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Klimawandel

100 Jahre Klimawandel in Tierra del Fuego

Der chilenische Forscher und Fotograf Cristian Donoso hat mehr als zwei Jahrzehnte damit verbracht, die Wildnis Patagoniens, die Antarktis und die Arktis zu durchqueren, um Bilder einzufangen, die die Auswirkungen des Klimawandels zeigen.

04.09.2020

Donosos Forscherkarriere begann 1996 in den zerklüfteten Bergen, hoch aufragenden Gletschern und windgepeitschten Fjorden Patagoniens, wo die Herausforderung zu überleben ihm eine tiefe Liebe zur Landschaft verlieh.

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„Wenn man sich auf einer Expedition befindet, muss man sich stark mit der Natur verbinden, seine Sinne voll und ganz öffnen, denn das eigene Überleben hängt davon ab“, sagt er. „Und bei diesem Überleben ist man sich der natürlichen Welt zutiefst bewusst, man staunt, und die Seele sagt einem, dass dies außergewöhnlich ist.“

Als preisgekrönter Seefahrer, Bergsteiger und Filmemacher hat Donoso mehr als 50 Expeditionen zu einigen der entlegensten und unberührtesten Orte der Erde unternommen. Er minimiert den Kohlenstoffausstoß und die Auswirkungen seiner Reisen auf die Umwelt, indem er menschen- und windgetriebene Reiseformen wie Segelboote, Kajaks und Skier einsetzt.

Im Januar begab sich Donoso auf die „Vergessenen Spuren“, eine Expedition, die die Reise des Forschers und Künstlers Rockwell Kent aus dem frühen 20. Jahrhundert in Feuerland, Patagonien, nachzeichnet. Die Bilder des Amerikaners von den schneebedeckten Bergen und majestätischen Gletschern der Region stehen in krassem Gegensatz zu Donosos Bildern der gleichen Landschaften heute, wo die globale Erwärmung die eisigen Gipfel und Fjorde dramatisch verändert hat.
Die Eisfelder Patagoniens, die sich über Hunderte von Kilometern durch Chile und Argentinien über die Anden erstrecken, bilden den größten Eiskörper auf der Südhalbkugel außerhalb der Antarktis. Nach Angaben der NASA schmelzen sie schnell und tragen so zum Anstieg des Meeresspiegels bei.

Tierra del Fuego

Verschwindendes Eis

Im Jahr 2018 führte ihn seine Serie „Ice Postcards“ an einige der unzugänglichsten Orte Patagoniens. Er trat in die Fußstapfen des italienischen Missionars Alberto de Agostini - ein erfolgreicher Forscher, der vor über einem Jahrhundert die Gletscher der Cordillera Darwin (ein nach dem britischen Biologen Charles Darwin benannter Gebirgszug) in Feuerland dokumentierte. De Agostinis Archiv enthält über 11.000 Fotografien von Patagonien.

Donoso und Expeditionspartner Alfredo Pourailly spürten die genauen Standorte von zehn Bildern de Agostinis auf und replizierten sie zur gleichen Jahreszeit, um die gleichen Bedingungen einzufangen. Sie wählten Bilder von besonders abgelegenen Orten aus, die seit de Agostinis Expeditionen nur sehr wenige Menschen besucht hätten.Was sie fanden, war jenseits ihrer schlimmsten Befürchtungen.

„Es war viel dramatischer als das, was wir annahmen. Orte, die wir noch nicht wirklich verstanden haben, die wir noch nicht erforscht haben, die wir noch nicht fotografiert haben oder die wir noch nicht kartographiert haben, wurden von Menschen tiefgreifend beeinflusst. Die Welt ist viel kleiner, als wir denken“, so Donoso.

Cristian Donoso

Gemeinschaft mit der Natur

Donoso erläutert weiter, dass er sich „frei und ungeheuer glücklich“ fühle, wenn er mit minimalen Mitteln Zugang zu abgelegenen Orten habe. Diese Reisen seien zermürbende körperliche Ausdauerleistungen, aber sie entfachen eine tiefe spirituelle Gemeinschaft mit der Natur. „Alles in unserer physischen und kognitiven Beschaffenheit ist durch unseren Kontakt mit der Natur bestimmt worden“, betont der chilenische Forscher und Fotograf. „Zu ihr zurückzukehren, erlaubt uns ... zu entdecken, wer wir wirklich sind.“

Weiter führt Donoso an, dass er die gleiche Leidenschaft teile wie die Naturforscher des 19. und 20. Jahrhunderts, die seine Arbeit inspiriert haben. Aber die Welt, die er heute studiert, sieht ganz anders aus. 

Sein Ziel ist es, Menschen in fernen Ländern über die Auswirkungen der globalen Erwärmung aufzuklären und zu engagieren. „Durch die Kunst, durch die Vision der Fotografie bieten wir eine klarere Perspektive mit einer sehr direkten und einfühlsamen Botschaft“, erklärt er. Die Botschaft von „Ice Postcards“ scheint klar zu sein - die patagonischen Eisschilde schmelzen mit einer alarmierenden Geschwindigkeit. Donoso und Pourailly beabsichtigen, den zweiten Teil des Projekts noch in diesem Jahr abzuschließen. Donoso hofft, dass er durch die Aufdeckung der Zerstörungen, die der Klimawandel in entlegenen Teilen der Welt anrichtet, den Wandel katalysieren kann. „Niemand wird dafür kämpfen, Dinge zu schützen, deren er sich nicht bewusst ist“, so der Fotograf.

Quelle: UD/pm
 

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