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Geldanlage

Die Abschaffung von Bargeld ist eine Illusion

Mit Paypal, Kreditkarte oder sogar mit dem Handy: Heutzutage gibt es viele verschiedene Möglichkeiten in Geschäften zu bezahlen, denn der Trend der Digitalisierung nimmt auch im Alltag zu. Die beliebteste Bezahlmethode bleibt aber immer noch das Bargeld. Es ist zuverlässig, anonym, authentisch und wird dabei weltweit akzeptiert und verbreitet.

14.05.2020

Die Abschaffung von Bargeld ist eine Illusion
Professor Volker Lohweg auf der ODS in San Francisco

Das „Bargeld-System“ ist außerdem sehr robust gegenüber dem Ausfall von Infrastruktur zum Beispiel bei Störungen und schützt vor teilweise einfachem Kreditkartenbetrug. Doch auch die Banknote ist nicht zu 100 Prozent sicher, denn es gibt immer wieder Fälschungen, die im Umlauf sind und nicht direkt erkannt werden.

Wissenschaftler gehen den nächsten Schritt in Richtung intelligente Banknote

Das Institut für industrielle Informationstechnik (inIT) forscht mit einem Team von Wissenschaftlern der Arbeitsgruppe „Diskrete Systeme“ unter der Leitung von Institutsleiter Professor Volker Lohweg nun seit zehn Jahren zu dem wichtigen Thema und beschäftigt sich mit der Produktion und Qualitätssicherung von Banknoten, dem Verschleiß sowie der Sicherheit an Bankautomaten. Die einfache Banknote soll zu einer smarten Banknote entwickelt werden.

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Die aktuellsten Forschungsergebnisse aus dem Projekt smartBN (smarte Banknote), dessen Name für „Intelligenter Schutz im Zahlungsverkehr durch smarte Banknoten“ steht, präsentierte Professor Lohweg nun auf der Optical Document Security Conference (ODS) in San Francisco. Die ODS findet alle zwei Jahre statt und ist die weltweit wichtigste und größte Konferenz für das Fachgebiet der Dokumentensicherheit. Wie auch in den vergangenen Jahren war das inIT aktiv an der Konferenz beteiligt und stellte ein Paper zur Realisierung intelligenter Banknoten vor. Diese sind in der Lage Daten zu speichern ohne die Anonymität der Nutzerinnen und Nutzer zu verletzen, weil sie mit chemischen Speichern ausgerüstet sind, die am Institut für Lebensmitteltechnologie (ILT.NRW) der Technischen Hochschule OWL entwickelt wurden. „Unsere Forschung zusammen mit Unternehmen zeigt weltweit das erste Mal einen ganzheitlichen Ansatz für moderne Banknoten der Zukunft auf, die mit ihrer Umwelt agieren, weil zum Beispiel Bankautomaten ihnen mitteilen, wann sie ausgezahlt wurden. Das funktioniert optisch und chemisch“, erläutert Professor Hans-Jürgen Danneel, Leiter des ILT.NRW. Konsumenten und Automaten könnten die Banknote dann direkt zur Bestätigung der Echtheit nutzen und beispielsweise ablesen, wie alt sie ist.

Auch Lohweg ist sich der Beliebtheit des Bargeldes bewusst. „Die immer wieder geforderte Abschaffung des Bargeldes zugunsten elektronischer Zahlungssysteme erweist sich zunehmend als Illusion. Dennoch ist es unsere Aufgabe, Zahlungsmittel den aktuellen Trends anzupassen ohne die Anonymität aufzugeben. Die Banknote der Zukunft muss deshalb Eigenintelligenz aufweisen, indem sie als Produkt Informationen an verschiedenen Stellen selbst bekannt gibt, sei es am Bankautomaten oder am Verkaufspunkt“, resümiert der anerkannte Experte für Dokumentensicherheit. Laut Lohweg sollen die im Forschungsprojekt smartBN entwickelten Verfahren Banknoten in Zukunft flexibler einsetzbar machen als bisher.

Mit Künstlicher Intelligenz zu sicheren Banknoten 

Die ODS, die weltweit wichtigste und größte Konferenz für das Fachgebiet der Dokumentensicherheit, bot vom 29. bis 31. Januar Experten aus dem Fachgebiet eine wichtige Möglichkeit des Austauschs. Dort stellte Professor Lohweg mit seinem Paper zur Erstellung von sogenannten Intaglio-Sicherheitsmerkmalen für Banknoten erstmals eine Weltneuheit vor. „Wir zeigen weltweit das erste Mal eine neue, auf künstlicher Intelligenz (KI) basierte Methode, zur schnellen Erstellung von Intaglio-Linienmuster für Banknoten“, bestätigt Lohweg.

„Intaglio-Linien, die wir alle von Portraits oder anderen Motiven auf Banknoten kennen, wurden früher von Graveuren in Kupfer gestichelt und dann vervielfältigt – ein Vorgang der bis zu drei Monate dauern kann. Seit einiger Zeit werden zwar Motive durch Grafikprogramme erstellt, deren Daten anschließend Lasersysteme steuern, die die Gravur ersetzen, aber dieser Prozess kann ebenso einige Wochen in Anspruch nehmen, da der Graveur das Motiv am Rechner entwickeln muss. Unser Verfahren trainiert eine KI– was bis zu zwei Tagen dauern kann – aber anschließend entsteht ein Portrait innerhalb weniger Minuten. Der Graveur wird natürlich immer noch benötigt, um die zu lernenden Motive auszusuchen, aber die anstrengende Arbeit der Detailkreation übernimmt die Maschine. Erste Ergebnisse sind mehr als vielversprechend, dennoch ist sicherlich noch einige Forschungsarbeit notwendig, um einer KI einen Kunststil beizubringen“, berichtet der anerkannte Experte für Dokumentensicherheit.

Auch wenn es noch einige Zeit und Arbeit benötigt, um den Prozess ganzheitlich umzusetzen, ist der Grundstein für die schnellere Erstellung eines Sicherheitsmerkmals gelegt, und man ist damit den Fälschern wieder einen Schritt voraus.

Quelle: UD/fo
 

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