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Personalmanagement

Fachkräftegewinnung: Offene Kommunikation und Employer Branding

Ein elfter Platz beim „Eurovision Song Contest“ würde in Deutschland fast frenetischen Jubel auslösen. Ein elfter Platz in der Liste der attraktivsten Länder für hochqualifizierte Fachkräfte dagegen ist mehr als mäßig. Doch der wird Deutschland von einer aktuellen Studie der OECD bescheinigt. Sieben Faktoren wie Einkommen, Kompetenzumfeld und Lebensqualität führten zum Endergebnis, vorne liegen Australien, die Schweiz und Schweden.

16.07.2019

Fachkräftegewinnung: Offene Kommunikation und Employer Branding

Nun könnte das frisch von der GroKo eingebrachte Fachkräftegewinnungsgesetz vermutlich noch ein paar Pluspunkte nachschieben, die ultimative Lösung für das Problem des Fachkräftemangels wird es aber aller Voraussicht nach nicht. Dieser Meinung ist auch Bernd Wenske, der sich als Speaker und Expert-Hunter täglich mit dem Thema beschäftigt. Das Gesetz sei ein guter Schritt, aber eben nur einer von mehreren, sagt er. „Es kommt auch auf das einzelne Unternehmen an. Gesetze wirken von außen, Unternehmen von innen. Wenn sich beides in der Mitte trifft, entsteht eine gute Basis“, erklärt der Mann, der es mit seinen Vorträgen schon bis vor die Vereinten Nationen in Wien geschafft hat.

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Fachkräftegewinnung strategisch angehen

Die Zeiten, in denen Unternehmen gelassen hunderte Bewerbungen durchsehen konnten, in denen die Frage „Wer will hier was von wem?“ eindeutig zu beantworten war, sind vorbei. Sicher gibt es nach wie vor besonders begehrte Arbeitgeber, aber Prioritäten und Einstellung vieler Arbeitnehmer haben sich verändert. Es geht nicht mehr darum, unbedingt bei Unternehmen X anfangen zu können, sondern es stellt sich die Frage: Was bietet mir Unternehmen X? Wie verhält es sich in puncto Nachhaltigkeit? Angesichts eines leer gefegten Arbeitsmarktes wird die Auswahl größer, viele Arbeitnehmer müssen nicht mehr die erstbeste Gelegenheit wahrnehmen. Wenske ist überzeugt: „Strategisches Vorgehen bei der Fachkräfte-Akquise ist möglich und machbar!“ Der Schlüssel dazu liege in der Kommunikation - von der Führung bis nach außen. Fühlen Mitarbeiter sich ernst genommen, erfahren sie Unterstützung, werden ihre Leistungen honoriert, dann tragen sie dies auch nach außen. Das fängt bei Bewertungsportalen an, geht über soziale Medien und hört im Gespräch mit Freunden und Familie auf. Klassische Mundpropaganda, jetzt auch digital. „Genau das ist ein Teil des wichtigen Employer Brandings, der Außendarstellung und Außenwirkung eines Unternehmens“, führt Wenske an.

Anreize erzeugen

„Die Gehaltszahlung allein reicht heute als Lockmittel nur noch selten aus“, statuiert der Experte. „Unternehmen sollten Antworten auf folgende Fragen haben: Wie honorieren wir darüber hinaus gute Leistungen? Wie erkenne und fördere ich die Stärken meiner Mitarbeiter? Was tun wir hinsichtlich unserer sozialen Verantwortung?“. Die Verknüpfung zwischen einem offenen Umgang mit den Mitarbeitern und guten Verkaufsargumenten für das Unternehmen würden die Gewinnung von Fachkräften erleichtern, davon ist Bernd Wenske überzeugt. Das kann bedeuten, die Unternehmensstruktur mindestens ein Stück weit erneuern zu müssen, „aber ohne Erneuerung, egal in welcher Hinsicht, überlebt auch kein Unternehmen“. Auch die Formulierung von Stellenanzeigen kann Einfluss auf die Anzahl und Auswahl der Bewerber haben: Ermögliche ich auch Menschen den Zugang, die eventuell keine Qualifikationspunktlandung auf den ausgeschriebenen Job hinlegen? 

Ein Punkt, der vor allem in Bezug auf ausländische Fachkräfte schwer wiegt. Sie scheitern oftmals noch daran, dass ihre Ausbildungen und Abschlüsse in Deutschland nicht als gleichwertig anerkannt werden. „Doch ohne Fachkräfte aus dem nichteuropäischen Ausland werden wir die Lücke nicht schließen können. An dieser Stelle spielt die Kultur eines Unternehmens eine wesentliche Rolle: Wo Toleranz und Offenheit gelebt wird, fühlen sich Migranten willkommen und engagieren sich dementsprechend mehr“, erklärt der Expert-Hunter. Früheren Untersuchungen zufolge kommen und bleiben auch vielen Menschen nicht, weil die Deutschen „unfreundlich“ seien. Wer also ausländischen Fachkräften Hilfestellung bei ihrer Integration und im Umgang mit der neuen Kultur bietet, schafft gute Voraussetzungen, sie an sich binden zu können. Wenske legt Wert darauf, dass es insgesamt nicht darum gehe, aus einem Unternehmen einen Streichelzoo zu machen. Sondern aufmerksam zu sein und nötige Veränderungen für ein zufriedene Belegschaft anzuschieben. Daran sollte sich doch eigentlich arbeiten lassen.

Quelle: UD/cp
 

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