12.12.2019
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17.09.2019

UN-Entwicklungsziele

Erster unabhängiger Weltnachhaltigkeitsbericht veröffentlicht

Eine Welt ohne Armut, in der das Wohlergehen aller Menschen gesichert ist: Dieses Ziel für das Jahr 2030 sei nur erreichbar, wenn das Verhältnis zwischen Mensch und Natur grundlegend verändert und Ungleichheiten reduziert würden. Zu diesem Schluss kommt der UNO-Weltnachhaltigkeitsbericht, der unter der Leitung von Peter Messerli und von Endah Murniningtyas verfasst wurde.

Erster unabhängiger Weltnachhaltigkeitsbericht veröffentlicht
UNO-Generalsekretär António Guterres (Mitte) mit den internationalen Autorinnen und Autoren des ersten Weltnachhaltigkeitsberichts.

Am 11. September 2019 präsentierte Peter Messerli, Professor der Universität Bern, in New York den ersten Weltnachhaltigkeitsbericht. Der Global Sustainable Development Report (GSDR) wurde im Auftrag aller UNO-Staaten erstellt und soll im Hinblick auf den UNO-Nachhaltigkeitsgipfel vom 24.-25. September 2019 die Fortschritte bei der Umsetzung der 17 Nachhaltigkeitsziele der Agenda 2030 der Vereinten Nationen aufzeigen. Der Bericht zeigt nun klar, dass das gegenwärtige Entwicklungsmodell nicht nachhaltig ist und dass sogar die in den letzten zwei Jahrzehnten erreichten Fortschritte gefährdet sind, weil die sozialen Ungleichheiten zunehmen und möglicherweise unumkehrbare Umweltschäden auftreten. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler kommen zum Schluss, dass die Ziele der Agenda 2030 nur mit einem tiefgreifenden Wandel erreicht werden können.

Der Bericht nennt 20 Punkte, bei denen Interventionen im kommenden Jahrzehnt zu einem transformativen und beschleunigten Fortschritt in Richtung mehrerer Ziele führen können. Diese gezielten Maßnahmen basieren auf der jüngsten wissenschaftlichen Literatur, in der die tieferen systemischen Zusammenhänge analysiert werden. Aufgezeigt werden darin Synergien und Konflikte zwischen den einzelnen Zielen.

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Bei Ernährungssystem und Energie ansetzen

Der Bericht plädiert für den universellen Zugang zu hochwertigen Grunddienstleistungen wie Gesundheitswesen, Bildung, Wasser- und Sanitärinfrastruktur, Wohnen und sozialer Schutz als Voraussetzungen für die Beseitigung von Armut und für menschliches Wohlergehen. Er ruft dazu auf, vermehrt auf die Beendigung von rechtlicher und sozialer Diskriminierung zu achten sowie Gewerkschaften, Nichtregierungsorganisationen, Frauenverbände und andere Organisationen der Zivilgesellschaft als wichtige Partner bei der Umsetzung der Agenda 2030 einzubinden.

Die Lebensmittel- und Energiesysteme identifizieren die Autorinnen und Autoren als besonders wichtige Schauplätze für Veränderungen – da diese Systeme, wie sie derzeit funktionieren, die Welt in die Nähe von Kipppunkten in Bezug auf die Umwelt bringen, und sie gleichzeitig zentral sind für die menschliche Gesundheit und das Wohlbefinden. «Wir haben Systeme definiert, die heute dysfunktional sind, und die gleichzeitig so potent sind, dass sie die ganze Welt in die richtige Richtung lenken können, wenn wir es schaffen, sie neu zu konfigurieren», erklärt Peter Messerli, Professor für Nachhaltige Entwicklung an der Universität Bern und Ko-Leiter der internationalen Expertengruppe.

 
 
 
 

Notwendige Transformation erfordert starken politischen Willen

Die erforderliche umfassende Transformation werde nicht einfach sein, und der Bericht legt nahe, dass ein tiefes wissenschaftliches Verständnis erforderlich ist, um die Spannungen und Zielkonflikte zu antizipieren und abzumildern, die mit einem umfassenden Strukturwandel einhergehen. Die Autorinnen und Autoren betonen, dass ein starker politischer Wille und Engagement erforderlich sein werden: «Die Agenda 2030 wird uns alle zwingen, harte politische Entscheide zu fällen», so Peter Messerli.

Zum Global Sustainable Development Report 2019
gelangen Sie hier.

Quelle: UD/pm
 

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