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01.03.2019

Publikationen

Wachstum, Digitalisierung, Nachhaltigkeit: Alles anders 2019?

„Gefühlt befinden wir uns auf einem Gipfel der Entwicklung. Nun kommen die Gegenbewegungen – mal mit mehr, mal mit weniger Durchsetzungskraft“, so akzente-Geschäftsführerin Sabine Braun. Mit dem jährlichen akzente-Trend-monitor beleuchtet sie Trends und Entwicklungen sowie aktuelle Stimmungen. Nachfolgend sind drei herausgegriffen.

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Wirtschaft ohne Wachstum

Die zunehmende weltwirtschaftliche Unsicherheit stellt unser Wachstumsparadigma in Frage. Doch die Zeit nach dem Wachstum hat faktisch längst begonnen: Seit der Finanzkrise 2008 halbierte sich die jährliche Quote fast – auf heute nur noch plus 2,3 bis drei Prozent. Bis zur Jahrhundertmitte werden gar Raten von unter einem Prozent erwartet. Wie Wohlstand mit weniger Wachstum zu sichern ist, wird zur Schlüsselfrage, die bereits verschiedene Konzepte zeugte – von Green Growth über Degrowth zu Next Growth.

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Mit dem Konzept Green Economy wollte der UN-Gipfel in Rio de Janeiro 2012 eine Veränderung der Wirtschaft anstoßen. Green Growth bleibt aber solange ein Wunschbild, bis es ausreichende technologischen Lösungen gibt und Effizienzgewinne nicht mehr durch den ‚Rebound-Effekt’ aufgefressen werden. Für grundsätzlich weniger Wachstum und Verbrauch werben die Konzept der reduktiven Moderne und des Degrowth. Sie üben Kritik am bestehenden System und möchten es „solidarischer“ gestalten. Neue Perspektiven innerhalb des bestehenden Systems könnten dagegen Konzepte bieten, die einen stärkeren Fokus auf qualitatives Wachstum und soziale Innovationen legen.

Hier setzt die Idee von Next Growth an. Das Konzept zielt auf eine nachhaltige Balance zwischen Demokratie und Marktwirtschaft, zwischen Menschheit und Umwelt – eine ökonomische Realität, die keine künstlichen Bedürfnisse erzeugt, sondern Beziehungen fördert. Es geht darum, die Marktwirtschaft zukunftsfähig zu machen und eine faire und ökologisch verträgliche Weiterentwicklung der Gesellschaft zu gewährleisten. Dazu bedarf es sowohl des technologischen Fortschritts als auch eines neuen Verständnisses von Wohlstand im Sinne von Lebensqualität.

Digitalisierung dekonstruiert

Auch wenn Digitalisierung nicht mehr aus unserem Leben wegzudenken ist, wird nun verstärkt hinterfragt, ob sie wirklich nutzt. Weltweit werden inzwischen allein für den Energiebedarf des Internets rund 40 Großkraftwerke benötigt. Zugleich bleibt der viel-beschworene Beitrag von Big Data zur Umsetzung der globalen Nachhaltigkeitsziele gering. In vielen Ländern scheitern Planung und richtige Entscheidungen an Ressourcen und der nicht vorhandenen technischen Infrastruktur. Für die Umsetzung der Sustainable Development Goals (SDGs) und deren Prämisse, „to leave no one behind“, ist dies eine große Herausforderung.

Sabine Braun, Geschäftsführerin von akzente
Sabine Braun, Geschäftsführerin von akzente

Erst seit Kurzem kümmern sich zivilgesellschaftliche und philanthropische Organisationen – und in begrenztem Maße die Politik – darum, soziale Entwicklungen mit Digitalisierung zu verknüpfen. Und auch das muss gesagt sein: Digitalisierung führt nicht zu einem Überspringen (Leapfrogging) der Industrialisierung und katapultiert nicht jeden, der Zugang zu Smartphone und Internet hat, auf die Ausgangsposition eines Durchschnittseuropäers. Viele Länder hätten noch einen langen Weg vor sich, so eine Studie des Earth Institutes. Währenddessen aber schaffe die Digitalisierung neue Ungleichheiten und Abhängigkeiten, der Digital Divide vergrößere sich.

Nachhaltigkeit neudefiniert

John Elkington, der Erfinder der Triple Bottom Line und einer der international bekanntesten Nachhaltigkeitsexperten, verabschiedete sich 2018 vom Modell der drei Säulen und mahnte neue Visionen an, die eine Transformation, den „systemic change“, befeuern können. „In der Tat stellt sich die Frage, ob die nach einer ersten Euphorie der organisatorischen Verankerung und der erzielten Transparenz nun routiniert betriebene Nachhaltigkeitsberichterstattung manchmal nur noch zur Bemäntelung des Stillstands beiträgt“, konstatiert Sabine Braun. „Es braucht die echten Veränderungen, von denen seit Jahren geredet wird.“

Des ungeachtet lassen sich für 2019 folgende Perspektiven aufzeigen: 

  • Das Thema wird zunehmend seinen Weg in die Vorstandsetagen finden und zu Kunden, die von Marken mehr erwarten.
  • Neue Investmentfonds werden ausschließlich nach Unternehmen mit einer guten Nachhaltigkeitsperformance suchen. 
  • Verantwortung und Nachhaltigkeit sind aus keiner Geschäfts- und keiner Recruitingstrategie mehr wegzudenken. 
  • Unternehmen, die ihre Wachstumskonzepte mit ethischen Prinzipien verknüpfen, können sich einen deutlichen Vorsprung verschaffen.

Den kompletten akzente Trendmonitor Nachhaltigkeit 2019 finden Sie hier.

Quelle: UD/pm
 

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