Diese Webseite verwendet Session-Cookies. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung dieser zu. Über den Button können Sie diesen Hinweis schließen.
Erklärung zum Datenschutz
UN-Entwicklungsziele

Besseres Leben im Rahmen der ökologischen Grenzen

Bayer ist ein Unternehmen mit einer einzigartigen Kombination zweier Life Science-Gebiete – Ernährung und Gesundheit. Im Kontext einer nachhaltigen Entwicklung will Bayer daher einen substanziellen Beitrag dazu leisten, mehr Menschen in Schwellen- und Entwicklungsländern Zugang zu Nahrungsmitteln und Medikamenten zu ermöglichen.

09.03.2020

Von Matthias Berninger, Leiter Public Affairs & Sustainability, Bayer

Die Menschheit hat die natürlichen Ressourcen seit Jahren über Gebühr beansprucht. Dies hat dazu geführt, dass wir beim Verlust an Biodiversität, Nitrateintrag im Boden und den Treibhausgas (THG)-Emissionen heute im „roten Bereich“ sind, mit anderen Worten: die ökologischen Grenzen sind hier, teils unumkehrbar, überschritten worden. Gleichzeitig nimmt die Weltbevölkerung weiter zu. Zu meinen Lebzeiten hat sie sich fast verdoppelt, bis zum Jahr 2050 wird sie nochmals um zwei Milliarden auf dann voraussichtlich 9,7 Milliarden Menschen steigen. Das nun anstehende Wachstum ist aber noch wesentlich ressourcenintensiver, weil der Wohlstand und damit die Konsumbedürfnisse der Masse der Menschen rasanter steigen werden. Wir stehen daher einerseits vor der Herausforderung, mehr Menschen Zugang zu Nahrung und Gesundheit zu verschaffen. Andererseits müssen wir es schaffen, die natürlichen Ressourcen zu schonen, die Biodiversität zu schützen und die THG-Emissionen zu begrenzen. 

Genau dies steht im Zentrum der stärkeren Verankerung von Nachhaltigkeit in unserer Strategie. Wir werden in den nächsten zehn Jahren substantielle Beiträge zur Erreichung einiger wesentlicher Ziele nachhaltiger Entwicklung der Vereinten Nationen (Sustainable Development Goals, SDGs) leisten, insbesondere den Hunger zu bekämpfen (SDG 2) und die Gesundheit zu fördern (SDG 3). Wir werden zudem zur Bekämpfung von Armut beitragen (SDG 1), die Rolle der Frauen stärken (SDG 5) sowie neue Standards für Umwelt- und Klimaschutz setzen (SDG 13).

Bauern bei der Reisernte in Indien. Bayer will Kleinbauern, auf denen wesentlich die Nahrungsmittelproduktion in vielen Entwicklungs- und Schwellenländern ruht, verstärkt unterstützen.
Bauern bei der Reisernte in Indien. Bayer will Kleinbauern, auf denen wesentlich die Nahrungsmittelproduktion in vielen Entwicklungs- und Schwellenländern ruht, verstärkt unterstützen.

Nachhaltige Intensivierung der Landwirtschaft 

Die UN beziffern die notwendige Zunahme der Nahrungsmittelproduktion auf 50 Prozent bis 2050 gegenüber dem Referenzjahr 2012. Die Fläche, die dafür nach heutigen Produktionsstandards notwendig wäre, gibt es aber nicht, will man nicht weiter Habitate opfern und den Regenwald roden. 

Zurzeit wird viel über den Zielkonflikt von Norman Borlaugs „Grüner Revolution“ gesprochen, die in vielen Teilen der Welt in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts half, den Hunger großer Massen einzudämmen, was mit einer intensiven Ressourcennutzung einherging. Deshalb setzen sich auch in manchen Ländern Forderungen zur De-Intensivierung durch. Mit Blick auf unser Innovationspotential glauben wir, dass es möglich sein wird, nachhaltig zu intensivieren. Deshalb suchen wir überall nach neuen Ideen. Für uns gibt es keinen Gegensatz zwischen kleinen und großen Betrieben, ökologischer oder konventioneller Landwirtschaft, traditionellem oder genetisch optimierten Saatgut. Überall in der Welt praktizieren Bauern schon heute kleine Bausteine zur Lösung des Paradoxons in der Landwirtschaft. Wir müssen sie nur richtig zusammensetzen. 

Bei Innovationen geht es zum einen um den kontinuierlichen Fortschritt und zum anderen darum, bislang unbekanntes Terrain zu betreten. So arbeiten unsere Forscher beispielsweise daran, die Widerstandsfähigkeit von Kulturpflanzen zu verbessern. Ein Beispiel ist Mais mit kürzeren Halmen, die bei Stürmen nicht knicken. In einem bahnbrechenden Projekt versuchen wir mit Partnern Pflanzen zu entwickeln, die ihren Stickstoffbedarf durch eigene Produktion selbst decken und somit nicht mehr künstlich gedüngt werden müssen.

Anzeige

Profitabilität der Kleinbauern 

Um die Ernährungsfrage zu lösen, müssen diejenigen gestärkt werden, die heute in den Entwicklungsländern die Hauptlast tragen. Dort produzieren Kleinbauern 80 Prozent der Nahrungsmittel, leiden aber absurderweise selbst häufig unter Hunger und Mangelernährung. Ihnen fehlt es zumeist an Betriebsmitteln, Know-how, dem Zugang zu Krediten sowie Lagerungs-, Transport- und Vertriebsmöglichkeiten. In all diesen Belangen werden wir Kleinbauern in Zukunft vermehrt unterstützen. Wir wollen im Zeitraum 2020 bis 2030 mindestens 100 Millionen Kleinbauern, also fast jedem fünften, ein besseres Auskommen ermöglichen und damit einen Beitrag zur Armutsbekämpfung in ländlichen Räumen leisten. 

Familienplanung als Stärkung der Frauen

200 Millionen Frauen haben in Entwicklungs- und Schwellenländern gegenwärtig noch immer keinen Zugang zu modernen Verhütungsmitteln als Basis für eine verantwortungsbewusste Familienplanung. Ihnen diesen Zugang zu verschaffen, ist ein wesentlicher Aspekt, sie in der Ausübung ihrer Rechte zu stärken. 

In Entwicklungsländern zählen Experten den Umstand, dass Frauen ihre Fähigkeiten heute nicht ausreichend zur Entfaltung bringen können, zu den größten Hemmnissen einer erfolgreichen sozio-ökonomischen Entwicklung. Als führendes Unternehmen auf dem Gebiet der Kontrazeptiva werden wir bis 2030 mindestens 100 Millionen Frauen in Entwicklungsländern bei Fragen der Familienplanung unterstützen. Noch immer leiden viele Menschen in Entwicklungs-, Schwellen und Industrieländern an einem Mangel an Mikronährstoffen. Für gebärende Frauen und Kleinkinder sind diese gesundheitsfördernden Nährstoffe von besonderer Bedeutung, weshalb wir vor allem ihnen und insgesamt 100 Millionen Menschen bis 2030 eine Versorgung ermöglichen werden.

Klimaneutrales Unternehmen und THG-Einsparungen in der Landwirtschaft 

Als eines der ersten Industrieunternehmen haben wir uns zum Ziel gesetzt, bis 2030 klimaneutral zu sein. Dafür haben wir uns der Science Based Target-Initiative angeschlossen. Die Optimierung der Energieeffizienz unserer Produktion und die 100-prozentige Umstellung auf grünen Strom werden wir durch innovative Kompensations-Maßnahmen zum Erhalt der Biodiversität ergänzen. 

Ein größerer Hebel liegt indes bei unseren Kunden in der Landwirtschaft, die mit anderen Formen der Landnutzung fast ein Viertel der globalen THG-Emissionen verursacht. Wir werden Landwirte mit klimafreundlichen Produkten und Technologien darin unterstützen, dass auf dem Feld 30 Prozent THG-Emissionen pro Kilogramm Ernteertrag eingespart werden. Dies ist ebenso einmalig in der Branche wie unser Bestreben, die Umweltbelastung bei der Anwendung unserer Produkte um ebenfalls 30 Prozent zu minimieren. 

Die Herausforderung für die meisten Unternehmen, die sich zur THG-Reduktion verpflichtet haben, besteht darin, effektive Wege zum Offsetting der nicht einsparbaren Emissionen zu finden. Wir wollen über unsere digitalen Innovationen, die es ermöglichen, auf die Furche genau zu erkennen, was auf und im Acker passiert, die Basis eines neuen Geschäftszweiges für Bauern in aller Welt schaffen. Statt auf staatliche Lösungen zu warten oder Subventionen zu bauen, wollen wir einen privaten Markt zur Senkung von CO2 in der Luft schaffen. Landwirte bekommen so ein neues Einkommensstandbein, wenn sie mit der Nahrungsmittelproduktion Anbaumethoden kombinieren, die besonders viel CO2 in Pflanzen und Boden festhalten. 

Wir werden der Erreichung dieser Nachhaltigkeits-Ziele im neuen Jahrzehnt den gleichen Stellenwert beimessen wie den Finanzzielen und sie entsprechend in die Vergütung des Vorstands und Managements sowie die Entscheidungsprozesse unseres Unternehmens verankern.

Dieser Artikel ist im Original im Jahrbuch „Global Compact Deutschland 2019“zum Thema „SDGs und Agenda 2030“ erschienen.

Banner Jahrbuch "Global Compact Deutschland 2019"
Quelle: UD/cp
 

Related Posts

Newsletter

Unsere Verantwortung/Mitgliedschaften

Logo
Serverlabel
The Global Compact
Englisch
Gold Community
Deutsches Netzwerk Wirtschaftsethik
Caring for Climate

© macondo publishing GmbH
  Alle Rechte vorbehalten.

 
Lasche