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Freizeit

Wie Corona das Reiseverhalten der Deutschen verändert

Die Deutschen sehnen sich nach Urlaub: Trotz der Pandemie hält über die Hälfte der deutschen Reisenden an ihren Urlaubsplänen fest. Vor dem Hintergrund der globalen Corona-Krise ergibt sich allerdings ein markanter Trend, wie eine aktuelle repräsentative Studie des Centrums für marktorientierte Tourismusforschung der Universität Passau nun belegt: am liebsten in Deutschland und am liebsten draußen.

24.07.2020

Wie Corona das Reiseverhalten der Deutschen verändert

Schon 2019 galt Deutschland laut der Reiseanalyse der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen e.V. (FUR) als das wichtigste Reiseland der Deutschen: Gut ein Viertel der Befragten gab damals an, den Urlaub in der Bundesrepublik zu verbringen. Die Corona-Krise hat diesen Trend verstärkt: Laut CenTouris-Studie möchten nun mehr als 50 Prozent der Reisenden ihren diesjährigen Urlaub im Heimatland verbringen. Die diesjährigen Lieblingsziele: Im Norden Deutschlands die Nord- und Ostsee, in Süddeutschland die bayerischen Alpen, zudem sind auch der Bayerische Wald und der Schwarzwald sehr beliebt. Auch im Hinblick auf die Art des Urlaubs zeichnet die bundesweite Erhebung ein deutliches Bild: Mindestens vier von fünf Deutschen setzen in diesem Sommer verstärkt auf Aktivitäten in der freien Natur, um Abstandsregeln und weitere Hygienemaßnahmen einfacher umsetzen zu können.

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„Die Menschen sind vorsichtig geworden“

„Auslandsreisen, die mit dem Auto erreichbar sind, kommen für die Deutschen durchaus weiterhin in Frage“, erläutert Institutsleiter Dr. Stefan Mang. So seien insbesondere europäische Länder für deutsche Touristen weiterhin attraktiv. Ganz oben auf der Liste: Die Niederlande, Österreich und Kroatien. Schweden bleibe hingegen für mehr als 90 Prozent der Befragten trotz offener Grenzen ein „No-go“. „Dies ist mit hoher Wahrscheinlichkeit auf den Sonderweg Schwedens im Umgang mit der Pandemie zurückzuführen.“ Entscheidend für die Wahl des Reiseziels seien somit nicht allein die Einreisebestimmungen: „Die Menschen sind insgesamt vorsichtig geworden.“

Zentrale Ergebnisse der Studie sind unter anderem:

  • Ferienwohnungen werden beliebter: In der Wahl der Reiseunterkunft zeigt sich eine deutliche Veränderung der Präferenzen: Ferienhäuser und Ferienwohnungen werden jetzt von 43 Prozent bevorzugt, im Hotel übernachten wollen 32 Prozent – zuvor war das Verhältnis fast genau umgekehrt. Auch Campingplätze mit Wohnmobilen oder Zelten verbuchten einen Zugewinn, ebenso private Übernachtungen bei Freunden oder Bekannten. Stabil blieb die Nachfrage nach Pensionen, Appartementhäuser hingegen verloren an Zuspruch.
  • Die regionale Wirtschaft kann gewinnen: Die Befragung zeigt auch, dass hauptsächlich die Region selbst das ausschlaggebende Buchungskriterium darstellt. Brigitte Franz, Koordinatorin der Studie, sieht hier großes Potenzial: „Gerade die Gastronomie und der Einzelhandel in Zielgebietsregionen profitieren vom touristischen Geschehen und sind oftmals stark vom saisonalen Betrieb abhängig. Demzufolge könnte die Verschiebung der Unterkunftswahl Einfluss auf die Bewirtungs- und Handelsbranche mit sich bringen“, sagt sie. So möchte die große Mehrheit der Reisenden, die ihren Urlaub in einer Selbstversorgerunterkunft verbringen, nicht nur Wochenmärkte, Discounter oder Supermärkte vor Ort nutzen, sondern auch Essen gehen. „Die Regionen könnten durch diese Verlagerung demnach eine Wertschöpfung vor Ort generieren“, so Franz.
  • Thermenurlaub ja, aber nicht um jeden Preis: Für Urlauber, die sich einen Aufenthalt einem Heil- und Thermalbad mit Übernachtung vorstellen können, käme dies mehrheitlich auch mit umfassenden Hygienevorschriften und Voranmeldung in Betracht – für die meisten aber nur, wenn die Therme möglichst sicher genutzt werden kann. „Spürbar bleibt das Sicherheitsbedürfnis der Gäste“, hebt Franz hervor. So komme für die Mehrheit der Hauptzielgruppe von Heil- und Thermalbädern im Alter von 55 bis 69 Jahren ein Aufenthalt in den weniger streng geregelten österreichischen Thermen nicht in Frage.
  • Die Kreuzfahrtbranche könnte die Krise als Chance nutzen: Momentan ist für die Hälfte der deutschen Urlauberinnen und Urlauber, die grundsätzlich an einer Kreuzfahrt interessiert wären, ein Kreuzfahrturlaub keine Option mehr – eine große Herausforderung für die Kreuzfahrtbranche, die seit Beginn der Corona-Krise an massiven Einbrüchen leidet. Dr. Stefan Mang: „Interessant ist, dass für zwei Drittel der Menschen, die sich weiterhin für eine Kreuzfahrt interessieren, Ausflüge in kleineren Gruppen und Häfen außerhalb der zentralen Anlegestellen attraktiver werden, da sie dadurch Gedränge vermeiden. Das könnte eine Chance für Regionen abseits der touristischen Hotspots sein.“
Quelle: UD/fo
 

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