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04.10.2019

Energiewende

Bis 2030 wird achtmal mehr Wind- und Solarenergie benötigt

Für die Energiewende werden über zehnmal mehr Solarenergie und fünfmal mehr Windkraft als heute sowie weitere technologische Maßnahmen benötigt. Nur so kann die globale Erwärmung auf deutlich unter zwei Grad Celsius begrenzt und das Pariser Klimaabkommen erreicht werden, das zeigt DNV GL in seinem neuesten Energy Transition Outlook: Power Supply and Use. Der Bericht stellt fest, dass die Energiewende schneller voranschreitet als zuvor angenommen.

Bis 2030 wird achtmal mehr Wind- und Solarenergie benötigt

Beim prognostizierten Tempo geht DNV GL davon aus, dass die Welt zum Ende des Jahrhunderts um 2,4 Grad Celsius wärmer sein wird als in der Zeit unmittelbar vor der industriellen Revolution. Dabei existieren die Technologien bereits, mit denen die Emissionen ausreichend gesenkt und damit das Klimaziel erreicht werden kann. Um sie einzusetzen, sind jedoch weitreichende politische Entscheidungen erforderlich.

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DNV GL empfiehlt, die folgenden technischen Maßnahmen zu ergreifen, um die Emissionslücke zu schließen. Dabei handelt es sich um die Differenz zwischen der prognostizierten Geschwindigkeit, mit der unser Energiesystem dekarbonisiert wird, und der Geschwindigkeit, die wir eigentlich erreichen müssen, um die globale Erwärmung auf deutlich unter zwei Grad Celsius zu begrenzen, wie im Pariser Abkommen festgelegt.

Diese Kombination verschiedener Maßnahmen umfasst:

  1. Steigerung der Solarenergie um mehr als das Zehnfache auf fünf Terawatt und der Windkraft um das Fünffache auf drei Terawatt bis 2030. Damit könnten 50 Prozent des weltweiten jährlichen Stromverbrauchs gedeckt werden.
  2. Fünfzigfache Steigerung der Batterieproduktion für die 50 Millionen Elektrofahrzeuge, die bis 2030 pro Jahr benötigt werden. Zudem Investitionen in neue Technologien zur Speicherung überschüssiger elektrischer Energie sowie in Lösungen, die es unseren Stromnetzen ermöglichen, die zunehmende Einspeisung von Solar- und Windenergie zu bewältigen.
  3. Schaffung neuer Infrastrukturen zum Aufladen von Elektrofahrzeugen in großem Maßstab.
  4. Jährliche Investitionen von mehr als USD 1,5 Billionen für den Ausbau und die Stärkung der Stromnetze bis 2030, darunter Ultrahochspannungs-Übertragungsnetze und umfassende Demand-Response-Lösungen zum Ausgleich der variablen Wind- und Solarenergie.
  5. Steigerung der globalen Energieeffizienz um 3,5 Prozent pro Jahr innerhalb des nächsten Jahrzehnts.
  6. Grüner Wasserstoff zur Beheizung von Gebäuden und Industrieanlagen und zum Transport von Kraftstoffen sowie Nutzung überschüssiger erneuerbarer Energie im Stromnetz.
  7. Für die Schwerindustrie: Verstärkte Elektrifizierung von Herstellungsprozessen, einschließlich elektrischer Heizung. Erneuerbare Energiequellen vor Ort kombiniert mit Speicherlösungen.
  8. Wärmepumpentechnologien und verbesserte Isolierung.
  9. Massiver Schienenausbau sowohl für den Stadtverkehr als auch für den Personen- und Güterfernverkehr.
  10. Schneller und umfassender Einsatz von Anlagen zur Kohlenstoffabscheidung, -nutzung und -speicherung.

Eine Stadt zwischen Dürre und Fruchtbarkeit.

Die Energiewende geschieht nicht schnell genug

Das atemberaubende Tempo der Energiewende hält an. Der Bericht von DNV GL prognostiziert, dass die Stromerzeugung aus Photovoltaik- und Windenergie bis 2050 36.000 Terawattstunden pro Jahr betragen wird, mehr als das 20-Fache der heutigen Leistung. China und Indien werden bis Mitte des Jahrhunderts den größten Anteil an Solarenergie aufweisen, wobei 40 Prozent der weltweit installierten PV-Kapazität auf das Konto Chinas gehen wird, gefolgt vom indischen Subkontinent mit 17 Prozent.

Weltweit werden laut dem Bericht bis 2050 fast 80 Prozent des Stroms aus erneuerbaren Energien gewonnen werden. Durch die Elektrifizierung werden zunehmend Wärmepumpen und Elektrolichtbogenöfen zum Einsatz kommen. Auf dem Fahrzeugmarkt wird sich eine Revolution vollziehen: Bereits 2032 werden 50 Prozent aller verkauften Neuwagen Elektrofahrzeuge sein.

Trotz dieses rasanten Tempos geschieht die Energiewende nicht schnell genug. Die Prognose von DNV GL weist alarmierenderweise darauf hin, dass bei einer Erwärmungsgrenze von 1,5 Grad Celsius das verbleibende Kohlenstoffbudget bereits 2028 erschöpft sein wird und 2050 ein Überschuss von 770 Gigatonnen CO2 erreicht werden wird.

„Unsere Forschung zeigt, dass Technologien die Möglichkeit bieten, die Emissionslücke zu schließen und eine saubere Energiezukunft zu schaffen. Aber die Zeit läuft gegen uns. Diese technischen Maßnahmen können nur erfolgreich sein, wenn sie durch außerordentliche politische Anstrengungen unterstützt werden. Wir fordern die Regierungspolitik auf, die Stromnetze so auszubauen und anzupassen, dass sie den Anstieg erneuerbarer Energien bewältigen können. Außerdem müssen wirtschaftliche Anreize für Energieeffizienzmaßnahmen gesetzt und Reformen zur Beschleunigung der Transportelektrifizierung beschlossen werden“, fordert Ditlev Engel, CEO von DNV GL Energy. „Regierungen, Unternehmen und die Gesellschaft als Ganzes müssen die vorherrschende Denkweise von ‚business as usual‘ in ‚business as unusual‘ ändern, um die Energiewende schneller voranzutreiben."

Der Bericht zeigt auch, dass die Energiewende bezahlbar ist und die Welt einen immer geringeren Anteil des BIP für Energie ausgeben wird. Die weltweiten Energieausgaben machen derzeit 3,6 Prozent des BIP aus, werden jedoch bis 2050 auf 1,9 Prozent des BIP fallen. Dies ist auf die sinkenden Kosten für erneuerbare Energien und andere Effizienzsteigerungen zurückzuführen, sodass höhere Investitionen zur Beschleunigung der Energiewende möglich werden.

DNV GL appelliert an alle 197 Länder, die das Pariser Klimaschutzabkommen unterzeichnet haben, ihre Anstrengungen zu erhöhen und die ehrgeizigen Ziele für ihre aktualisierten nationalen Klimabeiträge bis 2020 umzusetzen. In einer Momentaufnahme der ersten nationalen Klimabeiträge, die dem für das Rahmenübereinkommen der Vereinten Nationen über Klimaänderungen zuständigen Sekretariat vorgelegt wurde, beziehen sich aktuell 75 Prozent der Beiträge auf erneuerbare Energien und 58 Prozent auf Energieeffizienz. DNV GL fordert die politischen Entscheidungsträger dazu auf, diese beiden Prozentsätze bei der zweiten Runde der nationalen Klimabeiträge auf 100 Prozent zu erhöhen.

Um den „Energiewendeausblick: Energieversorgungs- und Nutzungsbericht“ zu lesen, können Sie ihn hier kostenlos herunterladen. 

Quelle: UD/cp
 

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