08.12.2019
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29.11.2019

Auszeichnungen

Effizienz-Preis NRW 2019 verliehen

Ursula Heinen-Esser hat Ende November die Gewinner-Unternehmen des „Effizienz-Preis NRW – Das ressourceneffiziente Produkt“ im Deutschen Sport & Olympia Museum in Köln ausgezeichnet. Außerdem erhielten Studierende und Absolventen aus NRW-Hochschulen zum zweiten Mal den Nachwuchspreis MehrWert NRW für ressourcenschonende Verbraucherprodukte.

Preisträger des Effizienz-Preises NRW 2019 in Köln. NRW-Umweltministerin Ursula Heinen-Esser (3.v.r.) gratulierte den innovativen Unternehmen.
Preisträger des Effizienz-Preises NRW 2019 in Köln. NRW-Umweltministerin Ursula Heinen-Esser (3.v.r.) gratulierte den innovativen Unternehmen.

„Gesellschaft und Wirtschaft müssen gemeinsam engagierter anpacken, um Konsum- und die damit verbundenen Produktionsmuster in Richtung Ressourcenschonung zu verändern. Damit können wir einen deutlichen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Die Innovationskraft und Kreativität der Preisträger und Bewerber zeigen, dass Ökologie und Ökonomie sinnvoll und gewinnbringend verknüpft werden können“, sagte die nordrhein-westfälische Umweltministerin Heinen-Esser anlässlich der Preisverleihung. 

Ressourceneffiziente Produkte – gut für das Klima und die Wettbewerbsfähigkeit

„Die prämierten Produkte und Dienstleistungen zeichnen sich nicht nur durch ihre hohe Ressourceneffizienz und gute Klimaverträglichkeit aus, sondern auch durch die klaren Vorteile gegenüber den am Markt verfügbaren konventionellen Lösungen“, erklärte Dr. Peter Jahns, Leiter der Effizienz-Agentur NRW, im Rahmen der Preisverleihung. „Die Produktgestaltung beziehungsweise das ecodesign sind der Schlüssel zu einer ressourcenschonenden Wirtschaftsweise. Nachhaltige Produkte und Dienstleistungen sind längst zu einem Wettbewerbsfaktor für Unternehmen geworden – nicht nur, weil Rohstoff- und Energiepreise steigen, sondern weil die Nachfrage nach diesen Produkten wächst, die es den Kunden ermöglichen, ihren Konsum ressourceneffizienter zu gestalten“, so Dr. Jahns weiter. 

Die vier Hauptpreise des Effizienz-Preises NRW gingen an die Kueppers Solutions GmbH aus Gelsenkirchen für eine neue im 3D-Druck hergestellte Mischeinheit für Gasbrenner, die UTK Solution GmbH aus Lüdenscheid für ein ressourceneffizientes Saug- und Spülsystem für medizinische Operationen, das Wuppertaler Textillabel wijld für Kleidungsstücke aus nachhaltigen Holzfasern und an die Gelsenkirchener ZINQ Technologie GmbH für ein materialsparendes Verzinkungsverfahren. Darüber hinaus wurde der Malermeister Peter Fuchs aus Neunkirchen-Seelscheid für eine mobile Filteranlage zur Abwasserbehandlung bei der Reinigung von Gebäudefassaden mit einem Sonderpreis ausgezeichnet.

Für den Effizienz-Preis NRW bewertete eine siebenköpfige Experten-Jury rund 40 Einreichungen und entschied über die effizientesten Produkte und Dienstleistungen.

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Nachwuchspreis MehrWert NRW: Nutzerfreundliche Produkte für Verbraucher

Der Nachwuchspreis MehrWert NRW ist 2017 aus der Kooperation zwischen der Effizienz-Agentur NRW und der Verbraucherzentrale NRW entstanden. Mit ihm werden innovative Ideen für Produkte und Dienstleistungen gewürdigt, die von Studierenden entwickelt wurden und Verbraucher dabei unterstützen, sparsam mit Ressourcen umzugehen. 

„An immer mehr Hochschulen in NRW werden Themen rund um ressourceneffiziente Produkte und Dienstleistungen aufgegriffen. Die Generation, die mit knapper werdenden Ressourcen konfrontiert sein wird, arbeitet mit viel Kreativität und Gestaltungswillen an der Lösung unserer Zukunftsfragen. Diese Leistungen wollen wir mit dem Nachwuchspreis würdigen“, sagte Ulrike Schell, Mitglied der Geschäftsleitung der Verbraucherzentrale NRW. Das besondere Augenmerk liege dabei auf dem Mehrwert, der in nachhaltigen Optionen stecken sollte. „Nur wenn ressourceneffiziente Produkte und Dienstleistungen für Verbraucherinnen und Verbraucher attraktiv und im Alltag leicht nutzbar sind, werden sie sich in der Breite durchsetzen“, so Schell. 

In der Kategorie „Produkt“ ging der Nachwuchspreis 2019 an Jonathan Pohlke (ecosign/Akademie für Gestaltung Köln) für ein Computergehäuse aus 100 Prozent recyceltem Karton. In der Kategorie „Dienstleistung“ wurde eine von vier Studenten der Technischen Hochschule Köln entwickelte App ausgezeichnet, mit der Verbraucher die Ökobilanzen von Baumaterialien prüfen können. Den Nachwuchspreis in der Kategorie „Vision“ erhielt Sabrina Großkopp (Folkwang Universität der Künste Essen) für eine Designfiktion, in der Bioabfälle in einem Kreislaufsystem für die urbane Lebensmittelproduktion nutzbar gemacht werden.

Erstmals NRW.BANK als Kooperationspartner dabei

Die NRW.BANK beteiligte sich 2019 zum ersten Mal als Kooperationspartner am Effizienz-Preis NRW. Im Vordergrund stand dabei die Einbringung von fachlichem Know-how: „Mit der Kooperation beim Effizienz-Preis NRW und beim Nachwuchspreis MehrWert NRW können wir angehende und gestandene Unternehmer mit mehr als reiner Finanzierung unterstützen – wir stehen ihnen auch mit unseren Beratungsangeboten für alle Unternehmensphasen als starker Partner zur Seite“, sagte Eckhard Forst, Vorstandsvorsitzender der NRW.BANK. „Durch die Wettbewerbe bekommen Unternehmen und Studenten zudem mehr Aufmerksamkeit für ihre Produkte und Dienstleistungen. Auch das ist wichtig. Denn mit ihren Ideen, insbesondere wenn sie ressourceneffizient sind, bringen sie Nordrhein-Westfalen als nachhaltigen Wirtschaftsstandort voran.“

Effizienz-Preis NRW: Innovative Produkte und Dienstleistungen ausgezeichnet

Die Kueppers Solutions GmbH aus Gelsenkirchen gewann den Effizienz-Preis NRW für eine neue im 3D-Druck hergestellte Mischeinheit für Gasbrenner, die ohne Luftüberschuss im Regelbereich betrieben werden kann und so den Stickoxidausstoß signifikant senkt.

Der zweite Hauptpreis ging an dieUTK Solution GmbH aus Lüdenscheid für das Saug- und Spülsystem „BlueLavage“, das bei Operationen bis zu 150 Mal eingesetzt werden kann und so in erheblichem Maße Reststoffe reduziert und Rohstoffe einspart.

Das Wuppertaler Textillabel wijld erhielt den diesjährigen Effizienz-Preis NRW für die Herstellung von wertigen Kleidungsstücken aus nachhaltigen Holzfasern mit dem Ziel, schnelllebige Wegwerfmode durch nachhaltige und langlebige Produkte zu ersetzen.

Der vierte Hauptpreis ging an die ZINQ Technologie GmbH aus Gelsenkirchen für die Dienstleistung microZINQ, mit der erstmals Stückverzinkungen auch im Automobilbau eingesetzt und der Material- und Energieeinsatz deutlich reduziert werden können.

Mit einem Sonderpreis bedachte die Jury den Malermeister Peter Fuchs aus Neunkirchen-Seelscheid. Er erhielt die Auszeichnung für eine mobile Filteranlage zur Reinigung von Gebäudefassaden, die das bei der vor dem Anstrich nötigen Reinigung anfallende Schmutzwasser auffängt und vor Ort bis nahezu auf Trinkwasserqualität aufbereitet.

Der „Effizienz-Preis NRW – Das ressourceneffiziente Produkt“ wird alle zwei Jahre von der Effizienz-Agentur NRW verliehen, die im Auftrag des nordrhein-westfälischen Umweltministeriums arbeitet. Der Preis würdigt innovative Produkte und Dienstleistungen von mittelständischen Unternehmen aus NRW, die wesentliche Effizienzfaktoren miteinander verbinden – beispielsweise eine ressourcenschonende Produktentwicklung, umweltgerechte Herstellung und reduzierte Umwelteinflüsse während des Produktlebens sowie eine umfassende Recyclingfähigkeit. Der Preis ist mit insgesamt 20.000 Euro dotiert.

Nachwuchspreis MehrWert NRW

Ein gutes Beispiel für Alltagstauglichkeit ist das Computergehäuse „Pius“, das Jonathan Pohlke für den millionenfach verkauften Einplatinencomputer „Raspberry Pi“ entworfen hat. Anstatt aus Kunststoff besteht es aus recyceltem Karton und wird mit einer cleveren Falttechnik einfach zusammengesteckt. Die Jury vergab dafür den Nachwuchspreis MehrWert NRW in der Kategorie „Produkt“. 

Für die beste eingereichte Dienstleistungs-Innovation erhielten Maximilian Both, Jan Drzymalla, Jannick Höper und Sebastian Theißen einen Nachwuchspreis. Ihre Produktcheck-App „GreenB“ prüft anhand von eingescannten Strichcodes die Ökobilanzen, Umweltzertifikate, sozialen Standards und chemischen Inhaltsstoffe von Baumaterialien und hilft so bei der Wahl von klimafreundlichen und ressourcenschonenden Bauprodukten.

Die Designfiktion „Schlaraffenstadt 2040“ von Sabrina Großkopp überträgt den Kreislaufgedanken auf die urbane Lebensmittelproduktion. Biomüll und menschliche Ausscheidungen werden in einem neuartigen Recyclingsystem zu Flüssigdünger aufbereitet und für die Nahrungserzeugung in der Stadt verwendet. Mit dem Nachwuchspreis in der Kategorie „Vision“ unterstreicht die Jury, wie wichtig mutiges utopisches Denken auf dem Weg zu einer nachhaltigen Gesellschaft ist.

Das Preisgeld für den Nachwuchspreis beträgt insgesamt 3.000 Euro.

Quelle: UD/pm
 

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