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Klimawandel

IASS: erstes Emissionsinventar für Nepal

Um das Klima zu schützen und die Luftqualität zu verbessern, muss die Politik Mengen und Quellen von Emissionen kennen. Ein Team um IASS-Direktor Mark Lawrence legt jetzt das erste Emissionsinventar vor, das den Ausstoß von Treibhausgasen und Luftschadstoffen in Nepal aufzeichnet. Dabei zeigt sich, dass das Problem der Luftverschmutzung viel schneller wächst als die Wirtschaft.

31.12.2019

IASS: erstes Emissionsinventar für Nepal

„Nepal deckt seinen Energiebedarf zu 88 Prozent mit Biomasse, vor allem mit Holz. Dadurch entstehen erhebliche Mengen von Feinstaub und Ozonvorläufern, die Auswirkungen haben auf das Klima, die Luftqualität, die menschliche Gesundheit, Ernteerträge und die Kryosphäre, also die Eisgebiete auf dem Planeten. Mit dem Emissionsinventar können wir die Hauptverursacher der Emissionen, den Anteil einzelner Quellen oder Sektoren sowie kritische Regionen identifizieren“, erläutert Leitautor Pankaj Sadavarte (SRON Netherlands Institute for Space Research), der als Postdoktorand amIASS an der Studie arbeitete. Die Forscher erfassten Emissionen aus dem Brennstoffverbrauch von Privathaushalten, Industrie, Landwirtschaft, dem Transportsektor und weiteren Wirtschaftszweigen für die Jahre 2001 bis 2016.

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Feinstaub aus Holzöfen

Im Vergleich zu Industrieländern wie Deutschland ist der Anteil der Privathaushalte an den Emissionen in Nepal deutlich höher, vor allem an der Feinstaub-Produktion: So waren sie im Jahr 2011 für 88 Prozent der Emissionen von Ruß, einem Hauptbestandteil von Feinstaub, verantwortlich. Diese Emissionen stammen vor allem von den traditionellen Holzöfen, mit denen die meisten Haushalte kochen und heizen. Ruß schadet der Gesundheit, ist aber auch nach Kohlendioxid der zweitbedeutendste Klimatreiber. Die CO2-Emissionen stammten 2011 zu 46 Prozent von der Industrie, zu 32 Prozent von Privathaushalten und zu 15 Prozent aus dem Verkehr.

Auffällig ist der starke Anstieg der Gesamtmenge der Emissionen im Industrie- und Transportsektor: 2016 war die Industrie für dreimal so viele Emissionen, der Transportsektor sogar für 4,4-mal so viele Emissionen wie 2001 verantwortlich. Die Privathaushalte verursachten hingegen nur 1,3-mal so viele Emissionen. „Der fossile Energieverbrauch nahm im Untersuchungszeitraum um ein Vielfaches zu. So stieg beispielsweise der Verbrauch von Autogas, Benzin und Diesel jeweils auf das Sieben-, Sechs und Vierfache an. Das nationale Bruttoinlandsprodukt wuchs jedoch nur um 74 Prozent, von rund 11,42 Milliarden US-Dollar im Jahr 2001. Das bedeutet, dass das Verschmutzungsproblem viel schneller wächst als die Wirtschaft – ein Verhältnis, das umgekehrt werden sollte", sagt Co-Autor Maheswar Rupakheti, Forschungsgruppenleiter am IASS.

Emissionsinventar hilft der Politik

Die Forscher arbeiten zurzeit an einem zweiten Teil des Inventars, in dem sie die Emissionen aus Waldbränden, Landwirtschaft und offener Verbrennung, etwa von Müll und landwirtschaftlichen Reststoffen, darstellen. Die Daten stellten einen wichtigen Beitrag nicht nur für die Forschung da, sondern könnten auch zur Analyse und Gestaltung politischer Maßnahmen genutzt werden, erläutert Rupakheti: „Sie helfen zum Beispiel bei der Bewertung von Lösungen für die Luftreinhaltung. Zum Beispiel haben wir errechnet, dass die wichtigsten Luftschadstoffe um rund 30 Prozent reduziert würden, wenn die so genannten Superemittenten unter den Fahrzeugen aus dem Verkehr gezogen würden. Das wäre eine sinnvolle Politik-Maßnahme.“ Sobald sie den zweiten Teil des Emissionsinventars veröffentlicht haben, wollen die Forscher in Zusammenarbeit mit Akteuren in Nepal weitere Strategien für saubere Luft entwickeln.

Quelle: UD/fo
 

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