Soziales Engagement

Wie Mitarbeiter von Evonik in der Corona-Krise unterstützen

Seit Beginn der Corona-Pandemie wird an vielen Stellen jede helfende Hand dringend gebraucht. Viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus dem Industriepark Wolfgang (IPW) engagieren sich auf ganz unterschiedliche Weise ehrenamtlich. Drei von ihnen berichten von ihren Erfahrungen.

02.03.2021

Wie Mitarbeiter von Evonik in der Corona-Krise unterstützen

An Heiligabend klingelt bei Sascha Dostal das Telefon – ein Anruf des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK). Sämtliche Bewohner und Mitarbeiter eines Pflegeheimes in Stockstadt haben sich mit dem Corona-Virus infiziert. Die Bewohner müssen schnellstmöglich in umliegende Krankenhäuser evakuiert werden. Der darauffolgende Tag läuft für den 30-Jährigen, der sich ehrenamtlich beim BRK seiner Heimatgemeinde Kahl engagiert, anders als geplant. Statt mit seiner Frau und den beiden Kindern gemütlich unter dem Tannenbaum zu sitzen, legt er Schutzanzug, Schutzmaske und Gesichtsvisier an und macht sich mit mehreren BRK-Kollegen im Rettungswagen auf den Weg ins Pflegeheim. Gemeinsam mit Helfern anderer BRK-Ortsvereine bettet er die alten Menschen auf Transportliegen und begleitet sie in benachbarte Kliniken. Eine schwierige Aufgabe, denn viele Patienten sind nicht nur gesundheitlich in einem schlechten Zustand, sondern haben auch Angst davor, ihre vertraute Umgebung zu verlassen.

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Es ist für Sascha Dostal, der im Industriepark als Fachkraft für Anlagentechnischen Brandschutz arbeitet, nicht der erste Einsatz dieser Art. Seit Beginn der Corona-Krise war er mehr als 30 Mal im Einsatz. Zuerst beim Aufbau von Testzentren, dann beim Transport von Proben in Labore nach Bad Kissingen und schließlich als Helfer in Senioren- und Pflegeheimen.

Dass dies überhaupt möglich ist, ist auch seinem Arbeitgeber Evonik und den jeweiligen Vorgesetzten zu verdanken. Denn für Einsätze im Bevölkerungs- und Katastrophenschutz werden ehrenamtlich tätige Mitarbeiter von der Arbeit freigestellt. Evonik wurde dafür kürzlich von der Organisation Helfernetz Bayern als „Helferfreundliches Unternehmen“ ausgezeichnet. „Mein Chef unterstützt mein Engagement beim Roten Kreuz. Dafür bin ich ihm sehr dankbar, denn ohne diese Unterstützung könnte ich Arbeit und Ehrenamt nicht so gut vereinbaren.“

„Die Pflegebedürftigen konnten nicht mehr versorgt werden“

Im Sanitätsdienst des Roten Kreuzes ist Sascha Dostal kritische Situationen gewohnt. Doch seine jüngsten Einsätze haben auch ihn betroffen gemacht „In den vergangenen Wochen haben wir an mehr als zehn Tagen Senioren- und Pflegeheime in ihrer täglichen Arbeit unterstützt – meistens auf Stationen wo alle Bewohner positiv auf das Virus getestet wurden. Häufig war es so, dass die gesamte Belegschaft infiziert war und die Pflegebedürftigen nicht mehr versorgt werden konnten. So haben wir morgens das Waschen, Anziehen und die Verpflegung übernommen. Ich bin froh, dass wir durch unsere Arbeit wenigstens eine Grundversorgung der pflegebedürftigen Senioren ermöglichen können. Gleichzeitig macht es mich traurig zu sehen, wie einsam sie häufig sind. Seit Wochen können sie keinen oder kaum Besuch empfangen, da fehlt einfach die menschliche Nähe. Und dann kommen wir – in unseren Schutzanzügen völlig vermummt – und können nur das Nötigste für sie tun.“

Aber Sascha Dostal sieht bei allem Leid auch Licht am Ende des Tunnels: „Um die Weihnachtszeit und zu Beginn des Jahres war es wirklich schlimm. Aber in den letzten vier Wochen sind unsere Einsätze in Senioren- und Pflegeeinrichtungen deutlich weniger geworden. Und die Impfungen werden hoffentlich bald zu einer deutlichen Verbesserung der Situation beitragen.“

Das hofft auch Miriam Appel. Sie ist am Standort Hanau in der Arbeitsvorbereitung der Mechanik mit Schwerpunkt Gebäudetechnik und Fremdfirmenkoordination tätig und außerdem Betriebsrätin. Privat engagiert sie sich seit Jahren bei der BRK-Wasserwacht in Kahl am Main. Die 26-Jährige unterstützte gemeinsam mit 20 weiteren Ehrenamtlichen Ende Januar ebenfalls einen Hilfseinsatz in einer Senioreneinrichtung in Aschaffenburg. Dort mussten 30 infizierte Bewohner innerhalb des Hauses umziehen, um besser versorgt werden zu können und die anderen Senioren vor einer Infektion zu schützen. Eine logistische Herausforderung, die nur dank vieler helfender Hände gemeistert werden konnte.

„Unser Schwerpunkt bei der Wasserwacht liegt normalerweise auf der Sicherheit in Gewässern. Aber in Notfällen packen wir natürlich auch an anderer Stelle mit an. Dieser Einsatz war für mich der erste und hat mich sehr bewegt. Was die Pflegekräfte dort tagtäglich leisten ist unglaublich und verdient unseren größten Respekt. Ich bin dankbar, dass mein Arbeitgeber mich für diese wichtige Aufgabe freigestellt hat. Das ist nicht selbstverständlich.“

„Schon mit kleinen Gesten kann man so viel erreichen“

Unterstützung in der Corona-Pandemie bedeutet neben großangelegten Hilfseinsätzen aber auch Beistand in alltäglichen Dingen. Den bietet zum Beispiel die Inklusionsinitiative „Menschen in Hanau e.V.“, für die sich Daniel Neß engagiert. Der Verein setzt sich für Solidarität und ein respektvolles Miteinander ein – Werte, die in der Corona-Krise wichtiger denn je sind. Mit einer ganzen Reihe von Aktionen macht das ehrenamtliche Team Menschen Mut, gibt aber auch ganz praktische Unterstützung, zum Beispiel bei der Herstellung von Stoff-Masken im Frühjahr 2020. „Damals waren durch die Kontakteinschränkungen von heute auf morgen digitale Angebote gefragt“, berichtet Daniel Neß, der im Industriepark in der Silica-Forschung arbeitet. So wurde beispielsweise die „Menschen in Hanau“-Website um die Rubrik „Tipps & Perspektiven“ erweitert. Dort teilt das Team neue und ganz unterschiedliche Ideen, um den Alltag im Lockdown zu meistern. Das reicht von virtuellen Museumstouren über Basteltipps bis hin zu digitalen Spielenachmittagen.

„Es geht um Gemeinschaft und Zusammenhalt, darum zu zeigen: Du bist auch in dieser schwierigen Zeit nicht allein. Schon mit kleinen Gesten kann man so viel erreichen. Als beispielsweise unsere jüngeren Mitglieder den älteren beim Thema Videotelefonie unter die Arme gegriffen haben, eröffnete dies den Senioren ganz neue Kommunikationsmöglichkeiten. Das ist an sich keine große Sache. Aber in Zeiten eingeschränkter Kontaktmöglichkeiten macht es sehr viel aus.“

Quelle: UD/cp
 

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