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04.10.2019

Klimawandel

IPCC-Bericht: Meeresspiegel steigt schneller als erwartet

Der neue Sonderbericht des Weltklimarates (IPCC) ist der erste Bericht, in dem die Zusammenhänge zwischen den Ozeanen und der Kryosphäre (Gletscher, Schnee und Permafrost) eingehend untersucht werden. Ein Ergebnis: Der Meeresspiegel steigt schneller als erwartet. In den Bericht flossen auch wichtige Ergebnisse von Wissenschaftlern aus mehreren Helmholtz-Zentren ein.

IPCC-Bericht: Meeresspiegel steigt schneller als erwartet

Ziel des Berichts mit dem Titel „Der Ozean und die Kryosphäre in einem sich wandelnden Klima“ („The Ocean and Cryosphere in a Changing Climate“, SROCC) ist es, die Konsequenzen der bereits beobachteten und zukünftigen Veränderungen für Ökosysteme und Menschen bei fortschreitender Erderwärmung zu verdeutlichen. Zudem werden Maßnahmen behandelt, mit denen diese Risiken in den Ozeanen und der Kryosphäre eingedämmt oder vermieden werden können.

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Beschleunigter Anstieg des Meeresspiegels

Dem Bericht zufolge wird der Meeresspiegel voraussichtlich schneller als erwartet ansteigen, da die Eisdecken in der Antarktis und auf Grönland immer schneller an Masse verlieren. Der Beitrag dieser Eisdecken zum Anstieg des Meeresspiegels übertrifft bereits jenen der Wärmeausdehnung, die hierfür in der Vergangenheit maßgeblich verantwortlich war. Im Bericht werden darüber hinaus höhere Durchschnittswerte für den globalen Meeresspiegel genannt als noch in vorherigen IPCC-Berichten: In einem Szenario mit hohen Emissionen wird nun mit bis zu 1,10 Metern im Jahre 2100 gerechnet. Bis 2100 könnte der Meeresspiegel jährlich um bis zu 15 Millimeter pro Jahr ansteigen und im anschließenden Jahrhundert sogar um mehrere Zentimeter pro Jahr zunehmen.

Der beschleunigte Anstieg des Meeresspiegels unterstreicht die Notwendigkeit einer besseren Planung und Umsetzung der Küstenanpassung, um die Risiken von Überschwemmungen, Versalzungen und Erosionen zu reduzieren. Der Bericht dokumentiert immer mehr Belege dafür, dass eine Anpassung mithilfe besserer Schutzvorkehrungen, Vorhersagen und Frühwarnungen bei Extremereignissen von Vorteil ist und tatsächlich dazu beigetragen hat, Auswirkungen und Verluste zu reduzieren.

Allerdings wird damit gerechnet, dass aufgrund des rapide ansteigenden Meeresspiegels einige besonders gefährdete Gesellschaften selbst in einem Szenario mit geringen Emissionen von Treibhausgasen schon weit vor dem Ende dieses Jahrhunderts an ihre Anpassungsgrenzen stoßen werden. Aus diesem Grund wird im Bericht betont, wie unerlässlich die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Institutionen ist, um etwaige Anpassungshindernisse überwinden und die aktuellen finanziellen, technischen und institutionellen Kapazitäten ausbauen zu können.

Beteiligung mehrerer Helmholtz-Zentren

Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen aus mehreren Helmholtz-Zentren, darunter das GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel (GEOMAR) und das Helmholtz-Zentrum Potsdam Deutsches Geoforschungszentrum (GFZ), lieferten wichtige Beiträge zum Bericht des IPCC.

Hervorzuheben sind hier Untersuchungen zur Entwicklung des zukünftigen Meeresspiegelanstiegs. Dabei handelt es sich einerseits um Simulationen mit realitätsnahen Ozean-, Klima- und Erdsystemmodellen und andererseits um präzise Messungen der Veränderungen aus den Ozeanen und den Polargebieten. Darüber hinaus haben die Forscherinnen und Forscher herausragende Beiträge zur Entwicklung von Meeresströmungen und der Dynamik von Eisschilden geliefert. Langzeitmessungen in tiefen Schichten der Labradorsee und anderen subpolaren Regionen liefern wichtige Erkenntnisse zu den natürlichen Schwankungen und der Stabilität der Golfstromzirkulation. Die Entwicklung komplexer Modelle zur Eisschilddynamik, insbesondere deren Wechselwirkung mit den Ozeanen und den Kontinenten, ist für die Quantifizierung des zukünftigen Meeresspiegelanstiegs unerlässlich.

Auch im Bereich der Marinen Ökologie und Biogeochemie haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler wichtige Beiträge zum IPCC-Sonderbericht geliefert. Schwerpunkte sind hier die CO2-Aufnahme der Meere und deren Folgen wie die Versauerung der Ozeane und die aus Erwärmung, Zirkulationsänderungen und Überdüngung resultierende globale Sauerstoffabnahme.

Quelle: UD/fo
 

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