Energiewende

Grüne Märkte: Nachhaltigkeit in der Wirtschaft

Hinter dem Schlagwort „Grüne Märkte“ verbirgt sich der komplexe Bereich der Neo-Ökologie. Hier geht es um den gesellschaftlichen Wandel hin zu nachhaltigem Wirtschaften und darum, wie sich CO2-Neutralität gestalten lässt. Dabei betrifft die Neo-Ökologie alle Marktteilnehmer von der Privatperson über die Unternehmen bis hin zu Regierungen.

17.12.2020

Grüne Märkte: Nachhaltigkeit in der Wirtschaft

Ein wichtiger Aspekt grüner Märkte für Regierungen ist beispielsweise der Ausbau erneuerbarer Energien. Sie revolutionieren das bisher bekannte Machtgefüge am Markt. Produzieren bislang überwiegend Konzerne mit oder ohne staatliche Anteilseigner Energie, treten immer mehr Energiegenossenschaften auf den Plan. Strom wird Allgemeingut, jeder soll Zugriff haben. Damit wird es auch kleinen Gemeinden und privaten Zusammenschlüssen möglich, ohne staatliche oder wirtschaftliche Abhängigkeit autark zu leben.

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Die große Herausforderung für alle Marktteilnehmer

Wie lässt sich eine dezentral organisierte Energieversorgung so ausrichten, dass alle Haushalte Zugriff haben? Die Idee ein grünes Label zu kreieren, welches lediglich dem Namen nach nachhaltig produzierten Strom anbietet, wird von den Endverbrauchern sehr schnell als das erkannt, was es ist: ein Etikettenschwindel. Echten grünen Strom, der nachhaltig produziert wird, wird nur von wenigen Firmen angeboten. Utopia erklärt, welche Kriterien einen echten Ökostromanbieter auszeichnen und wie Verbraucher einen Etikettenschwindel entlarven.

Verbraucher sind aufgeklärt

Verbraucher fragen nach und wollen wissen, wie Firmen Produkte und Produktionen nachhaltig gestalten. Sie wollen Fakten sehen. Aus Sicht der Anbieter bedeutet das, dass Nachhaltigkeit nicht nur ökologisch, sondern auch ökonomisch langfristig erfolgversprechend ist. Ressourceneffizienz ist ein wichtiger Motivator für langfristiges wirtschaftliches Wachstum. Firmen müssen neue Recyclingstrategien entwickeln, Produktkreisläufe neu aufsetzen und ihre Geschäftsmodelle grundlegend in Richtung Nachhaltigkeit verändern.

Transparenz und Authentizität als Bewertungskriterium

Produktangebot und Firmenphilosophie müssen mehr denn je übereinstimmen, um Verbraucher von der Nachhaltigkeit einer Firma zu überzeugen. Die Merus GmbH verknüpft diese beiden Aspekte, um im besten Fall als Vorbild für andere Unternehmen voranzuschreiten.

Das Unternehmen produziert einen Ring aus Aluminium, der zur Wasseraufbereitung dient. Das Besondere an dem Ring ist, dass kein Einsatz von Chemie nötig ist. Das bedeutet keinerlei Nebenwirkungen oder Umweltschäden und gleichzeitig eine hohe Wirksamkeit gegen Kalk, Rost und Biofilm in Anlagen, Geräten und technischen Leitungen. Der Ansatz ist physikalisch und funktioniert vereinfacht dargestellt wie folgt:

Stoffe wie Kalk sind wasserlöslich. Wasser kann nur eine bestimmte Menge Kalk aufnehmen. Alles, was darüber hinausgeht, lagert sich an den Leitungen ab. Um dieses Problem zu lösen macht sich die Firma physikalische Gesetze zu Nutze. Wasseratome und Kalkatome bewegen sich im Wasser. Mit dem Ring werden die Bewegungen so verändert, dass sich die Kalklöslichkeit im Wasser steigert. Man spricht hier von Gegenschwingungen oder von Interferenz, die die Atome in einen anderen Rhythmus versetzen. Im Ergebnis löst sich mehr Kalk im Wasser und es bleibt weniger übrig, was sich in den Rohren absetzen kann. Im Idealfall wird sämtlicher Kalk gelöst und die Rohre bleiben frei von Ablagerungen.

CO2-Emissionen - Wolke im Himmel

Das Produkt und die dahinterstehende Technik ist für sich genommen bereits nachhaltig, denn es schont Ressourcen, bietet Menschen unbelastetes Wasser und entlastet die Umwelt. So nachhaltig und umweltfreundlich das Produkt ist, so nachhaltig und umweltfreundlich arbeitet die gesamte Firma. Unter dem Schlagwort „Merus wird klimaneutral“ können Kunden und Interessierte nachlesen, wie die Firmenphilosophie adaptiert wird. 

2020 ist das Jahr, in dem sich das Unternehmen Klimaneutralität auf die Fahnen geschrieben hat. Es hat ein Projekt aufgesetzt und will den Fragen der Klimaneutralität in der eigenen Firma auf den Grund gehen. Das Unternehmen ermittelt unter anderem den CO2-Ausstoß, der im Zusammenhang mit der Herstellung von Aluminium steht, sowie den Energieverbrauch, der zur Herstellung des Rings notwendig ist. Auch geht es der Frage nach, wie viel Strom für die technische Bearbeitung des Produkts nötig ist und wie das CO2-Profil hinsichtlich der Lieferkette aussieht. 

Auf der Website ist zu lesen, welche Meilensteine die Firma bereits erreicht hat. Unter anderem nutzt die Firma ausschließlich Strom aus erneuerbaren Energien aus heimischen Wasserkraftanlagen. 

Daraus lassen sich einige Grundprinzipien ableiten, die als kurzer Leitfaden für Firmen dienen können, die ihr Klimamanagement auf einen guten Weg bringen wollen:

  • Verpflichtung zur Umweltverträglichkeitsprüfungen,
  • Nachweis umweltverträglicher und nachhaltig eingesetzter Technik,
  • aktive Minimierung des CO2-Fußabdrucks,
  • Einhaltung hoher Umweltstandards in allen Bereichen des Unternehmens,
  • Transparenz für Kunden (Internetauftritt, Social-Media-Aktivitäten etc.) und umfassende Auskunftsbereitschaft zu Umweltthemen.

Verbraucher müssen aufmerksam sein

Unternehmen sind also aufgerufen, transparent und nachhaltig zu agieren. Denn auch die Verbraucher sind aufgeklärter und erkennen immer häufiger Produkte, die auf den ersten Blick nachhaltig erscheinen, sich dann aber doch als problematisch entpuppen.

Beispiel: Ein Bio-Apfel wird von einem Öko-Bauern in Mecklenburg-Vorpommern produziert und ist stark nachgefragt – bis in den Winter hinein. Damit der Apfel auch in der Winterzeit angeboten werden kann, muss er gelagert und entsprechend gekühlt werden. Der damit im Zusammenhang stehende CO2-Abdruck kann größer sein als der eines Bio Apfels, der zum Beispiel aus Neuseeland direkt ohne Zwischenlager nach Deutschland importiert wird. Wenn auch Endverbraucher Verantwortung übernehmen und den Bio-Apfel aus Deutschland nur in der Saison kaufen und gleichzeitig auf den Neuseeland-Apfel verzichten würden, erzielten sie die maximale Wirkung hinsichtlich der Klimaneutralität.

Verbraucher und Kunden haben also durchaus Macht. Sie können die öffentliche Wahrnehmung beeinflussen und beispielsweise über soziale Medien auf Unstimmigkeiten aufmerksam machen. Auch bekannte Organisationen wie Greenpeace tragen mit ihren Berichten zur Verbreitung entsprechender Informationen bei.

Quelle: UD/cp
 

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