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Energiewende

Grüner Wasserstoff erobert Gebäudesektor

Das Berliner Unternehmen Home Power Solutions (HPS) hat die breite Marktverfügbarkeit des weltweit ersten, auf grünem Wasserstoff basierenden Heimspeichersystems Picea bekannt gegeben. Dieser Meilenstein konnte durch ein gemeinsames Projekt mit EIT InnoEnergy, einem der europaweit größten Investoren in nachhaltige Energieinnovationen, erreicht werden.

15.07.2020

Grüner Wasserstoff erobert Gebäudesektor

Picea besteht aus einer Batterie, einem Elektrolyseur, einer Wasserstoff-Brennstoffzelle und einem Wasserstoffspeicher. Es kombiniert so einige der derzeit vielversprechendsten Speichertechnologien und erreicht damit ein Maß an Autarkie wie heute weltweit kein anderes verfügbares Heimspeichersystem für Endkunden: eine über das ganze Jahr hinweg 100 Prozent netzunabhängige, saubere und CO2-freie Energieversorgung. Durch die Nutzung von Abwärme erlaubt Picea zudem Kosteneinsparungen beim Heizen von bis zu 50 Prozent.

Verglichen mit anderen handelsüblichen Heimspeicherlösungen erhöht Picea dank seiner rund hundertmal höheren Speicherkapazität (bis zu 1.500 Kilowattstunden) bei gerade einmal 30 Prozent der spezifischen Kosten den Nutzen einer Photovoltaikanlage im Eigenheim drastisch. Während alle in Picea enthaltenen Technologien auch für sich allein genommen bereits hochinnovativ sind – viele von ihnen sind HPS Eigenentwicklungen – besteht der zusätzliche Durchbruch in der nahtlosen Integration der einzelnen Komponenten in einem System. Bekannte Probleme in Zusammenhang mit der Nutzung von Solaranlagen auf Hausdächern, etwa durch die schwankende Stromerzeugung, gehören damit der Vergangenheit an.

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Durch das gemeinsame Innovationsprojekt mit EIT InnoEnergy konnten alle Hürden für die nun angekündigte breite Markteinführung von Picea beseitigt werden. Erreicht wurde dies, neben der finanziellen Unterstützung , unter anderem durch erfolgreiche Implementierungen bei Pilotkunden, die Weiterentwicklung der durch Patente geschützten HPS-Technologie, den Aufbau einer Pilotfertigungslinie am Berliner Hauptsitz von HPS und die Kooperation mit Auftragsfertigern und Vertriebspartnern. So haben die beteiligten Projektpartner die Grundlage für die geplante europaweite Expansion von HPS geschaffen.

„Wir freuen uns sehr über den riesigen Sprung nach vorn, den wir seit Beginn unserer Zusammenarbeit mit EIT InnoEnergy im Jahr 2019 gemacht haben“, so Zeyad Abul-Ella, Geschäftsführer von HPS. „Gemeinsam haben wir es geschafft, aus einem reifen Prototyp ein massenmarkttaugliches Produkt zu machen – und zwar deutlich schneller als geplant. Eine der größten Herausforderungen von Photovoltaik war immer ihre Zuverlässigkeit. Mit unserem System erhalten PV-Anlagen nicht nur einen Kurzzeit-Energiespeicher in Form einer Batterie; durch die integrierte Erzeugung von grünem Wasserstoff und die Nutzung in der eingebauten Brennstoffzelle werden alle bisherigen Nachteile der Photovoltaik beseitigt. Dank dieser bahnbrechenden Technologie und dem Marktzugang, den uns EIT InnoEnergy mit seinem Netzwerk ermöglicht, werden wir zeitnah auch außerhalb unseres Heimatmarkts Deutschland expandieren können.“

Und der Zeitpunkt dafür könnte nicht besser sein. Während die Zukunft der europäischen Energiebranche ungewisser denn je ist, bietet Picea potenziell Millionen von Haushalten die Möglichkeit, ihre Energieversorgung selbst in die Hand zu nehmen. Allein in Deutschland leben 36 Prozent der Bevölkerung in Ein- oder Zweifamilienhäusern – mithilfe von Picea können diese Haushalte einen großen Schritt in Richtung Energieunabhängigkeit gehen und gleichzeitig einen Beitrag zur Nachhaltigkeit und Versorgungssicherheit des gesamten europäischen Marktes leisten. In Deutschland und einigen weiteren europäischen Märkten gibt es nach Schätzungen von HPS ein Potenzial von bis zu 1,5 Millionen Speichersystemen im Hauseigentümersegment. Das entspricht einem Marktvolumen von rund 37 Milliarden Euro.

Nachhaltiges und robustes Vorgehen

„Eine der drängendsten Fragen in Zusammenhang mit der Corona-Pandemie und der durch sie verursachten weltweiten Wirtschaftskrise ist: Wie können wir sicherstellen, dass wir nachhaltiger und robuster aus ihr hervorgehen? Insbesondere weil Europa mit dem Green Deal Taktgeber in Sachen Nachhaltigkeit ist, sollten Investitionen in die Energieeffizienz unserer Gebäude oberste Priorität haben. Denn dort gibt es enorme Potenziale zu heben“, so Christian Müller, CEO von EIT InnoEnergy Deutschland. „Die Zusammenarbeit mit HPS ist gerade deshalb so spannend, weil der Mehrwert des Picea-Systems so greifbar ist. Die Kombination aus Batterie, Brennstoffzelle und Wasserstoffspeicher ist einzigartig im Verbrauchersegment. Sie bietet enorme Vorteile für Hauseigentümer, verringert die CO2-Emissionen und hat ein riesiges Potenzial in weiteren Bereichen des Gebäudesektors.“

Derzeit ist Picea für Einfamilienhausbesitzer in Deutschland erhältlich. Vertriebspartner wie der deutsche Energiedienstleister GASAG arbeiten daran, Picea bald auch für ihre Kunden zugänglich zu machen. Die Vermarktung wird sich zunächst auf Deutschland, Österreich und die Schweiz konzentrieren. Die europaweite Markteinführung ist für die nahe Zukunft geplant, die weltweite soll danach folgen. Die Produktion von bis zu mehreren tausend Geräten pro Jahr wird von dem Auftragsfertiger Zollner Elektronik AG übernommen.

Quelle: UD/pm
 

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