbarschaft lebt vielleicht eine ähnlich denkende Familie. Falls nicht, helfen Plattformen wie der Mammikreisel und Kinderbasare in ganz Deutschland beim nachhaltigen Umgang mit Kinderkleidung.
  • Zu klein gewordene Wollpullover lassen sich auftrennen. Die neu gewonnene Wolle dient als Material für Strümpfe, Mützen, Handschuhe oder eine schöne, farbenfrohe Patchworkdecke. 

Handarbeitstechniken vermitteln Kindern schon früh, dass sie selbst kreativ Kleidung herstellen können. Stricken, Häkeln, Sticken und Nähen können bereits im Grundschulalter vermittelt werden. Gehören diese Fertigkeiten wie selbstverständlich zum Alltag, ist das ein wichtiger Baustein im Nachhaltigkeits-Konzept einer Familie.

Auf dem Demeter-Hof Entrup in Altenberge spielt ein Mädchen und sitzt auf einem Bagger.

Grün Urlaub machen

Der Begriff „Sanfter Tourismus“ ist schon seit Jahren bekannt. Doch die Angebote in diesem Bereich sind im Vergleich zu konventionellen Reisen verschwindend gering. Wer ein wenig genauer hinsieht, findet aber durchaus Optionen. Der Beitrag „Tipps für die grüne Urlaubsreise“ liefert Denkanstöße. Jeder kann nachhaltig Urlaub machen, denn es muss wahrlich nicht immer eine Fernflugreise zu einem preisgünstigen Hotel am Meer sein. Diese Alternativen sollen der Inspiration dienen:

  • Campingurlaub: Abenteuer Natur mit Lagerfeuerromantik,
  • Urlaub im Heu-Hotel,
  • Radtour durch Deutschland,
  • Kanureise über Nebenflüsse oder Seenplatten,
  • Autofreier Urlaub, beispielsweise auf Juist.

Wie wäre es, den Familienrat einzuberufen und mit den Kinder gemeinsam die Möglichkeiten zu besprechen? Wer weiß, vielleicht liefert eines der Kinder eine besonders schöne Idee, auf die Erwachsene von alleine nicht kommen.

Nachhaltig schenken

Zum Fest der Liebe oder anlässlich eines Geburtstages vergessen viele das Thema Nachhaltigkeit. Mit der aufwendigen Verpackung wird ein großer Müllberg produziert. Es lohnt sich über Alternative nachzudenken, selbstverständlich gemeinsam mit den Kindern. Was könnte Cellophan und Kunststoffschleifen ersetzen? Wie könnte Geschenkpapier selbst hergestellt oder ausgetauscht werden? Die Natur liefert oft viele gute Ideen. Selbstgeflochtene Weidenkörbe, mit Moos ausgelegt und mit besonders schönen Zweigen und getrockneten Blütenständen verziert wären so eine Idee.

Und auch Geschenke müssen nicht immer aus dem Laden stammen. Selbstgemachtes kommt oft viel besser an. Marmelade und Likör, Schokolade und Plätzchen, Pfefferkuchen und Lavendel-Kissen – so schön, praktisch und lecker kann Nachhaltigkeit sein.

Quelle: UD/cp
 

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