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11.01.2019

Wirtschaftsethik

Kinder sind die Zukunft - wirklich?

Es klingt, wie eine Binsenweisheit – unsere Kinder sind die Zukunft. Klar, die Kinder von heute sind die Erwachsenen von morgen und sie werden die Zukunft prägen – ihre Zukunft. Aber wie sinnvoll ist es, wenn wir heutige Erwachsene unsere Zukunftshoffnungen und die Idee einer „nachhaltigen“ Welt auf die Kinder projizieren?

Kinder sind die Zukunft - wirklich?

Wer zurückdenkt an seine eigene Kindheit, der wird keinen Zweifel haben: Die Vorstellungen unserer Eltern, wie eine „gute“ Welt aussieht, war nicht das, was uns motiviert hat, erwachsen zu werden. Die Zukunft sah wohl niemals so aus, wie Eltern- und Großelterngenerationen sie sich ausgemalt haben mochten. Und das wird vermutlich die nächsten Jahrhunderte nicht anders sein.

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Dennoch beschäftigen sich heutige Grundschüler-Generationen sehr mit der Zukunft. Oder soll man sagen, sie werden von ihren Eltern, Lehrern und Erziehern damit beschäftigt? Und ist es dann weniger eine offene, abenteuerliche, herausfordernde Zukunft als vielmehr die Zukunfts-Angst de Erwachsenen, mit der sich die Kinder auseinandersetzen?

Wir haben die Gelegenheit genutzt, Berliner Grundschüler der dritten und vierten Klasse im Rahmen eines Vorlesertages zu fragen, wie sie sich die Welt im Jahr 2030 vorstellen, wenn sie selbst Anfang ihrer zwanziger Jahre sein werden. Tatsächlich reproduziert etwa die Hälfte der Kinder die gängigen Leitvorstellungen des sozial-ökologischen Bewusstseins, wie es von Medien, Schule und Elternhäusern kultiviert wird:

  • Die Welt sollte grüner sein.
  • Im Meer liegt ganz viel Plastik, dadurch sterben die Tiere.
  • Aufhören, so viele Bäume zu fällen.
  • Ich will nicht so viel Müll produzieren.
  • Gerechtigkeit auf der Welt.
  • Man muss die Natur schützen!
  • Weniger Plastik, weniger Palmöl, mehr Bäume, mehr Natur!
  • Nicht so viele Autos, vor allem keine Dieselautos.
Verbotsschild (Fany, 2030 21 Jahre alt)

Ein typisches Bildmotiv dieser Kinder ist das Verbotsschild (Fany, 2030 21 Jahre alt). Man mag sich fragen, wie viel persönliche Erfahrung und eigene Ideen hinter solchen Äußerungen stehen. Bei einem Teil der Kinder wird mehr Eigenes sichtbar. Z.B. bei Nibelle, die 2030 23 Jahre alt sein wird und sich überlegt: „Wie wohl die Welt in 12 Jahren aussehen wird? Wird es noch Autos geben? Oder fliegende Autos? Und was wird aus Berlin? Vielleicht so wie früher in der Steinzeit oder wie in der Wikingerzeit. Wer weiß?“

Häufig beschäftigen sich die Grundschüler auch mit technischen Lösungen für heutige Umweltprobleme und legen dabei persönlichen Ehrgeiz an den Tag, wie Samuel, der 2030 dann 22 Jahre alt sein wird: „Ich würde gerne Autos erfinden, die nur am Anfang des Losfahrens Energie verbrauchen und während der Fahrt durch die Reifen sich selbst aufladen mit Energiestrom. Außerdem das coolste Buch, das es je gegeben hat, schreiben, dass es jeder liest. Außerdem werde ich eine Maschine erfinden, die CO2 und Stickstoff in Sauerstoff umwandelt. Wenn Bäume das können, können wir das auch!“

Die Bilder, die solche Vorstellungen illustrieren, zeigen z.B. ein Flugzeug, das als „CO2-Einsauger“ Mobilität mit Klimaschutz verbindet (Filip, 2020 22 Jahre) oder kunstvolle Apparate, die aus Müll saubere Luft machen (Felix, 2030 wird er 24 Jahre alt sein), Connor (2030 23 Jahre) nennt seine entsprechende Maschine den „Happy Umweltgenerator“. Ein anderer Junge hat das Prinzip genial vereinfacht dargestellt – Grau rein, Grün raus.

Immer noch sind es vor allem die Jungs, die sich mit den technischen Lösungen beschäftigen, während die Mädchen dann doch die sozialen Fragen mehr interessieren. Mia, die 2030 23 Jahre alt sein wird, schreibt über ihre Welt in zwölf Jahren: „Ich will Freunde haben, die hinter mir stehen, Spaß haben. Und die für mich da sind, mir bei schwierigen Sachen helfen. Die mir mit auch mal Scheiß bauen, aber auch die mir zuhören und sie sollen zu mir ehrlich sein. Die umweltfreundlich sind, aber keine ÖKOTUSSIS sind.“

Die Sonne scheint auf die Erde (Milla, 2030 23 Jahre).

Überwiegend von Mädchen kommen Wünsche wie „kein Krieg mehr“, „dass sie nicht immer alles mit Gewalt klären“ und „nicht so viel Armut“. Das Bild einer von der Sonne bestrahlten und mit Rosen umkränzten Erde stammt von Milla (2030 23 Jahre alt). „Wenn Bäume das können, können wir das auch“ und „umweltfreundlich, ohne Ökotussis zu sein“ – manche der Kinder, die unsere Zukunft sind, stimmen uns richtig hoffnungsfroh!

Quelle: UD
 

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