18.09.2019
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01.07.2019

UN-Entwicklungsziele

Politische Untätigkeit bei Energiepolitik schadet SDGs

Erneuerbare Energien machen heute mehr als ein Viertel (26 Prozent) der globalen Stromerzeugung aus, aktuelle Entwicklungen in der Branche zeigen jedoch, dass in allen Bereichen des Endverbrauchs mutigere politische Entscheidungen erforderlich sind, um unsere Energiesysteme nachhaltig zu gestalten.

Politische Untätigkeit bei Energiepolitik schadet SDGs zoom

Laut dem jetzt veröffentlichten "Renewables 2019 Global Status Report" (GSR) tragen erneuerbare Energien immer mehr zur Stromerzeugung weltweit bei, die wankelmütige Politikgestaltung verhindert allerdings, dass die Branche ihr Potenzial hinsichtlich des Beitrags zur Verringerung der CO2-Belastung und des Erreichens der Klima- und Entwicklungsziele ausschöpfen kann.

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Der Bericht bestätigt, dass im Elektrizitätssektor im vierten Jahr in Folge mehr erneuerbare Energieträger installiert wurden, als fossile und nukleare Energieträgern zusammen - 100 Gigawatt Solarenergie (Photovoltaik) kamen allein 2018 hinzu – genug, um mehr als 25 Prozent des Strombedarfs in Frankreich zu decken.

Mangelnder Ehrgeiz und das Fehlen nachhaltiger Maßnahmen zur Förderung der Dekarbonisierung im Wärme-,Kälte- und Verkehrssektor bedeuten jedoch, dass Länder die Vorteile der Energiewende – einschließlich sauberer Luft und Energiesicherheit – für ihre Bevölkerung nicht maximieren.

„Ein entscheidender Durchbruch könnte erzielt werden, wenn Länder ihre Subventionen für fossile Brennstoffe kürzen, die schmutzige Energie fördern“, sagt Rana Adib, Exekutivsekretärin von REN21. Eine ehrgeizige Politik und entsprechende rechtliche Rahmenbedingungen sind entscheidend für die Schaffung günstiger und wettbewerbsfähiger Bedingungen, damit der Anteil erneuerbarer Energien wachsen kann und diese teurere, kohlenstoffhaltige Kraftstoffe ersetzen können. Vierzig Länder haben seit 2015 in gewissem Umfang Reformen zur Verringerung ihrer Subventionen für fossile Energieträger durchgeführt, allerdings existierten solche Subventionen 2017 immer noch in 112 Ländern , wobei mindestens 73 Länder Subventionen in Höhe von jeweils über 100 Millionen US-Dollar gewährt haben. Die Subventionen für den Verbrauch fossiler Brennstoffe werden weltweit für 2017 auf insgesamt 300 Millarden US-Dollar geschätzt; dies entspricht einem Anstieg von 11 Prozent gegenüber 2016.

Die Ergebnisse des Berichts:

  • Solar-/Photovoltaik- und Windenergie sind mittlerweile etablierte Optionen im Strombereich. In mehr als 90 Ländern wurden mehr als ein Gigawatt an erneuerbarem Strom installiert, und in 30 Ländern waren es mehr als zehn Gigawatt. Mindestens neun Länder erzeugten mehr als 20 Prozent ihres Stroms auf der Grundlage von Solar-/Photovoltaik- und Windenergie. (Es handelt sich dabei um: Dänemark, Uruguay, Irland, Deutschland, Portugal, Spanien, Griechenland, Großbritannien und Honduras.)

  • Die globale Akzeptanz erneuerbarer Energien hängt nicht mehr nur von ein paar wenigen Ländern ab. 2018 stieg die Nutzung erneuerbarer Energien weltweit insgesamt stetig, wobei der Ausbau in der Europäischen Union leicht zunahm und die Zahl jährlichen Installationen und Investitionen Chinas im Vergleich zum Vorjahr abnahm. Dies zeigt, dass erneuerbare Energien weltweit einen großen Beitrag zur Stromerzeugung leisten.

  • Städte sind zunehmend Vorreiter für den Einsatz erneuerbarer Energien; dort werden einige der ehrgeizigsten Ziele für erneuerbare Energien weltweit verabschiedet. In zahlreichen Fällen gehen diese Selbstverpflichtungen und Maßnahmen über Initiativen auf nationaler und regionaler Ebene hinaus. Mehr als 100 Städte (von Nairobi/Kenia und Dar es Salaam/Tansania über Auckland/NZ und Stockholm/Schweden bis Seattle/USA) nutzen zu mindestens 70 Prozent Strom auf der Grundlage erneuerbarer Energien, und mindestens 50 Städte haben Ziele für erneuerbare Energien in den Bereichen Strom, Wärme und Kälte sowie Verkehr festgelegt.

Es bestehen große Möglichkeiten für Länder, Maßnahmen voranzutreiben, indem sie die Energiewende auf die Bereiche Wärme und Kälte sowie Verkehr ausweiten. Erneuerbare Energien decken mehr als 26 Prozent der Stromerzeugung weltweit ab, aber lediglich zehn Prozent der im Bereich Wärme und Kälte genutzten Energie und nur etwas mehr als drei Prozent im Bereich Verkehr. Dieses Ungleichgewicht zwischen einzelnen Energiebereichen ist weitgehend auf unzureichende oder unbeständige politische Unterstützung zurückzuführen. Die Zahl der Länder mit einer Politik zugunsten erneuerbarer Energien im Wärmebereich hat sogar abgenommen.

Immediate and Strong Policy Action

Initiativen in den Bereichen Verkehr sowie Wärme und Kälte

Trotz mangelnder Unterstützung werden derzeit Initiativen in den Bereichen Verkehr sowie Wärme und Kälte umgesetzt. Nachhaltige Biokraftstoffe, Elektrofahrzeuge und kraftstoffsparende Maßnahmen reduzieren insgesamt die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen im Verkehrssektor. Ehrgeizige Politiken wie die Verpflichtung zur Beimischung von 27 Prozent Ethanol in Brasilien oder das Low Carbon Fuel Standard Program in Kalifornien (USA) zeigen, welchen Beitrag erneuerbare Energien im Verkehrssektor leisten können. Zu den Maßnahmen auf dem Gebiet Wärme und Kälte zählen Energie-Codes im Gebäudebereich, Anreize für und Verpflichtungen zu Wärme auf der Grundlage erneuerbarer Energien sowie indirekte Ansätze wie CO2-Preisgestaltung. Es wird nach wie vor extrem wenig Gebrauch von CO2-Preisgestaltung gemacht. Bis Ende 2018 hatten lediglich 44 nationale Regierungen, 21 Bundesstaaten/Provinzen und sieben Städte Maßnahmen zur CO2-Preisgestaltung umgesetzt; dies entspricht gerade einmal 13 Prozent des globalen CO2-Ausstoßes

„Angesichts der Tatsache, dass die Länder 2020 ehrgeizigere Klimaziele vorweisen müssen, zeigt dieser Bericht, dass es eine ganze Bandbreite von Möglichkeiten gibt, um mehr Maßnahmen zu ergreifen und das Leben der Menschen zu verbessern, indem sie den Nutzen der Energiewende auf die gesamte Wirtschaft ausweiten,“ sagt REN21-Vorsitzender Arthouros Zervos.

Mehr über REN21 und den Renewables Global Status Report (GSR)

REN21 ist ein globales Netzwerk, das qualitativ hochwertige aktuelle Informationen zur Gestaltung der Energiedebatte bereitstellt. Ihm gehören weltweit Akteure von Regierungen, zwischenstaatlichen Organisationen und Nichtregierungsorganisationen, sowie Vertreterinnen und Vertreter aus Industrie, Wissenschaft und Forschung an. REN21 setzt sich für eine nachhaltige Energiezukunft ein. Auf der Grundlage von Wissen und Daten verändert REN21 unser Denken über erneuerbare Energien, liefert dabei Informationen für Entscheidungsträger und gestaltet somit die Zukunft mit.

Der erstmals 2005 veröffentlichte GSR, bietet einen umfassenden Überblick über die Entwicklungen im Bereich der erneuerbaren Energien geschieht. Schwerpunkte des diesjähriges Berichts sind die Entwicklungen und Trends 2018 nach Märkten, Investitionen und Politiken weltweit. Im 15. Jahr seines Erscheinens ist dieser Jahresbericht mittlerweile eine Standardpublikation über erneuerbare Energien. Er basiert auf Daten und Informationen, die das aus mehr als 900 Beteiligten weltweit bestehende Netzwerk von REN21 beisteuert. Diese Informationen werden dazu verwendet, Debatten mit zu gestalten, um das Denken über und Maßnahmen im Bereich erneuerbare Energien voranzubringen.

Infografiken, Schaubilder sowie nationale und regionale Datenblätter können hier heruntergeladen werden:

https://ren21.filecloudonline.com/url/ysphuvhv4tyxcpm4

Quelle: UD/pm
 

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