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Biodiversität

Invasive Arten schaden der Biodiversität

Gebietsfremde Arten, sogenannte Neobiota, gefährden die Biodiversität. Eine neue Studie der Universität Wien warnt davor, dass 20 bis 30 Prozent zusätzlich eingeschleppter Neobiota in den kommenden Jahren gravierende Auswirkungen auf die Vielfalt der Lebensformen haben können.

14.08.2020

Invasive Arten schaden der Biodiversität
Die braune Nachtbaumnatter (Boiga irregularis) wurde durch den globalen Warentransport unabsichtlich auf diversen Inseln weltweit eingeschleppt.

Durch menschliche Aktivitäten werden immer mehr Arten absichtlich und unabsichtlich in neue Regionen der Welt gebracht – etwa durch Reisende oder über den Transport von Waren. Ein Teil dieser gebietsfremden Arten oder Neobiota hat negative Auswirkungen auf die Biodiversität und den Menschen, etwa indem sie andere Arten verdrängen oder Krankheiten übertragen. Während es recht gute Informationen über die historische Ausbreitung von Neobiota gibt, mangelt es an Erkenntnissen über deren zukünftige Entwicklung. Eine Studie eines internationalen Forscherteams um Franz Essl, Bernd Lenzner und Stefan Dullinger von der Universität Wien, die in der Zeitschrift „Global Change Biology“ veröffentlicht wurde, will das nun ändern.

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„Momentan ist es noch nicht möglich präzise Vorhersagen anhand von Computermodellen zu geben, wie sich die Ausbreitung und der Einfluss von Neobiota in der Zukunft verändern werden“, sagt Franz Essl, einer der beiden Studienleiter. Deshalb greife man auf Einschätzungen von Experten mittels standardisierter Umfragen zurück. Dabei zeigt sich, dass schon ein Anstieg um 20 bis 30 Prozent neu eingeschleppter Neobiota als ausreichend für massive globale Biodiversitätsverluste gesehen wird – ein Wert, der angesichts der zunehmenden Anzahl an eingeschleppten Arten bald erreicht sein dürfte.

Mensch ist hauptverantwortlich für die Verbreitung

Die Expertinnen und Experten glauben, dass nach wie vor der Mensch hauptverantwortlich für die Verbreitung von Neobiota ist. Sie identifizieren drei Hauptgründe, allen voran den zunehmenden globalen Warentransport, gefolgt vom Klimawandel und dem Ausmaß wirtschaftlichen Wachstums. Die Studie zeigt auch auf, dass bei ambitionierten Gegenmaßnahmen die Ausbreitung von Neobiota stark gebremst werden kann.

Die Forscher untersuchten auch den Einfluss der Ausbreitung von Neobiota auf verschiedene Regionen der Welt: So spielt der Tourismus eine besondere Rolle in der Einschleppung von Arten in tropische und subtropische Regionen, während der Klimawandel mit milderen Wintern vor allem in den polaren und gemäßigten Regionen das Überleben und die Etablierung von Neobiota in der Zukunft begünstigt.

Die Wissenschafter sehen die politischen Entscheidungsträger in der Verantwortung zu handeln: „Unsere Studie zeigt, welchen Handlungsspielraum wir momentan haben, um den Einfluss von Neobiota in der Zukunft zu reduzieren“, sagt Bernd Lenzner: „Die Ergebnisse bilden eine wichtige wissenschaftliche Grundlage für die Weiterentwicklung internationaler Abkommen, wie den Sustainable Development Goals oder der Biodiversitätskonvention. Nur so lassen sich die negativen Folgen durch Neobiota für die globale Biodiversität und unsere Gesellschaft reduzieren."

Quelle: UD/fo
 

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