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Biodiversität

Biodiversitäts- und Klimaschutz: Multitalent Mangrove

Anlässlich des Welttags der Mangroven hat der Global Nature Fund (GNF) eine erfolgreiche Zwischenbilanz gezogen. Auf drei Kontinenten hat er sich bereits der nachhaltigen Renaturierung degradierter Mangrovenflächen gewidmet oder ist dort noch tätig, aktuell in Südasien und der Karibik.

31.07.2020

Biodiversitäts- und Klimaschutz: Multitalent Mangrove

Damit leisten die Abteilungen Naturschutz und Entwicklungszusammenarbeit des GNF einen Beitrag zur Bindung von Treibhausgasen und gegen die Klimakrise – und entwickeln zugleich gemeinsam mit den Menschen vor Ort innovative Perspektiven zwischen Ökologie und Ökonomie.

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So langsam spricht es sich herum. Der GNF hat es schon gewusst und richtet sein weltweites Engagement seit Jahren danach aus: Mangroven sind Alleskönner im Kampf gegen Klimawandel und Verlust biologischer Vielfalt. Nicht nur, dass die salztoleranten Pflanzen Wälder bilden, die neben Korallenriffen und Regenwäldern zu den produktivsten Ökosystemen der Erde zählen und Reptilien, Säugetieren, Vögeln, Amphibien, Fischen und Krebstieren eine Heimat bieten. Ihr Bewuchs kann Küstenregionen auch vor tropischen Wirbelstürmen und Sturmfluten schützen. Und: Gesunde Mangroven speichern mehr CO2 als jeder andere Wald.

Doch leider zählen Mangroven auch zu den am stärksten bedrohten Ökosystemen der Welt. Mehr als die Hälfte des ursprünglichen Bestands ist bereits unwiederbringlich verloren; der Bedarf an Bau- und Feuerholz sowie Platz für Siedlungen, Fangnetze und Garnelenfarmen fordert einen Tribut, der sich für die Erde im Zeichen der Globalen Erwärmung als fatal erweisen könnte.

Im Einsatz für den „schönen Wald“

Mit seinen Projekten setzt der GNF ein Signal gegen diesen Trend. So unterstützt er aktuell Menschen und Mangroven in den Sundarbans (bengalisch: „schöner Wald“), dem größten zusammenhängenden Mangrovenwald der Erde im Grenzgebiet von Indien und Bangladesch. Die 10.000 Quadratkilometer große Fläche leidet besonders unter Abholzung und unkontrollierter Garnelenzucht.

„Wir unterstützen die Menschen hier in einer Dilemmasituation“, sagt Thies Geertz, der als Projektmanager im Bereich Nachhaltige Entwicklung für den GNF arbeitet und schon oft in den Sundarbans vor Ort war. „Den Bewohnern ist die Bedeutung der Mangroven und ihres Schutzes bewusst – gleichzeitig stellt die Garnelenaquakultur für viele die einzige Einnahmequelle dar. Dafür werden Bäume abgeholzt, um die Flächen in Teiche umzuwandeln. So verlieren wir Hektar um Hektar kostbaren Mangrovenwald, was den Farmern selbst, aber auch dem Klima schadet.“

Um diesen negativen Kreislauf zu durchbrechen, hat sich der GNF gefördert vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) mit regionalen Partnerorganisationen zusammengeschlossen. „Wir untersuchen gemeinsam mit der lokalen Bevölkerung und den Farmern vor Ort die Erfolgsfaktoren für eine ökologisch nachhaltige Garnelenzucht, die den Bestand der Mangrovenwälder nicht gefährdet“, so Geertz. Im Dialog hätten die Partner bereits erfolgreiche Pilotprojekte umgesetzt, die auf das Potential nachhaltiger Aquakultur deuteten, Mangroven zu schützen und die Produktion sowie Absatzmöglichkeiten der Garnelenfarmer sogar noch zu verbessern. 

Lesen Sie hier mehr über das GNF-Projekt zum Garnelenhandel & Mangroven-Ökosystemen.

Renaturierung trifft nachhaltiges Business

In der Dominikanischen Republik ist der GNF seit Jahren in verschiedenen Initiativen präsent. Seit Anfang 2020 sind seine Projektmanagerinnen und -manager dort auch im Mangrovenschutz aktiv: Sie bringen die Entwicklung eines neuen Managementplans für den Mangroves of the Lower Yuna National Park voran und helfen, die bedrohten Mangrovenwälder in der Bucht von Samaná zu schützen.

Ein großer Teil des Ökosystems ist trotz des Schutzstatus des Nationalparks bereits degradiert. „Konkret wollen wir in einem ersten Schritt 80 Hektar Mangrovenwald wiederherstellen“, erklärt Dr. Thomas Schaefer, Leiter der Abteilung Naturschutz beim GNF. „Das reicht uns aber nicht – wir haben eine nachhaltige Renaturierung im Blick und setzen deshalb auf eine ganze Reihe von Maßnahmen, die wir gemeinsam mit unserem dominikanischen Partner CEBSE durchführen.“ Dazu beziehen die Projektpartner die lokale Bevölkerung in die Wiederaufforstung des Mangrovenwalds mit ein und sensibilisieren sie in einem Bildungsprogramm für die Bedeutung des kostbaren Ökosystems.

Dr. Schaefer: „Wir schaffen außerdem Möglichkeiten im Ökotourismus – zum Beispiel eine Route für nachhaltige Kajaktouren in den Mangroven des Lower Yuna Nationalparks oder einen Pfad für geführte Vogelbeobachtungstouren –, unterstützen eine neu gegründete Frauenorganisation und entwickeln gemeinsam mit den Menschen vor Ort biodiversitätsfördernde Businessoptionen. Das ist Nachhaltigkeit, vielseitig gedacht.“ Gefördert wird das Projekt ebenfalls vom BMZ, außerdem erhält es Unterstützung von der TUI Care Foundation.

Lesen Sie hier mehr über das GNF-Projekt für das Management des Nationalparks Lower Yuna und seiner Mangrovenwälder.

Über den Global Nature Fund

Engagierte Umweltschützerinnen und Unterstützer haben den Global Nature Fund (GNF) 1998 in Radolfzell am Bodensee mit der Mission gegründet, die Seen und Feuchtgebiete der Welt zu bewahren. Mit Living Lakes, einem Netzwerk von über 140 Umweltorganisationen in mehr als 50 Ländern, fördert der GNF den Technologie- und Wissenstransfer und führt im Rahmen verschiedener Programme Projekte mit Partnern rund um den Globus durch. Mittlerweile ergänzen Initiativen aus den Bereichen Naturschutz, Nachhaltige Entwicklung & Entwicklungszusammenarbeit sowie Unternehmen & Biodiversität das GNF-Projektportfolio.

Quelle: UD/pm
 

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